Lyon im Winter: Frankreich-Feeling im kleinen Paris

Es muss nicht unbedingt Paris sein: Frankreich-Feeling gibt es auch im süßen Lyon!

Frankreich? Klar, da war irgendwie jeder schon einmal. Ne Stadt in Frankreich? Klar, Paris! Die meisten Reisenden waren schon einmal dort. Aber Lyon kennt kaum jemand. Lyon, schon die Stadt an sich scheint eine übersehene Sehenswürdigkeit. Und das ist auch gut so, denn so begegnen wir nur wenigen Touristen. Klar, es ist tiefster Dezember aber wir haben uns auch sagen lassen, dass es hier im Sommer nicht viel voller wird. Warum eigentlich? Wir haben uns Europas beste Kurztip-Stadt 2016 im Eiltempo einmal für euch angeschaut und so viel können wir gleich zu Beginn verraten: Lyon ist wirklich, wirklich schön. Auch im Kurz-Städtetrip. Auch im Winter!

Am Anfang steht… Der Flug!

Wie so oft bei den heutigen Flugpreisen steht auch am Anfang dieser Reise ein Flug. Die Regionalairline Flybe bringt uns in einer kleinen Bombardier Dash 8  Propellermaschine von Hannover aus nach Lyon. Der Flug dauert durch das kleine Flugzeug zwar mit zwei Stunden deutlich länger, als eine normale Maschine gebraucht hätte, dafür fliegen wir nicht so hoch und haben eine tolle Aussicht auf die verschneiten Alpen. Den Flug haben wir für etwas über 50,- Euro je Strecke ergattert. Ein fairer Preis, finden wir.

Gleich nach der Landung die immer gleiche Frage: Wie komme ich vom Airport in die Stadt? In Lyon gibt es vom Flughafen aus einen Express-Zug, der direkt zum Hauptbahnhof fährt. Allerdings kostet der Spaß freche 15,90 Euro pro Strecke für eine popelige halbe Stunde. Etwas sparen kannst du übrigens, wenn du die Tickets vorher online buchst. Da wir zu sechst sind, entscheiden wir uns mit dem Taxi zu fahren, das kostet etwa 50,- bis 70,- Euro und lohnt sich bei mehreren Personen auf jeden Fall.

Lyon ist wie geschaffen für eine Airbnb-Wohnung

Wer uns folgt, der weiß: Wir lieben Airbnb! Ob Byron Bay, Wien, Gran Canaria oder nun eben Lyon: Auch diesmal setzen wir auf die tollen Möglichkeiten und Wohnungen, die uns Airbnb in Lyon ausspuckt! Wir wohnen in einer schönen Wohnung mitten in der Innenstadt. Sie liegt auf der kleinen Halbinsel zwischen den Flüssen Rhône und Saône. Klingt zentral? Gut, ist es auch! Wir können alles zu Fuß erreichen und müssen kein einziges Mal in die Bahn steigen.

Lyon ist leider generell und vor allem um Silvester herum nicht günstig. Da kostet der Kaffee von der Größe eines Fingerhutes dann gerne schon mal seine fünf Euro und auch die sonstigen Dinge des alltäglichen Lebens bekommt man nicht unbedingt hinterhergeworfen. Die vielen tollen Restaurants und Kaffees laden allerdings dazu ein, nicht selbst zu kochen. Für viele Reisende ein Konflikt, wissen wir. Aber lass dir sagen: Lyon hat kulinarisch so einiges drauf! Wer beim daheim Kochen ein wenig günstiger kochen möchte, dem sei gesagt: In ganz Frankreich und somit auch in Lyon gibt es den guten alten Lidl. Selbstverständlich mit französischem Sortiment aus der Region aber zu den bekannten Lidl-Preisen. Solchen Käse findet man in Deutschland bestenfalls in der edelsten Feinkosttheke!

Lyon: Ein kulinarisches Highlight jagt das Nächste

Wo wir gerade beim Thema Essen sind: War schließlich das hauptsächliche Ziel unseres Kurztrips das tolle Essen. Denn Lyon ist bekannt für seine kulinarischen Highlights und wird nicht umsonst kulinarische Hauptstadt Frankreichs genannt. In Lyon reiht sich ein renommiertes Restaurant ans andere. Und als wäre das nicht genug, ist die Gegend um Lyon auch noch die Heimat des berühmten Sternekochs Paul Bocuse. Neben seinem großen Restaurant etwas außerhalb der Stadt, bietet er in vier Brasserien direkt in Lyon die exzellente Küche zu „erschwinglicheren“ Preisen an. Ja, man beachte die Anführungszeichen, denn ein Menü kostet hier schlanke 45,- Euro aufwärts, in seinem größten Restaurant muss man mit mindestens 200,- Euro rechnen. Verrückt? Jup, aber bestimmt lecker… Ausprobiert haben wir das logischerweise nicht.

Rhône Lyon

Schöne Häuser an der Rhône in Lyon

In Bocuses Restaurants aber auch in allen anderen Restaurants, die fernab von Touristenpfaden liegen, ist das Bestellen übrigens alles andere als leicht: Auch mit fortgeschrittenen Französisch-Kenntnissen kommst du relativ schnell an deine Grenzen. Wenn du also einfach blind drauf los bestellen solltest, google lieber nicht vorher was es ist. Sonst werden dir nachher Blutwurst, Kalbskopf, Schweine-Innereien und sonstige französische Spezialitäten nicht mehr so gut schmecken… Doch exotische Exkurse gehören in Frankreich ja irgendwie auch dazu. Aber hey: Wer Froschsticks am Spieß essen kann, der überlebt auch ein französisches Restaurant! Wie überall in Frankreich kommt man natürlich auch in Lyon an Törtchen, Pralinen und Kaffee nicht vorbei. Besonders schön ist es im Café Comptoir des Fées. Hier wird der Tee in so richtig kitschigen Oma-Blümchen-Kannen serviert, die Möbel sind vom Flohmarkt und das Gebäck selbstgemacht. Rustikal aber so mögen wir das! Klischees müssen ja auch für irgendetwas gut sein.

Empfehlenswert sind auch die Markthallen Ley Halles de Lyon. Hier werden alle Köstlichkeiten der Region verkauft und spätestens vor deiner Abreise solltest du dir hier noch einmal so richtig die Taschen voll machen. Wir haben auch den einen oder anderen leckeren aber sehr übel stinkenden Käse mit nach Deutschland genommen. Ist übrigens nach einer alkoholreichen Silvesternacht nicht unbedingt der beste Begleiter für einen empfindlichen Magen, so viel kann ich verraten… Im Sommer, wenn es dann etwas wärmer ist, hat übrigens auch der Marché Saint Antoine Célestins am Ufer der Saône geöffnet. Hier kannst du mittags frische Meeresfrüchte essen und dazu ein Glas Champagner schlürfen. Die hätten wir uns im Dezember allerdings aus dem Eis brechen müssen, kommt auf unsere „Lyon im Sommer“-Liste!

Unübersehbar: Lyons Basilika und eine traumhafte Aussicht über Lyon

Die bekannteste und beliebteste Touristenattraktion von Lyon ist die Basilika Notre Dame de Fourvière. Sie thront unübersehbar auf dem Stadthügel Lyons. Glaub mir, die kannst du nicht übersehen. Die Basilika wurde Ende des 19. Jahrhunderts zu Ehren der Jungfrau Maria errichtet, die sich auch auf der Spitze befindet, wenn man mal genau hinguckt.

Du kannst die Basilika mit der Seilbahn erreichen, wobei es sich hier eher um eine sehr steile Straßenbahn handelt, die an einem Seil gezogen wird. Also nicht nach einem Seillift suchen, den wirst du nicht finden. Wir entschließen uns, bei der klaren Luft zu Fuß zu gehen und erreichen nach 20 Minuten die Spitze des Hügels. Die Basilika ist von 7 bis 19 Uhr geöffnet und du kannst sie dir kostenlos ansehen. Wie übrigens nahezu alle Attraktionen in Lyon. Lobenswert! Die Basilika ist schön, aber wenn du schon einmal im Vatikan warst, wird sie nichts besonderes für dich sein. Direkt neben der Basilika befindet sich allerdings eine recht nette Aussichtsplattform. Von dort aus hast du einen tollen Blick über Lyon und auf die beiden Flüsse Rhône und Saône.

Was wir leider ganz knapp verpassen, ist das Fête des Lumiéres, das Lichterfest in Lyon. Es läutet die Weihnachtszeit ein und findet jedes Jahr vom 8.12. bis 11.12. zu Ehren Marias statt. Die komplette Stadt wird erleuchtet von verschiedenen Lichtspielen. Doch auch außerhalb des Festes sind die Sehenswürdigkeiten schön beleuchtet. Daher lohnt sich die Aussicht von der Basilika Fourvière auch nachts! Der Weg führt uns nach diesem kurzen und kleinen Aufstieg wieder hinunter in Richtung Vieux-Lyon. Die Altstadt liegt auf der Westseite der Saône und ist zu Fuß leicht erreichbar.

Niedlich: Die Altstadt von Lyon

Die Altstadt von Lyon besteht aus kleinen, kopfsteingepflastereten Gassen und ist übersät von Boutiquen, Cafés und traditionellen Restaurants. Ein bisschen wie in Rom, nur viel, viel kleiner. Es gibt einige schöne Plätze, auf denen die Kinder spielen und Franzosen frische, duftende Crepés zubereiten. Das ist wirklich Frankreich-Feeling pur! Wir lassen uns einfach treiben, und probieren hier und da etwas Käse und Wein. Einen echten französischen Crepé lassen wir uns natürlich auch nicht entgehen. Vorsicht allerdings vor dem, was unsere lieben Nachbarn Glühwein schimpfen: Das ist hier bloß heißer Rotwein mit ein paar undefinierbaren Stückchen Irgendwas drinnen. Das schmeckt wie… ach lassen wir das…

Auf dem Weg zurück kommen wir vorbei an der Kathedrale Saint-Jean-Baptiste und am Place des Terraux mit Rathaus und Bartholdi-Brunnen. All diese Sehenswürdigkeiten wurden zum UNSESCO-Weltkulturerbe erklärt und sind einen Besuch wert. Auch schön ist, dass man sich eigentlich nie weit weg von den beiden Flüssen entfernt. Städte mit viel Wasser haben einfach ihren Charme, genau das gefällt mir schließlich auch in Kopenhagen oder Hamburg besonders gut!

Unser Tag endet mit einem Essen in einem französischen Restaurant in der Rue de Marronniers. Die komplette Straße besteht aus kleinen Restaurants, die alle ein französisches Drei-Gänge-Menü zu fairen Preisen bieten. Ab 18,- Euro geht’s hier los. Die Straße befindet sich in der Nähe des Place Bellecour, wo übrigens Europas größtes Riesenrad steht. Das haben wir uns bei den eisigen Winden allerdings geklemmt, ich bin eine ziemliche Frostbeule und die Gondeln sind nicht geschlossen. Wenn du die Nacht ausklingen lassen möchtest, lohnt es sich am Ufer der Rhône in eines der vielen Péniches zu gehen. Die kleinen Hausboote wurden zu Bars und Clubs umgebaut. Hier trifft man sich auf ein Glas Wein oder um ein bisschen zu Tanzen.

Das Szene Viertel Crouix-Rousse

Am nächsten Tag geht es für uns nach Crouix-Rousse. Früher war es das Viertel der Seidenweber, heute wohnen hier vor allem junge Familien. Der Stadtteil liegt an dem zweiten Hügel Lyons und so machen wir uns ein zweites Mal auf den Weg, die Stadt von oben anzusehen. Der Aufstieg beginnt am Rathaus und ist deutlich anstrengender, als der zur Kathedrale. Dafür bietet sich uns ein wunderbarer Ausblick auf alle Sehenswürdigkeiten und natürlich auf die Kathedrale, die sich gestern noch direkt neben uns befand.

Basilika Notre Dame de Fourvière

Die Basilika Notre Dame de Fourvière

Im Crouix-Rousse findest du neben vielen süßen Wohnungen und Gassen auch nette Cafés und Restaurants. Vor allem die alten Konditoreien und Teehäuser haben uns gefallen. Alles erinnert irgendwie an Paris, aber insgesamt ist es hier deutlich weniger überlaufen, die Straßen sind kleiner, leerer und irgendwie einfach niedlicher und genau das gibt Lyon Charme.

Croix-Rousse Lyon

Croix-Rousse in Lyon

Auch in Crouix-Rousse lohnt es sich, bis Abends zu bleiben. Neben den vielen schönen Restaurants fürs Abendessen, gibt es hier auch einige Clubs: Besonders bekannt ist der Szene-Club La Lavoir Public. Er befindet sich in einem ehemaligen Waschhaus und so kannst du zwischendurch deine wundgetanzten Füße in einem Waschbecken abkühlen! Wir bleiben leider nicht bis Abends dort, weil heute Silvester ist!

Wir zaubern uns lieber in unserer Wohnung ein 5-Gänge-Menü und stimmen uns mit viel (viel, viel) Wein auf das neue Jahr ein. Um kurz vor 12 gehen wir natürlich nach draußen, denn das Spektakel am Place Bellecour und den Countdown vor dem Riesenrad wollen wir uns nicht entgehen lassen. Und so starten wir gemeinsam mit vielen feierwütigen Franzosen typisch französisch ins neue Jahr: Mit Champagner und Macaróns.

Liebes Lyon, wir werden auf jeden Fall wiederkommen: Im Sommer und dann mit etwas mehr Zeit. Dann werden wir an den Ufern der Rhône und Saône sitzen und Wein trinken. Wir werden vom Boot aus die Stadt beobachten. Wir werden mit Fahrrädern in die Weinberge fahren und wir werden uns im Parc de la Tête d’Or die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Davon hatten wir in den Tagen nicht allzu viel aber wir kommen ja wieder…

Sonnenuntergang in Lyon

Sonnenuntergang in Lyon

Für Abenteurer. Für Träumer. Für dich!

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