Paris: Schönheit an der Seine

Ein Kurztrip in Frankreichs Hauptstadt

Jackpot! Als wir an einem frühen Augustmorgen unsere Füße auf den Boden von Paris setzen, empfängt uns die Stadt mit dem wohl tollsten Wetter, das man sich als Kurzurlauber nur vorstellen kann: Nahezu wolkenlos, ein leichter Wind und dreißig Grad. Unser Hotel liegt im extrem zentralen aber sehr trubeligen 10. Arrondissement, unweit des Gare de l’Est (Ostbahnhof). Meine Urlaubsbegleitung Sarah hat die Reise mit dem Thalys-Zug aus Köln angetreten. Mich selbst hat ein knallorangenes Easyjet-Flugzeug in nicht mal 1,5 Stunden vom schönen Hamburg an die Seine befördert.

Paris ist vor allem erst mal eines: Grün!

Was gleich zu Beginn sofort auffällt: Paris ist grün! Unglaublich grün! Wir sind in Deutschland mit sehr grünen Städten verwöhnt, das sieht im Ausland leider oft sehr anders aus. In beispielsweise BangkokRom oder London habe ich einladende Wiesen und Parks vergeblich gesucht, Paris strotzt nur so vor ihnen. Grün tut nicht nur Augen, Seele und Lunge gut, es macht eine Stadt in meinen Augen auch sehr ruhig und ausgeglichen. In Städten muss man auch mal vergessen können, dass man sich mitten in einer Stadt befindet, in Paris geht das! Sehr zu empfehlen sind hier die Seine-Ufer und der unweit des Louvre gelegene Park Jardin de Tuileries. Hier stehen überall Stühle herum, die frei im Park herumgetragen und genutzt werden können.

Touristisches Pflichtprogramm

Auf der einen Seite möchte man ja die möglichst individuellen und versteckten Eckchen entdecken, auf der anderen Seite dürfen natürlich die typischen Touristenziele nicht fehlen. Dumm nur, wenn eine Stadt wie Paris dermaßen viel zu bieten hat, das selbst eine Woche wahrscheinlich für das touristische Pflichtprogramm nicht reichen würde. Das ist mir bisher ähnlich nur in meiner alten Heimat Berlin untergekommen. Luxusprobleme! Viele Sehenswürdigkeiten der Stadt sind direkt an der Seine gelegen, weshalb du den Fluss wunderbar als roten Faden für fast alle touristischen Ziele nutzen kannst! Die weltberühmte Kathedrale Notre-Dame, der Eiffelturm, das Pantheon, das Fußballstadion Parc de Princes, das Louve und auch der Palais du Trocadéro lassen sich gemütlich an der Seine „erschländern“.

So kommst du günstig durch die Stadt

Vélib-Fahrräder in Paris

Vélib-Fahrräder in Paris

Trotz der für eine Weltstadt relativ geringen Bevölkerung von 2,3 Millionen Einwohnern hat es die Paris in sich: Festes Schuhwerk und Geduld solltest du mitbringen, schwere Füße gibt’s unter Garantie gratis dazu. Paris verfügt im Übrigen über ein vorzügliches Netz von Leihfahrradstationen. Etwa 1200 von ihnen erlauben dir das bequeme Ausleihen der sogenannten Vélib-Bikes. Die erste halbe Stunde ist gratis, danach kostet die zweite halbe Stunde einen Euro, die zweite zwei und alle weiteren halben Stunden dann schon freche 4 Euro. Du merkst: Für kurze Strecken optimal, danach kann es schnell teuer werden. Profitipp: Das Fahrrad nach 30 Minuten abstellen, kurz warten, Kaffe trinken und dann das gleiche Fahrrad wieder ausleihen: Dann stehen dir wieder die ersten 30 Gratisminuten zur Verfügung!

Eiffelturm

Touristisches Must-Visit: Der Eiffelturm

Nicht fehlen darf auf jeder Paris-Tour natürlich der Eiffelturm! Wir haben es trotz energischem Probierens nicht geschafft, eines der benötigten Tickets für den Aufstieg zu ergattern. Hier ist sehr frühes Reservieren gefragt, am besten sogar gleich nach der ersten Buchung von Zug, Hotel, Bus oder Flug gleich die Tickets für den Turm mitbestellen. Je nach Ausstiegshöhe werden dafür zwischen 7 und 17 Euro fällig.

Ich liebe Montmartre

Montmatre gehört zu den beliebtesten Arrondissements in Paris. Wunderschöne Häuser und Gassen, kleine Cafès, urige Friedhöfe und niedliche Parks zieren dieses beliebte Ausgehviertel. Montmatre ist genau so, wie man sich Paris abseits von Eiffelturm & Co vorstellt: Grün, lebendig, gemütlich und charmant!

Montmatre ist auf einem Hügel gelegen, auf deren Gipfel sich die Basilika Sacré-Cœur befindet. Von außen ist sie wunderschön und der Aufstieg lohnt sich, hat man doch von oben einen wirklich traumhaften Blick über die ganze Stadt. Hineingehen kann man sich allerdings getrost sparen: Die Kirche wirkt von innen im touristischen Bereich eher wie ein Basar billiger Souvenirs. Die Krönung: Ein Automat, in den man Geld einwerfen kann, um eine LED-getrieben Gedenkkerze für einen Tag zum Leuchten zu bringen. Wow, wie spirituell. Wer zum Geier hat sich das ausgedacht? Eine Frechheit…

Aber auch darüber hinaus ist Paris voller erstaunlicher Bauwerke, kleiner Gassen und toller Geschäfte. Ähnlich wie in Rom gibt es hier wirklich hinter jeder Ecke etwas zu entdecken. Eine Eigenschaft von Städten, die ich sehr schätze. Mir ist aufgefallen, dass besonders die Sonnenuntergänge hier ausgesprochen farbenfroh und intensiv sind, und die Stadt noch einmal in eine ganz andere Stimmung tauchen. Also wenn du in Paris unterwegs sein solltest, unbedingt die goldene Stunde für Fotos oder einfach zum Träumen und Staunen nutzen!

Sonnenuntergang Seine

Sonnenuntergang über den Dächern von Paris

Es gibt Flüsse und es gibt Flüsse

Ich habe als gebürtiger Kölner eine tiefe Verbundenheit mit Flüssen und könnte mir nie vorstellen, eine Stadt ohne ausreichend Wasser, ob Meer oder Fluss, attraktiv zu finden. Die Seine in Paris ist – wie in nahezu jeder anderen Stadt mit Fluss auch – die Lebensader der Stadt. Sie ist gesprenkelt mit Grünanlagen, Cafés und vor allem jeder Menge Menschen. Besonders schön im Vergleich zu vielen anderen Flüssen: Die Seine hat in Paris eine außergewöhnlich grünliche Farbe. Was erst einmal ungewöhnlich klingt, sieht viel schöner aus, als die dann farblich doch eher tristen Rheins, Sprees und Elbes hierzulande. Man hat das Gefühl, das junge Paris trifft sich abends hier um den Tag ausklingen zu lassen.

Seine

Idyll an der Seine

Wir entscheiden uns an diesem Abend für die Lichterfahrt auf der Seine. In der Abenddämmerung führt uns hier eine einstündige Schifffahrt noch einmal an einem dutzend Pariser Sehenswürdigkeiten vorbei. Diesmal in einer ganz anderen Stimmung und aus einer einzigartigen Perspektive: Klare Empfehlung! Die Fahrt gibt’s für etwa 14 Euro jeden Abend, reservieren empfehle ich auch hier, die Tickets kommen per PDF und QR-Code direkt auf dein Handy und die Fahrt ist es mehr als wert!

Eiffelturm bei Nacht

Der Eiffelturm bei Nacht von der Seine aus fotografiert

Überall an den Ufern der Seine sind mysteriöse grüne und vor allem verschlossene Kästen platziert. Man fragt sich als Tourist zurecht: Was zur Hölle ist das? Nun, nachmittags ist man schlauer: Die Kästen werden aufgeklappt und mutieren mir nichts dir nichts zum gigantischen Bücherflohmarkt. Ich bin von Natur aus ein Papierverweigerer aber für den stöbernden Bücherliebhaber und Flohmarktschlenderer ist das eine der charmantesten Möglichkeiten, einen sonnigen Pariser Sommertag im Halbschatten zu verbringen!

Der Triumphbogen und wie du gratis drauf kommst

Eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten von Paris ist der Arc de Triomphe de l’Étoile (Triumphbogen) im Nordwesten der Stadt. Es ist ein gigantischer Torbogen inmitten eines noch gigantischeren Kreisverkehrs. Es dient in erster Linie dem Gedenken an den im ersten Weltkrieg gefallenen französischen Soldaten, kann aber über einen unterirdischen Zugang besichtigt und bestiegen werden. Was auf den Fotos nicht allzu hoch aussieht, täuscht: Die auf knapp 50 Metern Höhe gelegene Aussichtsplattform liefert uns einen wirklich atemberaubenden Blick über die ganze Stadt. Da gefühlt sämtliche Verkehrsadern von Paris auf den Bogen zu- oder von ihm weglaufen, fühlt man sich auf dem Bogen wirklich zentral und genießt einen umwerfenden 360-Grad-Blick über ganz Paris.

Triumphbogen Paris

Der Blick vom Triumphbogen: Atemberaubend…

Der Eintritt auf den Bogen kostet derzeit 8,- Euro für Erwachsene und 5,- Euro für Studenten und er ist es wert! Du kannst ihn dir aber eventuell sparen: Am Triumphbogen, wie auch an vielen anderen Sehenswürdigkeiten wie z.B. dem Louvre bekommst du als Bürger der Europäischen Union unter 26 Jahren komplett kostenfreien Eintritt. So oft du möchtest und jederzeit zu den Öffnungszeiten! Einfach nur den Personalausweis vorzeigen, schon gibts ein Ticket für dich! Das ist eine absolut tolle Sache und sollte meiner Meinung nach an viel mehr Orten in Europa Schule machen.

Es gäbe noch so viel mehr zu erzählen und zu berichten, als in diesem Artikel Platz gefunden hat. Paris ist eine von den Städten, für die auch zwei Wochen Zeit nicht reichen würden. Unter vier Tage solltest du deine Reise an die Seine aber keinesfalls antreten, das wäre der Stadt nicht würdig, hier gibt es einfach zu viel zu entdecken! Aber so viel ist nach den sommerlichen Tagen in dieser schönen Stadt hängen geblieben: Paris erfüllt alle Erwartungen, die ich im Vorfeld an die Stadt hatte. Positive wie negative. Und ja: Es gibt traumhafte Baguettes, hinreißende Frauen, Accordionspieler, niedliche Cafès und extravagante Kunst- und Kuriositätenmärkte. Paris ist ein unglaublich wuseliger und lebendiger Ort, an dem man sich aber auch zurückziehen und die Stadt vergessen kann. Es ist groß aber in vielen Dingen auch sehr klein. Es hat etwas von einer Weltstadt und ist plötzlich so komplett weltentfremdet. Schwer zu beschreiben, besser zu entdecken. Auf gehts!

Eiffelturm in Paris bei Nacht

Paris bei Nacht

Für Abenteurer. Für Träumer. Für dich!

Schreibe einen Kommentar

Mach uns glücklich!

Wir würden dir gerne mehr von unseren Reisen und allem, was dazu gehört, erzählen. Dazu versenden wir einmal im Monat einen Newsletter. Wir würden uns sehr freuen, ihn auch dir zusenden zu dürfen. Wie siehts aus?

Wir lieben Reisen…

…aber wir lieben auch neue Technologie. Und dein Browser ist leider alt. Zu alt für unsere Seite.
Bitte führe eine Aktualisierung durch oder erwäge einen Browserwechsel.