BangkokMathias Krumbholz (CC BY-SA 3.0 Lizenz via Wikimedia Commons)

Bangkok: Die Stadt, die niemals schläft

Drei turbulente Tage in der Hauptstadt Thailands

Wow wo anfangen? Wie Bangkok beschreiben? Es fällt schwer, denn auf den ersten Blick ist Bangkok viel. Es ist unfassbar chaotisch aber dennoch verläuft irgendwie alles in Bahnen. Es ist wahnsinnig laut aber dennoch findet man die leisen Ecken, wenn man sie finden möchte. Es ist tierisch dreckig aber wenn man genau hinsieht, findet man doch irgendwie kaum Müll. Es stinkt zum Himmel und riecht doch an vielen Ecken gut oder zumindest interessant.

Es ist voller Touristen und im nächsten Moment plötzlich so ganz ohne. Und es ist schwül! Unfassbar schwül. Und nein, dazu gibt es keinen Gegensatz, das bleibt so. Der erste Geruch, der uns nach der Landung in die Nase stiegt, kam dem von einem heimischen Gewächshaus gleich. Die Luft riecht irgendwie nach Regen, nach nasser Erde, aber dort ist weder Regen noch Erde. Doch zurück zum Anfang: Mit 22 bzw. 14 Kilo Gepäck auf dem Rücken und aus dem vollklimatisiertem Flugzeug kommend, dauert es nicht lange, bis wir bis auf die Unterwäsche durchgeschwitzt sind.

Mit dem Skytrain geht es vom Suvarnabhumi Airport Bangkok mit einmal Umsteigen zu unserem Hotel, das wir erst nach mehrmaligem Verlaufen finden. Die Wahl fiel im Vorfeld auf das Rembrandt Hotel. Ich glaube jeder kann sich vorstellen, wie gut die anschließende (natürlich kalte) Dusche getan hat. Schnell noch das WLAN auf dem Zimmer als kostenlos in Erfahrung gebracht, sich bei den Liebsten gemeldet und dann ab ins komfortable Hotelbett. Nach 36 Stunden auf den Beinen ist das auch bitter nötig und so schlummern wir ganze 13 Stunden am Stück bis zum nächsten Tag um 14 Uhr.

Der erste Tag in Bangkok

Für Bangkok haben wir beide nichts geplant, keine Vorstellungen und keine Wünsche. Bangkok ist für uns obligatorisches Ziel, liegt hier schließlich der Airport. Und so erfüllt Bangkok keine Erwartungen, enttäuscht aber auch keine. Eine absolute Reizüberflutung für den Anfang ist es dennoch. Uns beide zieht es mehr aufs Land, mehr in die Natur und mehr in Richtung Ruhe und Idylle. Das aber ist Bangkok alles so gar nicht. Und so nutzen wir ausgiebig das vollklimatisierte Hotelzimmer im Hoteldistrikt Sukhumvit und verbringen einen Großteil der Zeit aktuell noch immer mit schlafen. Auch wenn wir beide keinen Jetlag oder Ähnliches haben, so viele Eindrücke und das neue Klima schlauchen uns noch ziemlich. Ich kann wirklich jedem Thailandreisenden nur empfehlen, sich in den ersten Tagen ein Hotel zu nehmen, das war die bisher beste Entscheidung!

Nach 13 Stunden Schlaf und einer erneuten Dusche (da trotz Klimaanlage wieder durchgeschwitzt) betreten wir also Bangkok nicht als Reisende, sondern als Angekommene. Wir entdecken nach wenigen hundert Metern laufen das Restaurant „Cabbages & Condoms“. Warum das so heißt und was so besonders daran ist, erklärt Amelie hier vortrefflich:

Dort niedergelassen gibt es für Amelie eine exotische Suppe mit Reis und für mich ein Teiggebäck gefüllt mit Nudeln und Gewürzen, die ich noch nie in meinem Leben gegessen habe. Es ist sehr lecker aber dennoch ist da irgendwie ein Gewürz dabei, das ich nicht haben muss. Auch in den nächsten Mahlzeiten wird immer wieder dieses eine Gewürz sein, an das ich mich bisher noch nicht gewöhnen kann.

Hinterhof des Cabbages & Condoms

Der Hinterhof des Cabbages & Condoms

Der Typ da neben uns ist übrigens Captain Condom, das Maskottchen des Restaurants. Wer genau hinschaut, sieht, dass er komplett aus Kondomen besteht. Legt man ihm den Arm um die Schultern, klebt er wie verrückt. Ich hoffe doch, das ist die Beschichtung…

Ziellos mit einer Menge Glück

Wieder im Hotel angekommen, wollen wir „in die Stadt“. Muss es doch irgendwie geben, so ein Zentrum, eine Promenade, einen zentralen Platz. Fehlanzeige. Und so lassen wir uns mit einem Taxi an das Zentralste fahren, das uns einfällt: Den Grand Palace. Fahren ist übertrieben, ich würde sagen „rollen“, denn schneller kommt das Taxi in dem Verkehr auch nicht voran und so brauchen wir für knapp fünf Kilometer eine gute halbe Stunde im Stop & Go von Bangkok. Mal wieder schockgefrostet durch die Klimaanlage sind wir dankbar, als wir am Grand Palace herausgelassen werden. Und nun? Große Tempel hinter leider noch größeren Mauern und Militärpolizei davor. Macht nix, denn ein freundlicher Thai kommt sofort auf uns zu und schildert uns hilfsbereit, dass es hier für „Farang“ (Ausländer, Europäer) ein gefährliches Plätzchen sei, er würde uns gerne zum Big Bhudda schicken und danach auf den Nachtmarkt. Wunderbar, dort wollten wir eh hin! Ein TukTuk (dreirädriges überdachtes Mofa) steht auch schon bereit und so gehts für umgerechnet knapp einen Euro quer durch Bangkok.

Bahnhof Bangkok

Sowieso muss ich hier kurz mal eine (vorläufige) Lobeshymne auf die Thais abgeben: Hier sind mir an einem Tag mehr freundliche Menschen begegnet, als in Berlin in einem Monat! Sie lächeln dich an, klopfen dir auf die Schulter, haben einen Spruch oder eine Geste auf Lager, helfen dir wenn du fragend durch die Gegend guckst, bieten dir etwas zum Müll abgeben an, wenn du welchen in der Hand hast (in Bangkok gibts irgendwie keine öffentlichen Mülleimer) und sind stets hilfsbereit und freundlich. Bisher sind wir von der Mentalität sehr angetan! Lebensmotto der Thai ist übrigens: „Macht nichts!“. Das merkt man!

Am Tempel im TukTuk auf den Fahrer wartend (er war auf Toilette), setzt sich sofort ein etwas älterer Thai zu uns. Er sei Direktor der Schule neben der wir gerade halten und warte auf seine Frau, die Kinder haben seit heute Schulferien. Morgen ginge es für ihn in den Süden Thailands. Perfekt, da wollen auch wir hin! Das sagen wir ihm und prompt bekommen wir eine nicht enden wollende Flut von Ratschlägen um die Ohren gehauen. Dass der Mann Lehrer ist, merk man. Sein Englisch ist derart schnell, dass wir nach dem Gespräch erst einmal rekapitulieren müssen. Einer seiner vielen Tips ist ein Reisebüro, welches sehr günstig und gut Reisen in den Süden offeriert, direkt neben unserm nächsten Ziel, dem Nachtmarkt. Perfekt! Wir fahren also mit unserem Tuktuk-Fahrer direkt dort hin, er wartet auch hier geduldig. Knapp eine Stunde später haben wir 3,5 Wochen Südthailand inklusive Nachtzüge, Insel- und Bustransfers, Unterkunft und internationalem Tauchschein auf Ko Tao für knapp 600,- Euro pro Person eingesackt. Über ein Drittel davon geht für den Tauchschein drauf. Dafür, dass in Südthailand gerade Hochsaison ist und kaum noch Plätze verfügbar sind, ist das ein Hammerpreis! Nok’s Freund (unsere Reiseberaterin) arbeitet bei der Thailändischen Bahn und obwohl sämtliche Züge in den Süden auf Wochen ausgebucht sind, kann er uns noch Tickets besorgen. Glück und Vitamin B!

Nach der Buchung ging es für uns weiter auf den Nachtmarkt von Bangkok. Ein schier unendliches Gewusel von Touristen, Verkäufern, Einheimischen und Fremdenführern. Ramsch über Ramsch über Ramsch. Und mindestens genauso viel zu Essen! Bei einem Durchschnittspreis von etwa 0,80,- für eine Mahlzeit kann man sich quasi durch die gesamte Palette durchfuttern. Wir haben es aber relativ schnell gelassen, da uns das Garküchen-Essen nicht zusagt. Mancher kann es mögen, wir nicht. Irgendein Gewürz (wie eingangs erwähnt) vermasselt uns ein wenig den Geschmack und es scheint im Thai-Essen hier allgegenwärtig zu sein. Vielleicht sollten wir mutig sein und endlich mal „spicy“ bestellen, das würde dieses Gewürz vielleicht überlagern.

Auch sind uns an diesem Abend einige sehr interessante Erlebnisse widerfahren, von denen ich gerne hier erzählen würde. Die sind jedoch alles andere als jugendfrei und da ich hier gerne meine Reputation wahren würde, gibts die Geschichten dann privat unter vier Augen bei einem Bier eurer Wahl ;-) Bangkok halt…

Wir werden jetzt noch ein paar Runden im Pool über der Stadt nehmen und dann gehts ab ins Bett! Unsere ersten Tage hier neigen sich dem Ende und morgen Abend bereits geht es weiter mit dem Nachtzug nach Ko Tao. 60 Betten in einem Abteil. Ausgebucht. Wir werden es erleben.

Pool über den Dächern von Bangkok

Unser Pool über Bangkok

Für Abenteurer. Für Träumer. Für dich!

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