Die fünf Highlights des Vatikan

So klein und so unermesslich reich: Ein Tag hinter den Mauern der Kirche

Erstaunlich, wie schlicht und simpel doch der Eingang zu den vatikanischen Museen gestaltet ist. Kaum mehr als ein für römische Verhältnisse schlichtes Tor in einer unglaublich hohen Mauer mit ein paar wenigen Souvenirverkäufern davor weisen darauf hin, dass hinter diesen Steinen unermesslicher Reichtum und faszinierende Ästhetik warten. Der Eintritt schlägt mit 16,50 Euro zu Buche, in den Sommermonaten wird das Doppelte verlangt. Neben diesem gibt es noch diverse andere Gründe, weshalb eine Rom-Reise im Winter lohnt. Der Vatikan strotzt auf engstem Raum mit derart viel Sehenswertem, dass sich sofort ein Gefühl der Überforderung einschleicht, sobald man durch die flughafenähnliche Sicherheitskontrolle durchgeschlüpft ist. Eine kleine Hilfe – die meiner Meinung nach fünf größten Impressionen – möchte ich dir hier an die Hand geben.

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Der Eingang zum Vatikan

1. Die prachtvolle Architektur

Der wahrscheinlich offensichtlichste Tipp. Denn man kommt einfach nicht drumherum, die vatikanische Architektur zu bestaunen. Gefühlt jeder Quadratmillimeter des Zwergstaates ist verziert, verschnörkelt, graviert und mit Gold oder Wandmalereien überzogen. Wahrscheinlich würde mir ein Backstein aus der Wand als Finanzierung für eine kommende Weltreise ausreichen, so prunkvoll sind Wände, Decken und Böden gestaltet. Neben dem ganzen Gold, Silber und den Edelsteinen ist dann gerade so noch Platz für eine Hand voll mehr oder weniger bekannter Künstler wie Michelangelo, DaVinci oder Raphael. Nein, Sarkasmus bei Seite: Auch neben den eigentlichen Exponaten lohnt ein ausschweifender Blick auf viele kleine und liebevolle Details. Gerade abseits der ausgetrampelten Touristenpfade findet man so das ein oder andere Kleinod.

Die sixtinische Kapelle

Die sixtinische Kapelle

2. Die vatikanischen Gärten

Da verfügt der Vatikan über gerade einmal 44 Hektar engsten Raum mitten in Rom und begrünt prompt über die Hälfte dieser Fläche mit allerlei nur erdenklicher Flora. Das Bedürfnis, ein höfisches Leben zu führen, haftete auch den Päpsten der letzten Jahrhunderte an und zu einem höfischen Leben gehört nunmal auch ein prächtiger und beeindruckender Garten. Weite Rasenflächen wechseln sich hier mit Kiefern Eichen, Pinien, Palmen und Zedern ab. Mal hügelig, mal flach. Mal verwinkelt, mal weitläufig. Nach einigen aufmerksamen Stunden im Vatikan stellt sich eine gewisse Reizüberflutung ein und so bieten die vatikanischen Gärten eine mehr als willkommene Abwechslung zu den goldbehangenen und protzigen aber nicht minder beeindruckenden Innenfassaden und Exponaten der Kirche im Inneren der Gebäude.

3. Der Fuhrpark des Papstes

Ein wenig versteckt im Außenbereich der vatikanischen Museen liegt der Eingang zum päpstlichen Fuhrpark. Unter der Erde gelegen verirrten sich bei unserem Besuch nur wenige einsame Touristen hier her und so hatten wir diesen sehr spannenden Raum ganz für uns alleine. In chronologischer Reihenfolge sind hier sämtliche päpstlichen Vehikel der vergangenen Jahrhunderte ausgestellt. Neben den Fahrzeugen klären Bildschirme mit Dokumentationsmaterial über die jeweiligen Gefährte auf. Es geht los mit einer überbordend goldenen Pferdekutsche über charmante Oldtimer der frühen 1920er Jahre bis hin zu den geschützten Papamobilen wir wir sie heute kennen. Nicht nur für Autofans ein Muss, denn hinter jedem der sündhaft teuren Fahrzeuge steckt ein großes Stück Geschichte.

4. Die Kunst des Vatikan

Michelangelo, DaVinci oder Raphael. Bernini, van Gogh Dalí oder Picasso. Die Liste der weltberühmten Künstler, deren Werke im Vatikan zur Schau gestellt werden, liest sich wie das Stelldichein der Geschichtsschreibung. Die päpstliche Sammlung umfasst über 800 Werke von etwa 250 Künstlern aus aller Welt und zählt ohne Frage zu den Beeindruckendsten unserer Zeit. Selbst bekennenden Kunstbanausen, wie ich es einer bin, verschlägt es nicht selten den Atem, wenn der Blick auf einem der Meisterwerke zur Ruhe kommt. Zu wissen, wie viel Geschichte und auch wie viel Vermögen hinter diesen Skulpturen, Gemälden und Wandmalereien steckt, ist schwer beeindruckend. Bei der unüberschaubaren Auswahl der vielen Ausstellungsräume sollte man sich aber auf seine eigenen Präferenzen beschränken, denn sonst droht man schnell, in den lichtundurchlässigen Räumen sämtliches Zeitgefühl zu verlieren.

5. Der Petersdom

Das Beste hebe ich mir stets zum Schluss auf, weiß der geneigte Blog-Leser. Für „das Beste“ gilt es allerdings auf dem Petersplatz erst einmal munter wartend durchtzuhalten. Die Warteschlange ist mehrere hundert Meter lang und wieder verursacht durch flughafenähnliche Sicherheitskontrollen. Der Zugang zum Petersdom liegt übrigens der Öffentlichkeit frei Zugänglich, so kann der Dom kostenlos besichtigt werden. Mit mehreren Stunden Wartezeit darf hier aber schon einmal gerechnet werden. Ich bin nun schon sehr weit herumgekommen in der Welt. Kein Bauwerk aber hat mich nach dem Betreten von Innen dermaßen beeindruckt, wie der Petersdom. Keines! Mit Worten nicht zu beschreiben und mit Bildern nicht einzufangen ist es ein Monument menschlicher Meisterleistung. Ich bin gebürtiger Kölner und große Kirchen nun wahrlich gewohnt. So sehr ich den dortigen Dom auch liebe, gegen den die Petersbasilika ist er eine bessere Dorfkapelle. Der Petersdom ist groß wie eine Arena, hoch wie eine Kathedrale und so unendlich prachtvoll, wie es wahrscheinlich nur genau hier im Zentrum Roms möglich wäre. Eine Kirche, die über zwanzigtausend Menschen fassen kann, fünfzehntausend Quadratmeter Grundfläche besitzt und knapp 1700 Jahre alt ist. Malereien, Mosaike, Fresken, Statuen groß wie Häuser, unzählige Gräber, Gruften und Schreine. So überbordend mit Gold und Edelsteinen ummantelt und verziert, dass man meinen müsste, alles Wertvolle der Welt läge hier. Definitiv ein unvergessliches Erlebnis, das mir noch sehr sehr lange in Erinnerung bleiben wird.

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Die Schlange vor dem Petersdom

Für Abenteurer. Für Träumer. Für dich!

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