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If you’re going to San Francisco

Unser erstes Weltreiseziel steht schon seit Urzeiten auf unserer Wunschliste: San Francisco!

Da beginnt sie also, unsere Weltreise. Nach zehn Stunden Flug aus dem wundervollen Kopenhagen kommend, landen wir erschöpft und ohne dass wir Schlaf finden konnten in San Francisco. Eine Stunde zu früh setzt der Dreamliner von Norwegian in Kalifornien auf und so beginnt unser Abenteuer damit, dass wir eine Stunde im Flugzeug auf der brütend heißen Landebahn verbringen dürfen, ehe ein Platz für unser Flugzeug frei wird. Auch die Immigration ist alles andere als schnell erledigt und nach geschlagenen vier Stunden macht es endlich „klack“, als ein mürrisch gelaunter und vollkommen humorloser Beamter uns die Stempel in die Pässe hämmert: „Willkommen in den Vereinigten Staaten von Amerika!“

Es beginnt trüb: Unsere erste Fahrt in den USA

Zugegeben: An den Staaten hat mich nie wirklich viel gereizt. Warum, kann ich nicht mal sagen. Kalifornien allerdings bildet aus vielerlei Gründen eine gewaltige Ausnahme: Progressiv, grün, offen, weltgewandt, sonnig, voller Strände und Technik. Das ist voll nach meinem Geschmack! Insbesondere San Francisco steht seit Urzeiten auf meiner Wunschliste und es macht mich unglaublich froh, dass ich mir gleich mit unserer ersten Destination einen Kindheitstraum erfüllen kann.

Kann den Fahrplan nicht lesen und verpasst die Fähre: Cosi

Unseren ersten Schritt in San Francisco setzen wir im touristischen Zentrum Fisherman’s Wharf. Das ehemalige Fischerviertel im Norden der Stadt ist gesprenkelt mit Fischrestaurants, unzähligen kleineren Geschäften. Und Seelöwen. Ja genau, frei lebende Seelöwen. Straßenmusikanten füllen die Luft mit sommerlicher Musik, eine leichte Brise weht über die Straße. Was auf den ersten Blick vielleicht wie jedes x-beliebige Touristenzentrum (ja, auch mit den üblichen Madame Tussauds und ’nem Dungeon) aussieht, ist erstaunlich charmant und gar nicht mal überfüllt.

Man wird weder dumm von der Seite angeguckt noch werden mir drölfzig Selfie-Sticks oder andere schwer sinnvolle Dinge in die Hand gedrückt. Hier kann man perfekt flanieren und das Wetter genießen. Das ist in San Francisco im Übrigen nicht unbedingt immer gut. Die Stadt liegt in einer Senke und ist von drei Seiten vom Meer umgeben. Da sind Wolken vorprogrammiert. Wir haben (halbwegs) Glück, denn die Sonne kommt am späten Nachmittag endlich hervor. Fisherman’s Wharf ist ein idealer Ausgangspunkt für alles, was man so als Tourist in der Stadt machen möchte: Hier starten die berühmten Cablecars, hier geht es zur Gefängnisinsel Alcatraz oder auch direkt zu den vollgestopften Straßen von Chinatown. Wir haben zwei volle Tage in San Francisco und entscheiden uns daher für den Hop-On Hop-Off Bus.

Hop-On Hop-Off: In San Francisco nicht die beste Wahl

Das Prinzip ist simpel: Busse fahren auf zuvor festgelegten Routen (in San Francisco sind es vier Routen) in einem festgelegten Takt alle Sehenswürdigkeiten ab. Dabei kann man jederzeit aus- und wieder einsteigen, wenn man sich etwas genauer angucken möchte. Audiokommentare in mehreren Sprachen erzählen bei der Fahrt im offenen Doppeldeckerbus alles Wissenswerte zu den Hotspots, an denen man vorbeifährt. Das habe ich in Hongkong und mit Cosi in Barcelona bereits gemacht und großen Gefallen an dem Prinzip gefunden. Nicht jedoch in San Francisco. Bis zu eine Stunde muss man auf den nächsten Bus warten, wenn man einmal ausgestiegen ist. Was macht man? Nicht aussteigen… So macht das Prinzip keinen Spaß und wenig Sinn. Am Ende ist es für uns leider nichts anderes als ein 55,- Dollar teures Zweitagesbusticket… Besser wäre es gewesen, uns ein Fahrrad für 35,- Dollar pro Tag zu mieten und die Stadt trotz ihrer extrem steilen Straßen auf dem Drahtesel zu erkunden. Das hatte man uns auch empfohlen aber wir glaubten, es besser zu wissen. Dennoch ist und bleibt das Erkunden mit einem Hop-On Hop-Off Bus eine der bequemsten Möglichkeiten um eine große Stadt zu erkunden.

Das etwas überflüssige Hop-On Hop-Off soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass San Francisco eine verdammt hübsche Stadt ist! Es ist für mich die erste US-amerikanische Großstadt, in die ich einen Fuß setze und auch wenn ich vermute, dass sie ich von anderen Großstädten in diesem Land durchaus unterscheidet, merken wir schnell eine große Offenheit, Internationalität und Freundlichkeit. Irgendwie wirkt San Francisco sehr europäisch auf uns. Und das nicht etwa, weil auch hier mal wieder eine Unmenge von deutschen Touristen ihr Unwesen treibt, sondern weil Einwohner, Architektur, Gerüche und Fassaden einfach irgendwie an Bekanntes erinnern. Als hätte man den Berliner Prenzlauer Berg mit dem Pariser Montmatre zusammengeworfen und in die Sonne ans Meer verfrachtet. Verlockend!

San Francisco oder doch Hamburg-Blankenese?

Auch San Francisco hat eine Chinatown

Chinatown in San Francisco ist das, was Chinatown vermutlich überall ist: Voller asiatischer Lokale, Restaurants, Im- und Exports und natürlich Krimskramsläden. Aaaber hallo. Interessanterweise kaufen hier hauptsächlich asiatische Touristen asiatisches Zeugs (vermutlich in Asien hergestellt), um es dann per Luftfracht nach Asien zu schicken. Muss man nicht verstehen. Das Gewusel in den Gassen ist ansteckend und so lassen wir uns unter Lampions durch die steilen Gassen von Chinatown treiben.

Chinatown in San Francisco

Beim Flanieren durch das Viertel Russian Hill steigt uns ein geliebter Geruch in die Nase: Knoblauch! Wir lieben Knoblauch und als ich dann auch noch Knoblauchkondome im Schaufenster entdecke, kann ich meine Neugierde nicht mehr halten und so landen wir im The Stinking Rose, einem Knoblauchrestaurant. Die salzigen Preise lassen sich auch mit dem Geruch nicht vertreiben, Hunger haben wir gerade sowieso keinen aber bei dem Knoblaucheisbecher werde ich schwach. Wer kann schon behaupten, mal Knoblaucheis gegessen zu haben? Happige zehn Dollar und eine Mörderfahne später ist es vollbracht: Süßer und leckerer als ich dachte aber auf alle Fälle ungewöhnlich. Cosi wird sich auch am Folgetag noch über meine Ausdünstungen beschweren.

Knoblaucheis: Ein skeptischer Blick ist angebracht.

Ein Muss: Die Golden Gate Bridge

Kein Besuch in San Francisco ohne die Golden Gate Bridge. Das ist wie Paris und der Eifelturm: Ja irgendwie macht es ja jeder aber ohne geht halt auch nicht. Und holy moly ist die Brücke beeindruckend: Fast drei Kilometer lang und 227 Meter hoch verbindet sie das auf einer Halbinsel liegende San Francisco mit dem Umland. Sie ist so hoch und die Wolken an diesem Tag so tief, dass ihre Spitzen schon gar nicht mehr zu sehen sind. Beeindruckend!

Die Kalorien vom Knoblaucheis wollen verbrannt werden und so lassen wir uns zwar mit dem Bus zur und über die Golden Gate Brücke fahren, laufen dann aber die knapp zwei Stunden bis zum Fähranleger zurück. Direkt an der Brücke gelegen erstreckt sich der ehemalige Flugplatz Crissy Field. Früher eine Militärbasis ist es heute ein Erholungsgebiet direkt in der Stadt und am Wasser. Läuft man hier lang, schlendert man durch seichte Dünen, staubige Pfade, grüne Wiesen und seichte Strände. Kitesurfer nutzen hier nach Feierabend die mehr als steife Brise und peitschen durch die Wellen. Alles vor der beeindruckenden Kulisse der Brücke. Hier kann man glatt vergessen, dass man sich inmitten einer Weltstadt befindet.

Wie so oft sind auch diesmal zwei Tage viel zu wenig für eine wirklich schöne Stadt. Und zu denen zähle ich San Francisco allemal! Das Wetter ist, untypisch für Kalifornien, recht wechselhaft kühl und das kann mit dem peitschenden Wind durchaus schon mal sehr frisch werden. Für unsere Weltreise ist es eine perfekte erste Stadt, hat sie doch mit unserem Hamburg so viel gemeinsam, inklusive Nieselmistwetter. Ein Kulturschock ist San Francisco wahrlich nicht, zu ähnlich, zu europäisch ist es, um wirklich anderes zu sein. Aber genau so hatten wir uns das für den Beginn vorgestellt, wir wollen es ja langsam angehen lassen…

San Francisco wie wir es verlassen haben: Unter einer Wolkendecke

Für Abenteurer. Für Träumer. Für dich!

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