Ein Tag im Silicon Valley

Wir besuchen einen Nachmittag lang das heimliche Machtzentrum der Welt

Karte
Kosten
45ÔéČInklusive Fr├╝hst├╝ck
15ÔéČMietwagen
5ÔéČNur Abendessen
Die angegebenen Kosten beziehen sich auf den Preis pro Person,
es ist eine ├ťbernachtung enthalten.
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Schon im Vorfeld hat man uns gesagt: Silicon Valley? Das ist nicht spektakul├Ąr, da werdet ihr nichts verpassen. Na das kann vielleicht sein, aber wer mich kennt, der wei├č, wie ich meine Br├Âtchen verdiene: Mit Programmieren. Was also f├╝r den Moslem die Hadsch, f├╝r den Juden die Klagemauer, ist f├╝r den Nerd nun mal eben das Silicon Valley: Einmal im Leben sollte man da gewesen sein. So nah am Pulsschlag der Welt zu sein und nicht einmal einen kleinen Blick hineingeworfen haben? Nein, das w├╝rde ich mir niemals verzeihen k├Ânnen! Was Apple, Google, Facebook, Tesla und Konsorten von diesem Fleckchen Erde aus erreicht haben, ist in der Geschichte unerreicht und pr├Ągt unser aller Leben t├Ąglich. F├╝r mich das eigentliche Machtzentrum der Welt.

Raus aus der Senke, rein in die Sonne

Nach unseren drei ersten Tagen in San Francisco haben wir uns am Flughafen einen Mietwagen geschnappt. F├╝r 420,00 USD (ca. 378,38 Euro) wird uns der ger├Ąumige Nissan Sentra in den kommenden siebzehn Tagen durch Kalifornien kutschieren. Nach nur wenigen Minuten, die wir brauchen, um aus der Senke von San Francisco hinauszufahren, verbessert sich das Wetter merklich und das Thermometer klettert fluchs ├╝ber die Drei├čig-Grad-Marke. Jetzt verstehen auch wir endlich, warum man Kalifornien den Sunshine State nennt. Bisher hatten wir davon n├Ąmlich nicht allzu viel mitbekommen.

Silicon Valley Autofahrt
Auf dem Weg ins Valley

Nach etwa einer Stunde Fahrt erreichen wir das Silicon Valley. Zuallererst einmal ist es kein wirklich sichtbares Valley (engl. Tal) im eigentlichen Sinne, sondern eher eine dann doch ziemlich ebene Fl├Ąche von aneinandergereihten St├Ądten: Cupertino, Mountain View, Palo Alto, Sunnyvale, Sacramento und wie sie alle hei├čen gehen quasi flie├čend ineinander ├╝ber und machen das Valley zu einer Metropolregion. Mir als NRWler kommt das nat├╝rlich mehr als bekannt vor, zeigt aber auch, dass es verdammt sportlich ist, das Valley an einem Tag abzugrasen. Und weil wir eben nur begrenzt Zeit haben, beschr├Ąnken wir uns auf Cupertino (Apple) und Mountain View (Google). Facebook und Tesla in Palo Alto sind uns f├╝r diesen Tag zu weit weg und sind leider nur schwer vereinbar mit unserer Route.

Erster Stop: Apple

Unser erster Stop ist Apple in Cupertino. F├╝r uns beide als Apple-Intensivnutzer nat├╝rlich ein absolutes Muss. Gleich vorweg: Den brandneuen Apple Park, der gerade auch in den Medien in aller Munde ist, konnten wir leider nicht besuchen, er ist schlichtweg noch nicht er├Âffnet. Auch ein guter Fotospot lie├č sich leider nicht finden, wir haben sogar bei den Bauarbeitern nachgefragt. Nur so viel: Das Ding ist gigantisch und selbst aus ca. 50 Metern Entfernung (n├Ąher kamen wir nicht ran) extrem beeindruckend. Eine Armada von G├Ąrtnern hat bei unserer Vorbeifahrt unendlich viele Pflanzen und B├Ąume rund um Apples neuen Firmensitz eingepflanzt. Unser Weg f├╝hrte uns also in der Konsequenz zu Apples aktuellem Firmensitz, dem Infinite Loop.

Apple Infinite Loop Silicon Valley
Der Noch-Firmensitz von Apple

Den kennt der ein oder andere vielleicht aus irgendwelchen TV-Dokus, sonderlich spektakul├Ąr ist er allerdings nicht. Bei Betreten hat uns die Apple-Security freundlich aus dem Geb├Ąude hinauschauffiert, der Eintritt sei nur f├╝r Mitarbeiter gestattet. Man hat uns dann an den nebenanliegenden AppleStore verwiesen. Na den haben wir dann auch gleich einmal besucht. In allererster Linie ist er verdammt klein, ├╝berlaufen und leider auch ziemlich unspektakul├Ąr. Selbst die Stores in Deutschland sind um einiges gr├Â├čer als derjenige im aktuellen Firmensitz. Ein bisschen nerdig wurde es dann aber doch noch, denn der Store verkauft als einziger AppleStore auf der Welt Merchandise-Artikel mit dem Apfel drauf. Die Auswahl ist auch hier eher beschr├Ąnkt:

  • Apple T-Shirts: 35,00 USD (ca. 31,53 Euro)
  • Apple Tassen: 19,00 USD (ca. 17,12 Euro)
  • Apple Thermoskannen: 35,00 USD (ca. 31,53 Euro)
  • Apple Notizb├╝cher: 15,00 USD (ca. 13,51 Euro)
  • Apple Kugelschreiber: 35,00 USD (ca. 31,53 Euro)
Apple Merchandise
Apple Merchandise

Die Kugelschreiber sind stylisch und extrem hochwertig, ich kann nicht widerstehen und nehme mir einen mit. Cosi ist von den Tassen angetan und greift ebenfalls zu. Steuern sind in US-amerikanische Preisen ├╝brigens nie mit inbegriffen und so verlassen wir den Store mit einer 65,00 USD (ca. 58,56 Euro) Rechnung f├╝r einen Stift und eine TasseÔÇŽ Das muss Markenliebe sein.

Bevor es f├╝r uns weitergeht, nehmen wir noch eine ganz besondere Adresse mit: 2066 Crist Drive. Die Nerds unter euch werden vermutlich wissen, was an diesem kleinen und extrem unscheinbaren H├Ąuschen so besonders ist: Hier, in dieser Garage hat Steve Jobs zusammen mit seinem Kumpel Steve Wozniak vor knapp 40 Jahren den ersten Mac zusammengebaut. Hier entstand Apple. Vor allem aber ging von dieser unscheinbaren Garage eine Revolution aus, die unsere Welt so vernetzt und damit zusammengebracht hat, wie sie heute ist. Gef├╝hlt ist sie durch die Entwicklungen, die hier ihren Anfang nahmen, verdammt klein geworden. Wer jetzt in diesem denkw├╝rdigen Haus wohnt, kann ich nicht sagen, allerdings scheint er von Touristen ziemlich genervt zu sein, heruntergelassene Rollos und Warnschilder zeugen jedenfalls davon.

Haus Steve Jobs Silicon Valley
Hier begann alles: Das Jobs-Haus

N├Ąchster Halt: Google-Campus

Auch wenn mein Nerdherz dann doch eher f├╝r den angebissenen Apfel schl├Ągt, muss ein Besuch bei der Konkurrenz auch sein. Der weltbekannten Google Campus im benachbarten Mountain View ist unser n├Ąchstes Ziel. Nach etwa zwanzig Minuten Stop and Go (Es herrscht verdammt viel Verkehr in Cupertino und Mountain View) erreichen wir Googles Reich. Doch wo fangen wir an? An nahezu jedem Geb├Ąude in dieser Stadt prangt in irgendeiner Form das Google-Logo, ganz Mountain View scheint daraus zu bestehen. Genial: An allen Geb├Ąuden stehen frei verf├╝gbare Fahrr├Ąder in den Google-Farben herum, die jedermann benutzen kann, um zwischen den Geb├Ąuden hin- und herzufahren. Also Auto abgestellt und bei perfekten 26 Grad und wolkenlosem Himmel aufs Rad geschwungen.

Google Fahrrad Silicon Valley
Ein Google-Fahrrad f├╝r jedermann

Unser Ziel ist das Herz des Konzerns, der sogenannte Googleplex. Google gilt als einer der besten und beliebtesten Arbeitgeber der Welt und schon hier im ├Âffentlichen Bereich des gigantischen Campus merkt man das: ├ťberall stehen Liegest├╝hle herum, spielen Mitarbeiter Volleyball, kickern in der Sonne oder genehmigen sich Getr├Ąnke an einer der zahlreichen Bars. Alles ist voller B├Ąume, und hoher Gr├Ąser. Es weht ein leichter Wind und man k├Ânnte glatt denken, man sei am Strand und nicht im Herzen des m├Ąchtigsten Unternehmens der Erde gelandet. Der Google Campus gef├Ąllt uns deutlich, deutlich besser, als der Hauptsitz von Apple. Der Vergleich hinkt nat├╝rlich derzeit, da Apple in K├╝rze seinen neuen Firmensitz er├Âffnen wird.

Gleich um die Ecke findet sich dann auch der Google Merchandise Store. Auch hier gibt es exklusive Google-Artikel zu kaufen, allerdings mit deutlich mehr Auswahl als es bei Apple der Fall war. Und zu deutlich g├╝nstigeren Preisen. Google halt. Mein Entwicklerherz schl├Ągt insbesondere beim Sitzsack in Form des Google Browsers Chrome h├Âher. Leider geh├Ârt ausgerechnet dieses St├╝ck zum Interieur und ist nicht verk├Ąuflich, ich h├Ątte es mir glatt nach Hause geschickt.

Ein besonderes Highlight ist der Android Skulpturenpark gleich neben dem Store. Vielleicht hat der eine oder andere ja schon einmal dieses kleine gr├╝ne Roboterchen gesehen. Es h├Ârt auf den Namen Dr. Oid (na, wer checkt das Wortspiel?) und ist das Maskottchen von Android, dem verbreitetsten Smartphone-Betriebssystem der Welt. Alle Android-Versionen sind nach S├╝├čigkeiten benannt und folgen dem ABC. Die letzten Versionen hie├čen so beispielsweise KitKat, Lollypop, Marshmallow, Nougat und aktuell Oreo. Der Android Skulpturenpark ehrt die Versionen mit jeweils einer Statue von Dr. Oid in Aktion mit der jeweiligen S├╝├čigkeit. Eine tolle, niedliche und sehr fotogene Idee:

Die Sonne steht schon tief am Horizont und wir beschlie├čen, in unser Hotel zu fahren. Dieses verh├Ąltnism├Ą├čig g├╝nstige aber wirklich sehr gute Hotel im Silicon Valley m├Âchten wir jedem Besucher noch ans Herz legen. Der Tag unseres Besuchs im Silicon Valley neigt sich dem Ende. Meine kleine Pilgerfahrt, die ich mir so sehr gew├╝nscht hatte, ist vollbracht. Auch Cosi hat es deutlich besser gefallen, als gedacht: Gerade Googles Campus ist n├Ąmlich auch f├╝r Nicht-Nerds sehr sehenswert. Viel mehr als einen Tag braucht man im Silicon Valley aber nicht zu investieren. Wir jedenfalls liegen nun ersch├Âpft aber gl├╝cklich auf unseren Hotelbetten in unserem (Gott sei Dank) klimatisierten Zimmer, schreiben Postkarten mit einem Apple-Kugelschreiber und trinken einen frisch gebr├╝hten Kaffee aus einem Apple Becher. Die Google Frisbee wartet im Rucksack auf ihren ersten Strandeinsatz. Der kommt ganz bald!

Kommentarbereich anzeigen
  1. Peter Paul am 4. Oktober 2017 um 14:28 Uhr

    Hallo Ihr Beiden,
    ich denke es ist angebracht sich zu Duzen, schlie├člich seid Ihr in Nordamerika und ich darf euch folgen.
    Habe gespannt von eurer Ankunft und euren Erkenntnissen von San Fransico gelesen sowie die Details ├╝ber das Silicon Valley. W├Ąre da nicht dieser Pr├Ąsident, w├╝rde ich gerne euren Tipps folgen.
    Was esst Ihr so den ganzen Tag?
    Gru├č Peter Paul

    1. Antwort von Marius am 7. Oktober 2017 um 03:54 Uhr

      Hi Peter Paul,
      Das "Du" nehme ich nat├╝rlich dankend an! Ich bin sowieso f├╝r mehr "Du" in der Welt :) Wir sind vollkommen deiner Meinung, was diesen Pr├Ąsidenten angeht und das ist auch einer der Gr├╝nde, warum uns der Rest der Staaten derzeit nicht reizt. Allerdings ist Kalifornien dann doch auch der vermutlich "untrumpigste" aller Bundesstaaten, was ihn f├╝r uns ja dann schon wieder interessant macht. Eine Reise dorthin lohnt auf jeden Fall!
      Liebe Gr├╝├če,
      Marius

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