Die St├Ądte der Farben: Jodhpur, Udaipur und Jaipur

Drei St├Ądte in einer Woche: Wir besuchen die blaue, wei├če und die pinke Stadt

richie0703 (Depositphotos.com)
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Das sogenannte "Goldene Dreieck" Indiens ist der Klassiker unter den Indien-Reisenden: Die Millionenmetropole Delhi als Ausgangspunkt, das unspektakul├Ąre Agra mit dem umso majest├Ątischeren Taj Mahal und das malerischen Jaipur bilden dieses Dreieck im Norden von Indien. Doch auch abseits dieser beliebten Rundreise durch Indien gibt es einiges zu bereisen. Neben der pinken Stadt Jaipur, haben wir mit unserer GAdventures Indien Rundreise auch noch die wei├če Stadt Udaipur und die blaue Stadt Jodhpur bereist. Diese drei farbenfrohen St├Ądte m├Âchte ich dir in diesem Artikel vorstellen.

Jodhpur: Die blaue Stadt

Die mit etwa einer Million Einwohnern zweitgr├Â├čte Stadt Rajasthans liegt am Rande der trockenhei├čen Thar-W├╝ste. In der Altstadt finden sich viele blaue H├Ąuser, die der Stadt ihren Beinamen geben. Zum einen kennzeichnen die H├Ąuser die Zugeh├Ârigkeit ihrer Bewohner zur Priesterkaste, aber auch gegen M├╝cken und vor allem die Hitze der W├╝ste soll die blaue Farbe sch├╝tzen. Indien ist das Land der Forts, fast jede Stadt beherbergt ein mehr oder weniger sehenswertes Exemplar. Das Fort Meherangarh in Jodhpur allerdings ist ein absolut sehenswertes Exemplar! Es trohnt auf einem Berg ├╝ber der Stadt, wie das Forts nun mal meistens so tun.

Fort Meherangarh Jodhpur
Magisch: Das Fort Meherangarh in Jodhpur

Im Eintrittspreis ist ein mehrsprachiger (auch Deutsch) elektronischer Audioguide enthalten, der Besucher durch das Fort und seine extrem interessante Geschichte f├╝hrt. Hier kann man Stunden verbringen und sich in Ruhe mit der faszinierenden Vergangenheit Indiens vertraut machen. Das Fort ist ├╝brigens dank deutscher F├Ârderung in einem hervorragenden Zustand gehalten und es macht Spa├č, sich mit den Feinheiten indischer Kulturvergangenheit vertraut zu machen. ├ťbrigens auch f├╝r Kulturmuffel, wie ich es bin!

Eintritt Fort Meherangarh Jodhpur (2018)

  • Eintritt Touristen: 600,00 INR (ca. 7,64 Euro)
  • Eintritt Studenten: 400,00 INR (ca. 5,10 Euro)
  • Geb├╝hr je Kamera: 100,00 INR (ca. 1,27 Euro)
  • Tipp: Auch ohne Eintritt in die R├Ąume ist das Fort extrem sehenswert. Das ist kostenlos.

Eine Einzigartige Perspektive bietet sich ├╝ber die Blaue Stadt und das Fort in Jodhpur, wenn man sich f├╝r Ziplining entscheidet. Warum nicht mal ├╝ber ein jahrhundertealtes Fort fliegen? F├╝r 2.000,00 INR (ca. 25,48 Euro) kannst du hier an mehreren Ziplines durch das alte Indien fliegen. Es muss ja nicht immer ein Dschungel sein, durch den man fliegt. Kleine Impression gef├Ąllig?

Auch die Blaue Stadt (also das blaue Viertel) in Jodhpur ist ein beliebtes Besucherziel. Aber ehrlicherweise muss man sagen, dass es eben auch nur eine typische indische Altstadt ist. Nur eben blau. So sch├Ân das von oben zu betrachten ist, so unspektakul├Ąr ist es, die H├Ąuser auf einem Spaziergang zu betrachten. Selbst unsere Tuktuk-Fahrer wusste uns nirgends so richtig abzusetzen und haben uns einfach vor irgendeinem blauen Haus hinausgeworfen.

Udaipur: Die wei├če Stadt

Unser beider Liebling der drei farbigen St├Ądte ist Udaipur, die wei├če Stadt. Ihren Namen verdankt sie der ├╝berwiegend wei├čen Bebauung. Weitere Beinamen sind ÔÇ×Venedig des OstensÔÇť oder ÔÇ×Stadt der SeenÔÇť, denn Udaipur ist von insgesamt acht Seen und den malerischen Aravali Bergen umgeben. Udaipur ist vermutlich die romantischste Stadt im sonst so chaotischen Indien mit ihren verwinkelten Gassen voller Shopping Gelegenheiten und ihren idyllischen Rooftop-Bars an den malerischen Seen.

Ufer Jodhpur

Mit gerade einmal etwas unter einer halben Millionen Einwohnern ist die Stadt f├╝r indische Verh├Ąltnisse geradezu niedlich. Wenn du dich irgendwo in Indien mehr oder weniger entspannt mit Saaris, Hemden, Schals, Taschen, Lederg├╝rteln oder was auch immer eindecken m├Âchtest, laden die Gassen Udaipurs geradezu dazu ein. ├ťbrigens wurde hier ein Gro├čteil des Bond-Streifens Octopussy gedreht und so wird der Film allabendlich in so ziemlich jeder Bar gezeigt. Wenn du schon l├Ąnger in Indien oder Asien bist, wirst du dich ├╝ber die vielen italienschen Caf├ęs freuen, die den Namen auch verdienen. Und auch eine deutsche B├Ąckerei, Caf├ę Edelwei├č, mit vern├╝nftigem Brot haben wir entdeckt. Nach Monaten labberigen Toastbrotes mit Marmelade direkt aus der H├Âlle eine hei├čgeliebte Abwechslung.

Der Stadtpalast (City Palace) von Udaipur ist ebenfalls eines der Highlights der Stadt. Durch einen Eintritt (siehe unten) f├╝r den Au├čenbereich des Palastes d├╝nnt sich die Menge der Menschen auf diesem weitl├Ąufigen Areal schnell aus und man schlendert durch gepflegte Parkanlagen direkt am See gelegen, kann in den Caf├ęs oder von den alten T├╝rmen die wundervolle Aussicht auf den See und die dahinterliegende Stadt genie├čen. Wie die alten Maharana eben. Der aktuelle Maharana wohnt ├╝brigens noch immer teilweise im Palast. Kulturinteressierte finden hier auch ein Museum vor, das wir aber galant ausgelassen haben. Meine G├╝te, wenn ich fr├╝her so einen Palast in diesem Klima mit dieser Aussicht besessen h├Ątte, ich w├Ąre vermutlich dort bis an mein Lebensende gebliebenÔÇŽ

Eintritt Stadtpalast Udaipur (2018)

  • Eintritt Touristen innerer Palast: 250,00 INR (ca. 3,19 Euro)
  • Eintritt Studenten innerer Palast: 100,00 INR (ca. 1,27 Euro)
  • Eintritt ├Ąu├čerer Palast: 30,00 INR (ca. 0,38 Euro)
  • Geb├╝hr je Kamera (f├╝r den inneren Palast): 250,00 INR (ca. 3,19 Euro)

Allabendlich f├╝llt sich der Pichola-See mitten in der Stadt dann mit vielen dutzenden Booten. Es ist Sonnenuntergangs-Zeit und wo l├Ąsst sich der malerische Sonnenuntergang am besten bewundern? Nat├╝rlich vom Wasser aus. F├╝r 200,00 INR (ca. 2,55 Euro) kann man sich auf den See fahren lassen und der Sonne langsam beim Untergehen zusehen. Sie taucht die wei├če Stadt Udaipur dabei in ein gelblich-magisches Licht. Am Ufer sehen wir, wie die Inder sich und ihre W├Ąsche allabendlich waschen, beten oder einfach nur einen sch├Ânen Abend haben. Die Stimmung ist friedlich und idyllisch. Gerade auf dem Wasser ist die Lautst├Ąrke der Gro├čstadt pl├Âtzlich ganz weit weg. Inmitten auf dem See gelegen befindet sich der malerische Wasserpalast, der heute ein F├╝nf-Sterne-Luxushotel ist. Hier findet gerade eine Hochzeit statt und die fr├Âhliche Musik ist das einzige, was uns beim Sonnenuntergang auf dem Wasser von Udaipur erreicht. Idyllisch!

Jaipur: Die rosa Stadt

Die dritte Stadt im Bunde ist Rajastans Hauptstadt Jaipur, die rosa Stadt mit ihren etwa dreimillionen Einwohnern. Die Altstadt wurde vor ├╝ber 140 Jahren in rosa, der indischen Farbe f├╝r Gastlichkeit, gestrichen. Zu Besuch war damals der Prinz von Wales. Ein nettes Willkommensgeschenk, auch wenn die Stadt nun durch Jahrzehnte und Witterung eher eine Terrakottafarbe angenommen hat. Auch in Jaipur erwartet dich ein Fort von besonderer Pracht. Nicht umsonst ist Jaipur, wie zu Beginn erw├Ąhnt, Teil des Goldenen Dreiecks von Indien. Das Fort Amber trohnt auf einem hohen Berg vor den Toren der Stadt. Es ist unter Touristen beliebt, den Aufstieg mit Elefanten zu bew├Ąltigen, sonderlich tierfreundlich ist das allerdings nicht, also verzichten wir gerne und laufen die etwa 20 Minuten in Indiens Hitze lieber selbst. Neben dem Taj Mahal ist das Fort Amber der einzige Ort auf unserer dreiw├Âchigen Indien Rundreise, der uns von (insbesondere mal wieder chinesischen) Touristen ├╝berlaufen scheint. Der Ausblick vom Fort auf das Umland allerdings entlohnt!

Vor dem Fort selbst trohnt ein gro├čer, k├╝nstlich angelegter See mit einer zauberhaften, schwimmenden Gartenanlage. Leider ist der See bei unserem Besuch im M├Ąrz ausgetrocknet und so schwimmen hier keine Fische, sondern grasen K├╝he. Auch nicht schlecht. Das Fort selbst stammt aus der Zeit der muslimischen Eroberer, Gartenanlagen und ├╝berhaupt Formen der Erhohlung waren zuvor in Indien nicht vorgesehen und sind auch bis heute sehr schwer zu finden. Im Innenhof des Fort tummeln sich Elefanten, Touristen und jede Menge Souvenir- und Eisverk├Ąufer. Letztere sind bei Temperaturen nah an der Vierzig-Grad-Marke eine willkommene Gesellschaft, das indische Eis ist ├╝brigens unversch├Ąmt lecker, wie auch immer sie das anstellen!

Wer sich etwas l├Ąnger in Indien aufh├Ąlt, wird feststellen, dass dieses Land unz├Ąhlige Forts besitzt. Was in Myanmar die Tempel sind, sind hier eben die alten Verteidigungsanlagen, es ging hei├č her damals in Indien. Das Fort Amber in Jaipur z├Ąhlt aber auch zu den sch├Âneren und interessanteren Vertretern. Ob du einfach das Altert├╝mliche auf dich wirken lassen m├Âchtest, oder einen sch├Ânen Fotospot f├╝r dein n├Ąchstes Instagram-Foto suchst: Die traumhaften Verzierungen und Ornamente und der grandiose Ausblick ├╝ber Jaipur werden dich nicht entt├Ąuschen.

Eintritt Fort Amber Jaipur (2018)

  • Eintritt Touristen: 200,00 INR (ca. 2,55 Euro)
  • Eintritt Studenten: 100,00 INR (ca. 1,27 Euro)
  • Geb├╝hr je Kamera: Kostenlos
  • Ritt mit dem Elefanten (2 Personen): 1.200,00 INR (ca. 15,29 Euro)

Wir beenden unseren Tag in Jaipur mit einem Besuch im Raj Mandir Kino und schauen "Padman", einen Bollywood Film. Ehrlich, das muss man in Indien einfach machen, oder nicht? Das Raj Mandir Kino ist dabei auch noch ziemlich h├╝bsch anzusehen, wirkt es doch wie ein altes Filmhaus aus den 1920er Jahren. Zwar ist der Film auf Hindi und wir verstehen absolut kein Wort aber als wir nach zwei Stunden aus dem Kino rauskommen, sind wir um eine sch├Âne Geschichte, viele Tanzeinlagen und einige Lacher reicher. Bollywood geht eben auch ohne das Verstehen der Sprache, ist ja nicht unbedingt intellektuelle Kunst. Welcher Film auch immer gerade l├Ąuft, ein Besuch im Kino sollte f├╝r dich in Jaipur dazugeh├Âren!

├ťbrigens: M├Ąrkte gibt es in Indien naturgem├Ą├č unz├Ąhlige. Der Markt in Jaipur geh├Ârt aber mit zu den vielf├Ąltigsten, denen wir auf unserer Indien Rundreise begegnet sind. Hier gibt es vor allem unz├Ąhlige indische und arabische S├╝├čspezialit├Ąten zum Probieren und Kaufen. Manches istÔÇŽ nun ja Gew├Âhnungssache und manches einfach verflucht lecker. Die Hauptmarktstra├če von Jaipur verf├╝gt ├╝ber etwas, was man ansatzweise als B├╝rgersteig verstehen kann, sodass man nicht wie im Rest des Landes Gefahr l├Ąuft, von Tuktuks, Autos oder K├╝hlen plattgemacht zu werden. Ja, B├╝rgersteige kennt man in Indien bisweilen n├Ąmlich nicht.

Kommentarbereich anzeigen
  1. Elsa am 2. M├Ąrz 2019 um 18:44 Uhr

    Hallo, ich finde es sehr traurig dass ihr auch den Preis f├╝rs Elefantenreiten auflistet...H├Ątte mir sehr gew├╝nscht dass ihr in einem oder zwei kurzen S├Ątzen davon abratet wegen der TIERQU├äLEREI!

    Liebe Gr├╝├če

    1. Antwort von Marius am 3. M├Ąrz 2019 um 00:57 Uhr

      Hey Elsa,
      aber das haben wir doch. Wir schrieben "sonderlich tierfreundlich ist das allerdings nicht, also verzichten wir gerne und laufen die etwa 20 Minuten in Indiens Hitze lieber selbst" Na wenn das nicht mal einzwei kurze S├Ątze waren ;)

  2. Peter Paul am 25. Mai 2018 um 15:51 Uhr

    Hallo Ihr Zwei, ich bin wieder dabei und freue mich ├╝ber eure tollen Texte und Bilder. Ich favorisiere ebenfalls die wei├če Stadt und w├╝rde gerne das Eis und Kino probieren. Jetzt lese ich gleich die anderen beiden Indienbereicht. Gru├č nach Taiwan. Peter Paul

    1. Antwort von Marius am 28. Mai 2018 um 04:18 Uhr

      Hi Peter,
      Das Eis gibt es in Indien an jeder Ecke, das Bollywood-Kino in dieser alten Machart allerdings ist so in der Stadt wohl einzigartig. Wenn du gen├╝gend unblanke Nerven f├╝r Indien zur Verf├╝gung hast, st├╝rze dich hinein!

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