Sapa

Sapa, die Stadt ├╝ber den Wolken

Sonnige Tage in Vietnams h├Âchsten Bergen

Chensiyuan (GNU-Lizenz f├╝r freie Dokumentation via Wikimedia Commons)
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Vietnam empf├Ąngt mich um 5 Uhr fr├╝hester Stunde wie es in dieser Zeit so viele L├Ąnder tun: Mit Unmengen von Regen! Als ich mit dem Flughafentaxi vor dem Hotel halte, stehen die Stra├čen knietief unter Wasser. Es ist mir ein R├Ątsel, wieso der gemeine Vietnamese seinem Alltag dennoch weiter nachgehen kann, als w├Ąre nichts gewesen. Die winzigen Stra├čen in der Altstadt von Hanoi quillen ├╝ber von gesch├Ąftigen Menschen, verwirrten Touristen und halsbrecherisch fahrenden Mofas. Eine Mitreisende sagte mal, sie sei stolz, den Verkehr in Hanoi unbeschadet ├╝berlebt zu haben. Nun verstehe ich ihre Aussage: Es gibt keine Verkehrsregeln, jeder ÔÇô aber wirklich jeder ÔÇô hupt was das Zeug h├Ąlt und f├Ąhrt kreuz und quer, Ampeln oder Zebrastreifen sind wenn ├╝berhaupt vorhanden nur Zierde. Einfachster Tipp zum ├ťberleben: Die Stra├če ├╝berqueren und nicht anhalten oder schneller laufen. Ich f├╝r meinen Teil habe f├╝r mich entdeckt, beim ├ťberqueren der Stra├če die Augen zu schlie├čen weil ich sonst den Stresstod sterben w├╝rde, das funktioniert erstaunlich gut!

Am n├Ąchsten Abend treffe ich auf meine Reisegruppe. Ein bunt zusammengew├╝rfelter Haufen! Ein belgisches, ein kanadisches und ein amerikanisch-australisches P├Ąrchen, zwei D├Ąninnen, drei Engl├Ąnder und -innen, eine Australierin, ein Australier und eine Deutsche. Was mich erstaunt: Die Altersspanne reicht von 19 bis 72 Jahre und das ist sehr sehr unterhaltsam und lustig! Besonders Chris, der 68-j├Ąhrige Opi aus Australien hat es mir irgendwie angetan. Aber auch mit zwei M├Ądels aus Kopenhagen und Emina aus Australien verstehe ich mich sehr gut und schon am ersten Abend steht fest: Emina werde ich in Melbourne wiedersehen und mir von ihr die Stadt zeigen lassen.

Sapa
Chris (68) aus Perth, Australien

Nach einem laufreichen Tag in Hanoi mit vielen Hintergrundinformationen durch Quan, unseren ausgesprochen kecken und witzigen vietnamesischen Tourguide sind wir alle froh, am Abend im Nachtzug in das beschauliche Sapa zu sitzen. Zwar stresst Hanoi nicht ansatzweise so sehr wie Bangkok, dennoch sind asiatische Gro├čst├Ądte wirklich Gew├Âhnungssache.

Das beschaulich-wundersch├Âne Sapa

Nach einer Nacht in besagtem Zug und einer einst├╝ndigen Busfahrt in die Berge erreichen wir am fr├╝hesten Morgen das Bergdorf Sapa. W├╝rde die atemberaubende Aussicht nicht von unendlich vielen Reisterassen gepr├Ągt sein, es k├Ânnten auch die schweizer Sommeralpen sein. Verst├Ąrkt wird der Eindruck noch durch die Tatsache, dass Sapa vor nicht einmal 20 Jahren von Franzosen gegr├╝ndet und erbaut wurde. Und so findet man nebst franz├Âsischer Kollonialarchitektur auch jede Menge franz├Âsische B├Ąckereien und andere kleine Merkmale der Besatzer. Sowieso wirkt das St├Ądtchen erstaunlich europ├Ąisch. Wie uns unser Guide erkl├Ąrt, war genau das der Grund f├╝r die Errichtung der Stadt, denn auch das Klima hier ist sehr europ├Ąisch: Tags├╝ber steigen die Temperaturen kaum ├╝ber 30 Grad, nachts pendeln sie bei angenehmen 16 Grad. Eine willkommene Seltenheit in Asien! Leider jedoch herrscht auch hier eine Luftfeuchtigkeit von nahezu 100% und so wird auch hier nichts trocken, was einmal nass warÔÇŽ

Noch am gleichen Tag nach einer St├Ąrkung beginnt unsere Trecking-Tour durch das Gebirge. Den ganzen Tag geht es ├╝ber Stock und Stein, Fl├╝sse und B├Ąche, Berge und T├Ąler. Ziel ist ein Bergdorf, wo wir bei einer typisch vietnamesischen Familie ├╝bernachten. Ohne Strom, ohne Internet. Wer mich kennt, wird sich jetzt fragen: Wie hat er das ├╝berlebt? Um ehrlich zu sein ist es ein absoluter Segen f├╝rs Gem├╝t und ich werde versuchen, das in Zukunft ├Âfters so zu handhaben.

Ich beim Wandern in der N├Ąhe von Sapa
Ja, auch ich kann WandernÔÇŽ

Angekommen im famili├Ąren H├Ąuschen in einem kleinen Reisbauerndorf nahe der chinesischen Grenze irgendwo im Nirgendwo werden wir von einer herzlichen Familie und einer Vielzahl von Tieren empfangen. Ich schlie├če sofort Freundschaft mit einer niedlichen Ente und werde wenig sp├Ąter Zeuge, wie aus dem Federvieh unser Essen wird, sie schlagen ihr vor meinen Augen den Kopf ab. Landleben. Das Essen ist mal wieder absolut k├Âniglich und auch wenn ich an dem Abend aus Respekt vor den Toten auf Ente verzichte, so hauen wir alle doch ordentlich rein. In der D├Ąmmerung springen wir noch schnell zur Abk├╝hlung in die Stromschnellen des Bergflusses und genie├čen die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Es folgt ein heiterer Abend mit einer ganzen Menge Reiswein aufs Haus (es nennt sich Wein, kommt aber mit etwas ├╝ber 40% Alkohol daher) und internationalen, mit zunehmendem Alkoholpegel immer d├Ąmlich werdenden Trinkspr├╝chen und mehreren Chili-Contests, dessen grandioses Finale auf Video festgehalten wurde! Leider habe ich auf dieser Tour aber kaum Zeit und so muss ich es f├╝r sp├Ąter vorhaltenÔÇŽ

Am n├Ąchsten Morgen wache ich mit einer starken Erk├Ąltung, Sch├╝ttelfrost, Hitzewellen, Halsschmerzen und Kopfschmerzen auf und die folgenden 24 Stunden sind f├╝r mich nur noch mit einer Menge Paracetamol halbwegs zu ertragen. Das war dann wohl die sp├Ąte Rache des Bergflusses und der Tatsache, dass in diesem Breitengrad nichts irgendwie jemals trocken wird. Zum Gl├╝ck steht heute nur noch die R├╝ckfahrt nach Hanoi und die anschlie├čende Weiterfahrt im Bus in die weltbekannte Ha Long Bucht an. Dort werden wir zwei Tage auf einem Boot durch die zweitausend Inseln dieses Naturwunders fahren. Ich mag Berge aber ich liebe das Meer und so geht es mit einem L├Ącheln auf den Lippen weiter, als der Bus durch die Wolken gen Tal st├Â├čt.

Sapa Valley
Sapa Valley
Kommentarbereich anzeigen
  1. Lena Fl├Âtotto am 6. Januar 2014 um 15:28 Uhr

    wo /wie hast du denn die tour gebucht?

  2. Anne Kathrin am 14. September 2013 um 19:10 Uhr

    Dem schlie├če ich mich an...GUTE BESSERUNG... und eine gute Weiterfahrt.

  3. Linda Koitka am 14. September 2013 um 11:56 Uhr

    werd schnell gesund!

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