Angkor WatSam Garza (CC BY 2.0 Lizenz via Wikimedia Commons/Flickr)

Angkor Wat, die imposante Touristenhölle

Zu Besuch bei Angkor Wat, dem achten Weltwunder

Kein Besuch in Kambodscha ohne Angkor Wat. Der Deutschlandreisende lässt ja schließlich auch das obligatorische Brandenburger-Tor-Foto nicht weg, oder? Und so brechen wir am späten Nachmittag von Ko Rong auf, nehmen die Fähre und den Hotel-Nachtbus nach Siem Reap. Siem Reap ist die Stadt neben Angkor Wat und unser nächstes Ziel. „Wir“, das sind Verena und ich. Verena ist Grants Bekanntschaft aus einer vergangenen Reise und meine aufgeweckte Reisebegleitung. Als geborene Ruhrpottlerin, momentane Münsteranerin und zukünftige Kölnerin sind ja schon mal die besten Grundsteine für ein gemeinsames Verständnis gelegt!

Angkor Wat

Verena und ich

Der für kambodschanische Verhältnisse sehr teure Hotel-Nachtbus erweist sich wie so vieles in der Transportation als Farce. Zwar haben wir sämtlichen Komfort der uns versprochen wurde, jedoch bin ich leider keine Hobbit und so kann nur Verena mit ihren 1,58m nicht über mangelnden Platz klagen. Teilen muss man sich das Winzbett dann auch noch und so hänge ich halb im winzigen Gang und jeder Nachtpausenraucher oder Aufsklogeher meint, mir auf meinen Knöchel treten zu müssen. Immer und immer wieder.

Um sieben Uhr morgens kommen wir völlig übermüdet im trubeligen Siem Reap an und lassen uns mit dem TukTuk sofort in unser bereits ausgesuchtes Hostel fahren, legen unsere Sachen ab, duschen, frühstücken und schwingen uns erneut in das Gefährt um uns von einem für den ganzen Tag angeheuerten TukTuk-Fahrer von Tempel zu Tempel fahren zu lassen. Es ist jetzt neun Uhr und gefühlt ist es heute mit großem Abstand der heißeste Tag meiner bisherigen Reise und wir lassen deutlich mehr Wasser, als wir aufnehmen können. Ein Tag kostet hier 15 Euro Eintritt. Für Südostasien ist das sündhaft teuer, fast schon eine Frechheit und so haben wir tatsächlich wenig Interesse an mehreren Tagen Besuch von Angkor Wat.

Angkor Wat

Die über eintausend Jahre alte Tempelanlage ist vor allem eines: Riesengroß! Wer an einen Tempel mit ein paar hübschen verwitterten Türmchen gedacht hat, wird enttäuscht. Es ist wirklich riesig und ohne TukTuk oder Fahrrad an einem Tag nicht mal ansatzweise zu bewältigen. Da wir beide sowieso keine Vollblutkulturtouristen sind, entscheiden wir uns für die Eintageskarte und die „kleine“ Tour mit dem TukTuk. Dennoch sind wir den ganzen Tag unterwegs.

Das nächste Schlagwort nach „riesengroß“ ist „touristisch“. Und das ist sehr schade. An vielen Stellen erinnert mich Angkor Wat mehr an die Azteken-Wasserwelt im Phantasialand als an ein Weltwunder. Gefühlt tausende von Japanern, Koreanern und Chinesen mit ihren fetten Kameras posieren an jedem Meter Schönheit um sich ablichten zu lassen und wuseln mit ihren knalligen Frisuren, schrägen Schirmen, unbrauchbaren Plastikfächern oder auch in Winterklamotten (What the fuck!?) um einen herum. Muss wohl an der chinesischen Ein-Kind-Politik liegen, dass man jede vier Sekunden angerempelt oder zur Seite geschoben wird. Respekt lässt grüßen… Mir egal: Ich bin deutlich größer und habe in drei Jahren Berlin auch Rempeln gelernt und so fühle ich mich fast ein wenig zu Hause, als ich frohen Mutes zurückremple!

Angkor What

Touristen über Touristen

Ob es nun das Wetter ist, unsere Müdigkeit oder der Tempel selbst: Aber wir entscheiden uns, selbst die kleine Tour vorzeitig zu beenden. Nach dem vierten Tempel wird wohl auch der fünfte nur aus verwitterten Steinen, seltsamen Bäumen, Touristenschleppern, Händlern oder wuselnden Asiaten bestehen. Wir haben unsere Fotos, wir haben unseren Eindruck und wir sind erledigt und so lassen wir uns zum Tagesabschluss noch auf einen Tempel auf einem Berg fahren um uns dort den hochgelobten Sonnenuntergang anzugucken. Da Verena aber mit Shorts unterwegs ist, wird sie von den Tempelwachen am Betreten gehindert, schleicht sich an ihnen vorbei und wird prompt wieder erwischt. Macht aber nichts, denn – Oh Wunder – auch auf dem Tempel ist es unglaublich voll, ich hätte nicht mal mehr Platz für mein Stativ gehabt und so fange ich schnell den Sonnenuntergang ein und wir machen uns vom Acker. Den nächsten Tag verbringen wir entspannt in Siem Reap, bevor ich dann alleine gen Bangkok aufbreche. Angkor Wat hat mich unterm Strich enttäuscht. Ist man aber in der Nähe, sollte man es dennoch nicht auslassen!

Sonnenuntergang

Der Sonnenuntergang hoch auf dem Berg

Für Abenteurer. Für Träumer. Für dich!

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