Ko Phangan: Insel der zwei Gesichter

Nach einem missglückten Start mausert sich Ko Phangan doch noch zur Inselperle

Jede Reise hat auch Tiefs. Unseres hieß Gesicht über der Toilette und raus mit dem Thaifood. Es wollte wohl dort heraus, wo es auch hereingekommen war. Bereits am Pier auf Ko Tao liefern sich Amelie und ich einen Schlagabtausch mit der öffentlichen Toilette, der eine passt auf das Gepäck auf, der andere besucht die Örtlichkeit. Nicht die besten Bedingungen, um auf einer Fähre nach Ko Phangan überzusetzen aber wir sind froh, dass wir uns bereits auf dem Pier komplett entleeren können. Schnell Elektrolyte gekauft und eingenommen und ab aufs Schiff! Es ist wolkig heute. Wie bisher an jedem Tag in Thailand. Tatsächlich haben wir bisher noch keinen einzigen Sonnentag gehabt und blicken zumindest wettertechnisch neidvoll nach Deutschland. Ihr habt das Wetter, wir haben den Strand. Was stimmt hier nicht?

Durch Wetter, Magenverstimmung und den ungewollten Abschied von Ko Tao ohnehin schon niedergeschlagen, steigert unser Resort unsere Laune nicht gerade. Wirkt es doch, als würde man dort nur Partytouristen abschieben um sich auszurauschen. Ob Tag und Nacht ein unerträgliches Fiepen einer Klimaanlage in der Ferne, 24 Stunden laufende Fernseher oder Baustellenlärm links und rechts von uns (inklusive Bulldozer und Flex ab 7 Uhr morgens), alles ist dabei. Wir fühlen uns dort nicht wohl. Amelie steckt es mal wieder besser weg als ich, meine Laune allerdings ist absolut im Keller. Das mag aber auch daran liegen, dass mein Körper mich ein wenig im Stich lässt. Unerklärlicherweise löst sich meine Haut an den Fingern ab, ich höre auf dem rechten Ohr fast nichts mehr und habe Schmerzen und da ich weniger Dates mit der Toilette hatte, als sie, habe ich auch länger Spaß am Thaifood. Zur Beruhigung vorweg: Während ich das hier schreibe, sind sämtliche Beschwerden verschwunden! Und auch unser erster Trip zu Fuß Richtung der kleinen anliegenden Stadt lässt Böses ahnen: So sieht also eine vom Tourismus zerfressene Insel aus, um deren ehemalige Schönheit sich keiner so recht kümmern mag. Verwelkende Palmen, abgeladener Müll, zerstörte Straßen, dreckige Strände. Das schöne Ko Phangan? Echt jetzt?

 

Wir treffen Vanessa und Benny aus dem Nachtzug wieder und verbringen den ersten Tag zusammen. Die beiden sind etwa 10 Kilometer weiter östlich von uns in einem wesentlich angenehmeren (Kunststück) Resort untergekommen und sind mit zwei gemieteten Rollern deutlich mobiler als wir. Und auch wenn uns sowohl der Rezeptionist als auch die Einheimischen abraten, Roller zu mieten, tun wir es. Warum? Weil man sich auf dieser Insel schlichtweg anders nicht fortbewegen kann. Wir geloben uns, nicht schneller als 50 km/h zu fahren und stets konzentriert auf den Bodenbelag zu achten und siehe da: Unfallfrei!

Ab diesen Zeitpunkt fängt Ko Phangan an, Spaß zu machen. Wir fahren am vorletzten Tag in den weniger touristischen Norden und siehe da: Es geht doch! Schöner, sauberer, idyllischer, ruhiger! Und auch die Sonne scheint endlich mal. Wir lassen uns am Coconut Beach, einem abgelegenen Strand mit sehr wenigen Touristen und einer kleinen Bar samt Dugdig, dem Hausschwein, nieder. Klares Wasser, weißer Sand und endlich: Ruhe!

Salad Beach rettet unseren Eindruck von Ko Phangan

Doch das wahre Highlight unseres Besuches auf Ko Phangan ist Salad Beach! Ein abgelegener Strand im Norden der Insel, umgeben von einigen wenigen Resorts aber so gut versteckt im Hinterwald aus Palmen, dass man sie kaum erkennt. Der Strand selbst ist wieder einmal absolut malerisch, türkis diesmal. Die am Strand aufgebauten Bars erinnern eher an eine vergangene Hippie-Kommune als an den drögen Massentourismus auf der Südseite der Insel.

Alles geht hier einen oder zwei Gänge gemächlicher zu und das ist auch gut so. Wer „The Beach“ gesehen hat, dem dürften solche Kommunen ein Begriff sein. Zwar ist der Strand nicht mit dem Filmstrand vergleichbar, die Bauten und die Atmosphäre jedoch sind es.

Das wahre Highlight jedoch erwartet uns am Ende dieses Tages. Es hat eben doch Vorteile, während der Regenzeit nach Thailand zu reisen, denn so erlebt man Naturgewalten, wie man sie sich aus Deutschland nicht ansatzweise vorstellen kann. Binnen weniger Minuten zieht vom Meer her eine Sturmfront auf, Ko Tao ist am Horizont schon nicht mehr zu erkennen, und taucht die ganze Szenerie in eine vollkommen neue Stimmung. Wir ziehen uns in die Bar zurück, der Barkeeper setzt die Gitarre an und zu Metallicas „Nothing Else Matters“ sehen wir, wie die Welt untergeht.

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Salad Beach: Wenn die Welt untergeht…

Für Abenteurer. Für Träumer. Für dich!

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