Railay Beach: Perle der Andamanensee?

Die Westk├╝ste Thailands hat weit mehr als nur Phuket zu bieten

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F├╝nf Uhr morgens: Wer klingelt da, wer wagt es!? Der Wecker? Schei├čeÔÇŽ Ich wusste dieses Ger├Ąusch erst nicht so recht einzuordnen, hat mich dieses Handy doch noch nie geweckt, ist die Melodie doch v├Âllig unbekannt. Und was zur H├Âlle hat ein Wecker im Urlaub zu suchen? Und warum liegt hier eigentlich Stroh rum? Lassen wir das, denn heute geht es (endlich) hinunter von Ko Samui und auf nach Railay, an der Westk├╝ste Thailands!

Eine F├Ąhre, drei Buswechsel und f├╝nf Stunden sp├Ąter lassen wir den Golf von Thailand hinter uns und erreichen die Andamanensee an der Westk├╝ste des Landes. Zwar trennt beide Meere lediglich eine Landmasse von durchschnittlich 200 Kilometern Breite, dennoch reicht das schon aus, das Landschaftsbild komplett zu ver├Ąndern. Steile, skurril geformte Felsen t├╝rmen sich links und rechts der erstaunlich gut ausgebauten Stra├če auf, geformt wahrscheinlich aus zigmillionen Jahren Witterung. Und auch die See zeichnet ein anderes Bild: Sie ist deutlich rauer, besitzt nicht ganz so wei├če Str├Ąnde und ihr Wasser ist nicht blau, sondern t├╝rkis. Die Andamanensee ist sch├Ân. Wundersch├Ân!

Die Kleinstadt Au Nang im Distrikt Krabi direkt am Meer gef├Ąllt uns auf Anhieb. Klein und uhrig, aber doch irgendwie alles in Reichweite. Ein paar G├Ąnge runter nach Ko Samui, sehr sch├Ân! Wir werden freundlich im Hotel empfangen und haben ein helles, sauberes Zimmer mit Balkon, Ventilator und Klimaanlage. Ich fand die Dinger immer unn├Âtig, bis ich nach Thailand kam. Man lernt die Klimaanlagen wirklich zu sch├Ątzen, bei Temperaturen jenseits der 30 Grad auch Nachts ist ohne sie an einschlafen kaum zu denken.

Am darauffolgenden Tag geht es f├╝r uns nach Railay. Die Empfehlung wurde w├Ąhrend der letzten zwei Wochen schon mehrmals an uns herangetragen und wie es der Zufall will, liegt Au Nang nur wenige Kilometer von Railay entfernt. Transport jeglicher Art in Thailand ist unschlagbar sensationell g├╝nstig, also lassen wir uns f├╝r knapp zwei Euro pro Person mit dem Taxiboot nach Railay schippern. Auf der rauen morgendlichen Andamanensee ein lustiges Unterfangen, da das kleine Boot ganz sch├Ân mit den Wellen zu k├Ąmpfen hat. Davon gibt es leider keine Fotos, denn meine H├Ąnde waren vollst├Ąndig damit besch├Ąftigt, ihren Besitzer an Ort und Stelle zu haltenÔÇŽ

Railay Beach

Railay Beach
Railay und seine bizarren Felsen

In Railay angekommen bin ich zun├Ąchst erst ein wenig entt├Ąuscht. Das bin ich oft erst einmal, ich urteile wohl zu schnell, gebe den Dingen nicht die Chance, die sie verdienen. Bei einem so sch├Ânen St├╝ck Natur bleiben die Touristenmassen eben nicht aus. Thailand ist nun mal nicht "The Beach" und Thailand ist auch nicht "Castaway", Thailand ist ein wundersch├Ânes Touristenziel. Aber wenn diese Horden nicht gerade die Str├Ąnde verdrecken, tun sie ihrer Sch├Ânheit auch keinen Abbruch und so ist Railay mit herausgefilterten Touristen, Souvenirshops und Resorts eben doch ein ganz bezaubernder Ort. Ein Felsen im Norden, ein Felsen im S├╝den, ein Strand im Westen und ein Strand im Osten. Mehr nicht. Nur von der See zu erreichen liegt es da, absolut entspannt, absolut sch├Ân.

Kurz nach unserer Ankunft und einigen wenigen Sonnenminuten passiert, was in diesen Tagen hier im Westen des Landes so h├Ąufig passiert. Binnen Minuten rollt eine Unwetterfront an und wieder einmal sind wir froh, dass wir in der Regenzeit hier sind. Ich kann es jedem nur ans Herz legen, so sieht man Thailand gleich zwei mal, denn der Regen ├Ąndert alles. Eben noch ein t├╝rkisfarbener Traumstrand, entsteht nun an gleicher Stelle dieser wundervolle Schnappschuss, er wird es sp├Ąter an meine Wand schaffen:

Seelenruhe
Seelenruhe

So schnell er gekommen ist, so schnell ist der Regen auch wieder weg und hinterl├Ąsst alles eine Spur ruhiger, eine Spur idyllischer. Ich wei├č nicht, woran es liegt, aber sowohl Amelie als auch ich sind seit einigen Tagen von einer alles durchdringenden M├╝digkeit gepackt und w├╝rden am liebsten den ganzen Tag schlafen (was wir bei nur regnerischen Tagen ├╝brigens durchaus auch mal tun). W├Ąhrend sie sich in einem Cafe am Strand niederl├Ąsst, beschlie├če ich trotz M├╝digkeit den Aufstieg auf einen der Felsen zu einem Aussichtspunkt. "Aufstieg" trifft es hier sehr genau, denn der "Weg" ist eigentlich nur ein dickes Seil an einem etwa 70┬░ steilen Hang voller matschigem und nassem Lehm. Was tut man nicht alles f├╝r ein Foto. Mit denkbar schlechter Ausr├╝stung, namentlich FlipFlops, wei├čem T-Shirt und wei├čblauer Badehose geht es also den Hang hinauf. Schon nach wenigen Metern bereue ich es, denn ich bin schon jetzt von oben bis unten komplett mit Lehm eingesaut und der Aufstieg wird steiler und steiler. Die Blicke der untenstehenden Koreaner und Japaner mit ihren Nikons und Canons sind wohl ein Mix aus Belustigung, Skepsis und Spannung. Wenn der d├Ąmliche Deutsche mit den FlipFlops jetzt abrutscht, haben sie alle ein paar ganz wundervolle Fotos f├╝r daheimÔÇŽ Da der Deutsche aber Steinbock ist und gar nicht so d├Ąmlich sondern h├Âchstens ein bisschen naiv, rutscht er aber nicht ab! Vielmehr befindet er sich nach etwa zwanzig Minuten klettern und einigen Weggabelungen ganz allein mitten im Urwald. Schei├če. Und jetzt?

andamanensee-5
Mitten im UrwaldÔÇŽ

Stimmen. Zwei Spanier begegnen mir und erz├Ąhlen mir von einer verborgenen Lagune irgendwo hier im Dschungel. Ich kann nicht anders und muss einfach an "Lost" und "The Beach" denken. Ein ganz klein bisschen Abenteuerlust packt mich und ich schlie├če mich den beiden an. Ab dieser Stelle gibt es leider keine Fotos mehr, denn die Outdoor-Kamera ist bei Amelie und ich gleiche eher einem Haufen Lehm als einem Menschen und m├Âchte dieses Schicksal meiner guten Kamera nun wirklich nicht zumuten. Macht auch nix, denn nach etwa drei├čig Minuten weiterem Geklettere beschlie├čen wir schweren Herzens, zur├╝ckzukehren. Ich gebe wirklich nur schwer und ungern auf aber in diesem Falle geht Sicherheit vor Abenteuer und der Urwald wird derart dicht, derart vermatscht und derart steil und gef├Ąhrlich, dass wir uns das mit unserer mageren Ausr├╝stung nicht mehr zumuten wollen. Auch haben wir kein Handy- und GPS-Empfang zur Sicherheit mehr und so kehren wir um. Nach drei├čig weiteren Kletterminuten kommen wir drei v├Âllig verschwitzt und komplett verdreckt aus dem Dschungel geklettert. Die kamerabest├╝ckte Touristenhorde steht aus irgendeinem Grund noch immer da und diesmal soll sie ihr Motiv bekommen. Denn ohne Vorwarnung st├╝rzen sich mehrere Affen aus dem Dschungel auf mich und versuchen im Rudel, mir v├Âllig entkr├Ąfteten Etwas meine FlipFlops zu klauen. Ich wei├č nicht, was lauter ist: Meine Fl├╝che, die Affen, das Lachen oder die Ausl├Âser der Kameras. Lustig ist es auf jeden Fall. Hinterher.

Kommentarbereich anzeigen
  1. Werner Roller am 19. August 2013 um 12:42 Uhr

    Hallo Marius, Deine Berichtersttungen sind toll! Oma und ich warten bereits auf Nachschub? Weiter so!!!!!

  2. Werner Held am 14. August 2013 um 14:13 Uhr

    Die Affen haben wir geschickt! Muahahaha ... Phase 1 ist jetzt in Kraft! :-P

  3. Linda Koitka am 14. August 2013 um 13:40 Uhr

    Lass dir bitte von einem der Schaulustigen ein Bild zukommen. BITTE!

  4. Anne Kathrin am 12. August 2013 um 19:11 Uhr

    Deine Berichterstattung ist einmalig...ich konnte regelrecht mitf├╝hlen wie die Affen nach deinen FlipFlops grapschten.... ein gro├čes Lob an dieser Stelle und weiterhin viel Vergn├╝gen!

Mach uns gl├╝cklich! ­čą░

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