Mandalay: Die letzte K├Ânigsstadt von Myanmar

An unserem ersten Stop im Land der Tempel f├╝hlen wir uns auf Anhieb wohl

Karte
Kosten
115ÔéČFlug CNX > MDL
42ÔéČE-Visum vorher beantragt
27ÔéČInkl. Fr├╝hst├╝ck
12ÔéČBootsfahrt, Pferdekutsche
8ÔéČMittag- und Abendessen
6ÔéČEintritte Tempel
Die angegebenen Kosten beziehen sich auf den Preis pro Person,
es sind 3 ├ťbernachtungen enthalten.
Unsere Unterkunft
Hotel Boss MandalayHotel Boss MandalayHotel Boss Mandalay

Hotel Boss Mandalay

Sch├Ânes Hotel mitten in Mandalay, mit unglaublich freundlichem Personal
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Schon lange stand Myanmar bei Marius und mir gaaanz weit oben auf der Wunschliste und so war es klar, dass wir dieses Land w├Ąhrend unserer Weltreise besuchen m├╝ssen! In den letzten Wochen nutzten wir Chiang Mai im Norden Thailands als eine Art "Basis" um uns von dort aus Laos anzusehen und auch bei unserer Reise nach Mandalay, im Norden von Myanmar, dient uns Chiang Mai als Ausgangspunkt. Mehr ├╝ber Chiang Mai und Nordthailand findest du in diesem Artikel:

7 Gr├╝nde warum wir Nordthailand lieben!

Zwar hat der Norden Thailands keine K├╝ste, aber er bezaubert mit anderen Dingen, Menschen und Eindr├╝cken, dass du unbedingt dort hin reisen solltest.Was du dort entdecken kannst, zeigen wir dir!

hier entlang

Doch von Anfang an: Um nach Myanmar einreisen zu k├Ânnen, musst du vorher ein E-Visum beantragen (50,- USD pro Person). Meist wird es nach etwa 2-3 Tagen best├Ątigt und du nimmst den Ausdruck mit zum Flughafen. Alle Sticker-Sammler m├╝ssen wir entt├Ąuschen: Leider gibt es in Myanmar nur einen langweiligen Stempel und keinen sch├Ânen Aufkleber, wie etwa in Laos oder Kambodscha. Nach etwa 1,5 Stunden Flug kommen wir am Flughafen von Mandalay an, heben Geld ab, besorgen uns eine SIM-Karte (Ooredoo) und steigen in ein Shared-Taxi. Die Taxen nehmen bis zu acht Personen mit, warten aber selbstst├Ąndig, bis sie voll sind. Du musst dir also nicht im Vorfeld Mitfahrer suchen. Aus irgendeinem Grund ist der Flughafen unfassbar weit weg von der Stadt gelegen, sodass man ├╝ber eine Stunde fahren muss. Der Preis ist mit 4.000,00 MMK (ca. 2,36 Euro) pro Person aber mehr als fair.

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Sch├Ânes Hotel mitten in Mandalay, mit unglaublich freundlichem Personal

Unsere Unterkunft, das Hotel Boss (Der Name ist Programm), liegt recht zentral und wir werden direkt freundlich empfangen. Mit Begr├╝├čungsgetr├Ąnk, Gep├Ącktr├Ąger und so weiter f├╝hlen wir uns wie in einem 5-Sterne-Hotel und nicht wie in einer Unterkunft, die gerade einmal 10,- Euro die Nacht pro Person kostet. ├ťberhaupt sind in Myanmar die Unterk├╝nfte nicht teuer, gemessen daran, wie gro├č und neu die Hotelzimmer meist sind! Das Hotelpersonal ist unglaublich nett und bem├╝ht, jeden einzelnen Wunsch zu erf├╝llen. Und, wie wir sp├Ąter feststellen, ist das in unserem Hotel keine Ausnahme. Die gesamte Bev├Âlkerung Myanmars stellt sich als unfassbar freundlich und hilfsbereit heraus und spricht zudem noch richtig gut Englisch. Wenn du dachtest, die Thais seien die nettesten und freundlichsten Menschen, dann musst du unbedingt nach Myanmar kommen, denn die Burmesen sind einfach nur richtig s├╝├č!

Mit dem Fahrrad durch Mandalay

Nach einer erholsamen Nacht und einem leckeren Fr├╝hst├╝ck auf der Dachterrasse nutzen wir die (kostenlosen) Fahrr├Ąder des Hotels, um die Stadt zu erkunden. In Mandalay herrscht ein recht buntes Verkehrschaos aus Autos, TukTuks, Traktoren, Motorr├Ądern, Fahrr├Ądern, Pferdekutschen und Fu├čg├Ąngern. Mit dem Fahrrad da durch zu fahren ist am Anfang recht gew├Âhnungsbed├╝rftig. Vor allem, weil es in Myanmar ├╝blich ist, zu hupen, sobald man jemanden ├╝berholt oder abbiegt. Und so ist das Ganze nicht nur trubelig, sondern auch noch ziemlich laut. Doch wir gew├Âhnen uns recht schnell daran und finden Spa├č am Radfahren durch das Verkehrschaos.

Am Flussufer des Irrawaddy beobachten wir das Treiben der Einheimischen: Fischer auf ihren kleinen Holzbooten, W├Ąsche waschende Frauen, spielende Kinder und mittendrin K├╝he, Schweine, Hunde oder Katzen. Wir sind die einzigen Touristen und ziehen nat├╝rlich sofort die Aufmerksamkeit auf uns, doch trotzdem ist es nett einen Einblick in das Leben der Menschen vor Ort zu bekommen.

Weiter geht's zum Mandalay Palace. Der ehemalige K├Ânigspalast steht auf einem 2x2 Kilometer gro├čem Grundst├╝ck und wird von einem Wassergraben umrandet. F├╝r Touristen ist nur der Ost-Eingang zug├Ąnglich und man muss Fahrrad oder Motorrad drau├čen stehen lassen. Der Eintritt ist mit 10.000,00 MMK (ca. 5,89 Euro) f├╝r Myanmar nicht gerade g├╝nstig, aber die Eintrittskarte kann auch f├╝r viele andere Tempel genutzt werden, also unbedingt aufbewahren! Nachdem wir das Grundst├╝ck betreten haben, stellen wir fest, dass au├čer uns offensichtlich jeder mit dem Auto oder Motorrad fahren darf und wir Touristen die einzig doofen sind, die den Kilometer zu Fu├č laufen d├╝rfenÔÇŽ Au├čerdem ist bis auf die eine Stra├če alles mit Stacheldraht abgesperrt und wird scheinbar als Milit├Ąrgel├Ąnde genutzt - sehr eigenartig. Der K├Ânigspalast selbst ist ganz nett, aber aus unserer Sicht auch nicht besonders spektakul├Ąr, zumal der eigentliche K├Ânigspalast im Krieg v├Âllig zerst├Ârt wurde und das jetzige Geb├Ąude blo├č eine Art Nachbau darstellt. Es gibt einen ganz netten Aussichtsturm, von dem man die Stadt ├╝berblicken kann, ansonsten gibt es nicht sehr viel zu sehenÔÇŽ

Nach einer Picknick-Pause am Wassergraben, an den wir uns eigentlich auch nicht setzen durften, wie wir hinterher durch einen aufgebrachten Beamten erfahren durften, fahren wir weiter zur Kuthodaw-Pagode, dem gr├Â├čten Buch der Welt. In der Mitte steht eine gro├če, goldene Pagode mit vier goldenen L├Âwen an den Seiten. Rundherum befinden sich 729 kleine, wei├če Stupas, die auf einem gro├čen Fels, jeweils eine Seite des gro├čen Buches enthalten. Fr├╝her war die Schrift vergoldet, heute ist sie nur noch schwarz, aber nicht weniger sch├Ân, denn die Sonne reflektiert auf dem Wei├č und dem Gold und taucht alles in ein sch├Ânes Licht!

Der Sonnenuntergang vom Mandalay Hill

Am Abend wandern wir auf den Mandalay Hill, um den Sonnenuntergang anzuschauen. Der Aufstieg auf den Berg dauert mindestens eine halbe Stunde und immer wenn wir denken, wir w├Ąren oben angekommen, geht es doch noch weiter. Wir laufen durch verschiedene Tempel, alte Fabrikhallen und heruntergekommene Treppen. Die komplette Treppe ist voll mit Verk├Ąufern, die allen m├Âglichen Ramsch verkaufen, eins h├Ąsslicher, als das andere und alle sicherlich nicht handgemacht. Diese h├Ąsslichen Souvenirs gibt es ├╝brigens an jedem Tempel zu kaufen, doch au├čer den chinesischen Touristen wird dort sicherlich niemand etwas kaufenÔÇŽ

Das Prinzip des ganzen wird uns nichts wirklich klar, vor allem, da wir schon unten die Schuhe ausziehen m├╝ssen. Der Tempel selbst strahlt dann mit seinen sauberen Fliesen, die sch├Ân von den dreckigen F├╝├čen der unz├Ąhligen Touristen verschmutzt werden. Nicht so ganz sinnvoll, wenn doch der Fu├čboden des Tempels heilig sein sollÔÇŽ

Oben auf dem Berg angekommen bietet sich uns ein sch├Âner Blick ├╝ber die ganze Stadt und wir entdecken neben den vielen Touristen auch einige M├Ânche. Sie kommen nachmittags hier hoch, um mit den Touristen zu sprechen und ihr Englisch zu verbessern. Und so werde auch ich recht schnell von einem M├Ânch angesprochen, der mit seinen gerade einmal 16 Jahren erstaunlich gutes Englisch spricht. Zumal er mir erz├Ąhlt, dass er erst seit knapp einem Jahr ├╝berhaupt Englisch lernt. Sowohl er, als auch zwei andere M├Ânche, mit denen ich im K├Ânigspalast gesprochen habe, haben den gleichen Grund um Englisch zu lernen: Sie wollen Reisen und etwas von der Welt und anderen Kulturen kennenlernen, Gerade in Asien, wo jedes Land eine andere Sprache und vor allem auch andere Schriftzeichen benutzt, ist es wichtig f├╝r sie, Englisch zu lernen. Doch das gr├Â├čte Reiseziel all der M├Ânche und auch anderer Einheimischer, mit denen wir ins Gespr├Ąch kommen, ist Singapur. Singapur gilt als sehr modern und westlich und das ist wohl der Grund, warum sie es alle sehen wollen. Doch, wie mir der M├Ânch erz├Ąhlt, m├╝ssen sie erst einmal 150.000 Kyat sparen, um in das Land einzureisen. Das sind gerade einmal 100,- Euro, doch f├╝r sie ist es wahnsinnig viel Geld. Und so f├╝hlen wir uns nicht zum ersten Mal auf dieser Reise schlecht, wie gut es uns geht und was f├╝r ein Geschenk es ist, so viel Reisen zu k├Ânnen, wie wir es tun. Am liebsten w├╝rde ich ihnen allen hundert Euro schenken, damit sie sich ihren Traum erf├╝llen k├ÂnnenÔÇŽ

Nach einem sch├Ânen Sonnenuntergang und vielen netten Gespr├Ąchen, machen wir uns wieder auf den Weg nach unten und zur├╝ck in unser Hotel, das auf der Dachterrasse auch ein leckeres Abendessen anbietet. ├ťbrigens wird das Ganze mit dem Verkehr noch ein bisschen lustiger, wenn es keine Stra├čenlaternen gibt und das Fahrrad kein Licht hatÔÇŽ

Mandalay Hill Sonnenuntergang
Der Sonnenuntergang vom Mandalay Hill

Mandalays Umland: Der Sagaing Hill

Da auch das Umland von Mandalay einiges zu bieten hat, mieten wir uns am n├Ąchsten Tag ein Taxi, dass uns zu allen sch├Ânen Orten bringen soll: Amarapura, Sagaing und Inwa, sind genau wie Mandalay fr├╝her K├Ânigsst├Ądte gewesen und haben daher einige Sehensw├╝rdigkeiten zu bieten. Das ist es irgendwie auch, was Myanmar von anderen L├Ąndern in S├╝dostasien abhebt: Das Land wirkt viel geschichtstr├Ąchtiger, viel religi├Âser, aber auch noch unber├╝hrter, als beispielsweise Thailand oder Malaysia.

Karte
1: Mandalay | 2: Bagaing Hill | 3: Inwa | 4: Amarapura mit der U-Bein-Br├╝cke

Die Fahrt mit dem Taxi wird direkt von unserem Hotel organisiert und kostet uns 36.000,00 MMK (ca. 21,22 Euro) f├╝r den ganzen Tag, wobei es nat├╝rlich g├╝nstiger wird, wenn man sich mit anderen Reisenden zusammen tut. Unser Fahrer ist sehr freundlich, kann gut Englisch und macht uns viele Vorschl├Ąge, wie wir den Tag gestalten k├Ânnen. Unser erster Stop ist auf seine Empfehlung hin der Sagaing Hill, ein Berg auf der anderen Seite des Irrawaddy-Flusses. Wir fahren vorbei an kleinen D├Ârfern, immer den Berg hinauf, bis zur Shin Pin Nan Khine-Pagode. Die Pagode selbst wirkt ├╝brigens f├╝r uns eher wie ein Schwimmbad, durch die vielen blauen, roten und gelben Fliesen, denn wie ein Tempel. So sehen hier ├╝brigens viele der etwas neueren Pagoden aus. Was immer man sich dabei gedacht hatÔÇŽ Auch, wenn sie uns optisch nicht so gut gef├Ąllt, gibt es von hier einen tollen Blick auf die kleineren H├╝gel, mit ihren hunderten Stupas und Pagoden und nat├╝rlich auf den Fluss. In den etwa 600 Tempeln leben ├╝ber 6.000 M├Ânche, um zu studieren und zu meditieren!

Unser n├Ąchster Halt auf dem Sagaing Hill ist die Umin-Thonze-Pagode. Sie besteht aus einem recht gro├čen Geb├Ąude mit vielen bogenf├Ârmigen Fenstern, aus denen jeweils ein goldener Buddha herausschaut und auf die Menschen des Ortes hinabschaut, um sie besch├╝tzenÔÇŽ

Das verfallene K├Ânigreich Inwa

Nach Sagaing geht es in Richtung Inwa, ein sehr altes K├Ânigreich, dass inzwischen haupts├Ąchlich noch aus Ruinen besteht, aber so noch einmal einen anderen Reiz hat, als die neueren Pagoden. Wir halten am Ufer des Flusses und werden die etwa 100 Meter mit einem kleinen Boot r├╝ber gefahren (1.400,00 MMK (ca. 0,83 Euro)). Auf der anderen Seite warten bereits hunderte kleiner Pferdekutschen, um die Touristen durch das recht gro├če Gel├Ąnde zu fahren. Eigentlich fahren wir nie mit Pferdekutschen, da die Pferde oft nicht gut behandelt werden, in diesem Fall waren allerdings 10 Kilometer durch die Mittagshitze laufen keine wirkliche Option, die Pferde wirkten auf uns in diesem Fall gesund und entspannt und mangels Alternative (es gibt keine Autos) steigen wir ein.

Und so nehmen wir eine Pferdekutsche (10.000,00 MMK (ca. 5,89 Euro)), die uns etwa zwei Stunden durch die alten Tempel f├Ąhrt. Leider kann ich mich an keinen Namen, der einzelnen Tempel erinnern, da alle Schilder nur auf Burmesisch waren. Die Tempel selbst waren eher Ruinen, aber hatten irgendwie gerade deshalb ihren Charme und ab und zu schaute auch eine goldene Pagode zwischen den B├Ąumen hervor, denn Inwa ist richtig sch├Ân gr├╝n.

Pagode Inwa
Eine goldene Pagode mitten in der Natur

Die ber├╝hmte U-Bein-Br├╝cke

Gegen sp├Ąten Nachmittag machen wir uns dann auf nach Amarapura, wo die ber├╝hmte U-Bein-Br├╝cke den Taungthaman-See ├╝berquert. Sie wurde durch den damaligen K├Ânig im Jahre 1851 errichtet und die ├╝ber 1.000 Teakholzst├Ąmme sind seit dem erhalten geblieben. Mit ihren 1,2 Kilometern L├Ąnge, ist sie die l├Ąngste Teakholzbr├╝cke der Welt und neben den Hei├čluftballons in Bagan, wohl eines der meistfotografierten Motive in Myanmar. Das wollen wir uns nat├╝rlich nicht entgehen lassen und mieten uns eins der vielen Boote, um den Sonnenuntergang vom See aus anzuschauen.

Sonnenuntergang U-Bein-Br├╝cke
Wir wollen uns den Sonnenuntergang vom Boot aus anschauen!

Je Boot kostet das Ganze 15.000,00 MMK (ca. 8,84 Euro), aber da mehrere Personen in ein Boot passen, teilen wir uns das Boot mit einem russischen P├Ąrchen und zahlen so nur die H├Ąlfte. Insgesamt eine Stunde werden wir ├╝ber den See gefahren, ├╝brigens rudernd, da alle Boote keinen Motor besitzen. So ist es aber sch├Ân still und wir k├Ânnen in Ruhe den Sonnenuntergang genie├čen.

Mandalay ist unser erster Stop in Myanmar und wir sind gespannt auf das was noch kommt! In Mandalay schie├čen wir weit mehr Fotos, als in vielen anderen Stops, weil wir einfach beeindruckt von den tausenden Tempeln und Pagoden, den bunten Farben und der vielen Natur sind. Mandalay als einzigartig zu bezeichnen w├Ąre wohl etwas ├╝bertrieben, aber es ist sicherlich ein Muss bei jedem Myanmar Besuch und f├╝r uns ein toller Einstieg in dieses spannende Land!

Tempel Mandalay Myanmar
Mandalay war ein sch├Âner Start in diesem spannenden Land
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