Reisebericht Bagan

Bagan: Die Stadt der ewigen Tempel

Ein ganzer Ort voller Tempel und Pagoden, wie es ihn sicher nur einmal auf der Welt gibt!

Nach Mandalay, unserem ersten Stop in Myanmar, fahren wir weiter nach Bagan. Haben wir in Mandalay hauptsächlich modernere, goldfarbene Pagoden und Tempel gesehen, so warten in Bagan viele alte Bauwerke auf uns. Über 2.000 (Ja: Zweitausend!) Tempel und Pagoden in unterschiedlichsten Größen und Formen warten auf uns, viele davon schon tausende Jahre alt. Auch, wenn dieser Ort inzwischen recht touristisch ist, empfinden wir es zu keinem Zeitpunkt als überfüllt, dafür gibt es einfach zu viele unterschiedliche Pagoden und alles verläuft sich in der weiten Steppenlandschaft.

Pagoden Bagan

Die Pagoden von Bagan

Mitte August 2016 hat ein Erdbeben in Bagan leider einige Pagoden zerstört und so sind viele nicht mehr von innen zugänglich und man kann den Ausblick vom Dach nicht mehr genießen. Das ist wirklich sehr schade, doch viele der Pagoden sind wieder im Aufbau und früher oder später wird es sicherlich wieder möglich sein, die weltbekannten Sonnenuntergänge von allen Pagodendächern anzuschauen! Um die Pagoden anschauen zu können, muss man ganz am Anfang einen Eintritt von 25.000 Kyat (etwa 16,- Euro) pro Person zahlen. Die Eintrittskarte gilt dann für alle Tempel und Pagoden im Bagan-Gebiet. Meist hält der Bus bei der Anreise direkt an diesem Büro und man muss sich nicht weiter um die Eintrittskarte kümmern. Übrigens sollte man in allen Tempeln die Schultern und Beine bedecken. Also unbedingt immer ein Tuch mitnehmen oder direkt eine lange Hose tragen!

Scooter Bagan

Auch wenn viele Pagoden zerstört wurden: Bei zweitausend Gebäuden bleiben trotzdem viele übrig!

Nyaung U, Alt-Bagan oder Neu-Bagan?

Das gesamte Pagoden-Gebiet liegt in einem Dreieck zwischen den Orten Nyaung U, Alt-Bagan und Neu-Bagan. In allen drei Orten gibt es Hotels und auch Restaurants und Cafés. Aus unserer Sicht eignet sich Nyaung U am Besten, da dort die meisten Pagoden in der Nähe liegen und man somit zum Sonnenaufgang nicht ganz so früh aufstehen muss!

Unsere Unterkunft, das Sky View Hotel liegt in Nyaung U, in einer ruhigen Seitenstraße. Es liegt ein wenig außerhalb, allerdings ist es dadurch sehr ruhig und wir sind mit der Lage super zufrieden. Das Hotel hat eine schöne Dachterrasse, von wo aus man einen tollen Sonnenuntergang über den Dächern der Pagoden sehen kann. Außerdem gibt es auf der Dachterrasse ein Restaurant mit sehr gutem Essen.

Tempel und Pagoden mit dem Scooter erkunden

Um die vielen Pagoden zu entdecken, kann man mit der Pferdekutsche oder dem Taxi fahren oder ein Fahrrad oder Scooter mieten. Da wir Pferdekutsche und Taxi zu unflexibel finden und für ein Fahrrad die Distanzen recht weit sind, entscheiden wir uns für einen Roller. In Bagan werden generell an alle Touristen E-Roller vermietet – eine sehr schlaue Idee, da so die Ruhe zwischen den Pagoden nicht durch laute Motoren gestört wird. Wir mieten uns den Roller direkt in der Unterkunft für 10.000 Kyat (etwa 6,- Euro) am Tag. Der Akku hält für etwa 30 Kilometer, was ausreichend ist. Sollte er trotzdem leer sein, kann man jederzeit anrufen und es wird ein Ersatz-Akku gebracht. Es ist zwar günstiger, den Scooter in der Stadt direkt zu mieten, dafür haben wir so keine zeitliche Begrenzung und können sowohl für den Sonnenaufgang, als auch für den Sonnenuntergang den Scooter nutzen.

Scooter mieten Bagan

Wir erkunden die Tempel und Pagoden mit einem Elektro-Roller

Von unserem Hotel erhalten wir eine Karte mit allen Pagoden und machen uns direkt nach dem Frühstück auf zum ersten empfohlenen Tempel, dem Gawdawpalin-Tempel. Der Tempel ist sehr schön, doch wir sind zu Beginn etwas enttäuscht davon, wie viel Kommerz sich um den Tempel herum befindet. Überall werden Souvenirs verkauft, die sich kein bisschen von den Souvenirs aus Thailand oder Laos unterscheiden. Sehr schade, da sie nicht selbstgemacht sind, wie überall angepriesen wird. Es wirkt auf uns, als wüssten die Burmesen noch nicht so recht, wie sie mit den Touristen umgehen sollen. Chinesische Touristen mögen auf solche Souvenirs stehen, aber wir persönlich können es gar nicht leiden, wenn uns alles direkt unter die Nase gehalten wird, sobald man einmal hinsieht. Am liebsten schaue ich mir die Dinge in Ruhe an und entscheide mich dann… Diese Erfahrungen machen wir mit vielen der größeren Tempel: Viele Touristen, viele Souvenirs und fette Reisebusse.

Souvenirs Bagan Myanmar

Bei den bekannten Tempeln werden massenhaft Souvenirs verkauft…

Daher verzichten wir auf die weiteren Pagoden, die in Reiseführern empfohlen oder auf Touristenkarten empfohlen werden und entscheiden uns, die nächsten Tage einfach herumzufahren, in kleine Feldwege abzubiegen und zu schauen, was uns begegnet. So entdecken wir beispielsweise in einer Pagode einen Burmesen, der Bilder malt. Er erzählt uns viel über „seine“ Pagode und darüber, wie er die Farben für seine Bilder anrührt. Als Marius dann mit seiner Drohne fliegt ist er total begeistert und stellt uns viele Fragen. So eine Erfahrung ist viel mehr das, was für uns das Reisen ausmacht und wir kaufen einige seiner schönen Bilder!

Als wir weiter fahren, entdecken wir ein kleines Feld mit mehreren kleinen Pagoden. Mittendrin stehen einige kleine Wohnhäuser, Kinder spielen im Sand, die Männer reparieren die Pagode und die Frauen basteln an Souvenirs. Wieder sind außer uns keine Touristen unterwegs und wir schauen uns in Ruhe die schönen Souvenirs an. Als wir dann auch noch einige Kleinigkeiten kaufen, ist die nette Burmesin mehr als begeistert und schenkt mir noch ein Bambus-Armband. Genau wie bei der Pagode zuvor fühlen wir uns richtig wohl und sind froh in den unscheinbaren Feldweg hineingefahren zu sein!

Trotz unseres Vorhabens, die berühmten Tempel zu umgehen, wollen wir uns den Thatbyinnyu Tempel nicht entgehen lassen. Er ist mit 61 Metern das höchste Bauwerk in Bagan und daher auch einen Besuch wert. Von innen ist er nicht sonderlich spektakulär, aber wir entdecken am Hintereingang mal wieder einen kleinen Feldweg!

Thatbyinnyu Tempel

Der Thatbyinnyu Tempel ist der höchste Tempel Bagans

Wir fahren ein kleines Stück in den Feldweg hinein und entdecken plötzlich einen Tempel, wie er auch in Mexiko stehen könnte, mit Treppen außen und somit einem schönen Ausblick auf die Landschaft und auch den Thatbyinnyu Tempel. Wir sind die einzigen Touristen und genießen die Ruhe und die Sonne.

In unseren zwei vollen Tagen, die wir durch die Pagoden-Felder fahren wird uns nicht ein mal langweilig und auch das Wetter enttäuscht uns nicht: Strahlender Sonnenschein und blauer Himmel den ganzen Tag, dazu der Fahrtwind vom Rollerfahren! Wir entdecken noch einige schöne Pagoden. Oft gibt es Hügel, die sich perfekt als Aussichtspunkt eignen und einige Tempel haben sogar versteckte Treppen, die uns aufs Dach führen.

Zwischen den Pagoden weiden die Viehherden, es werden Mais und Erdnüsse angebaut und man findet immer wieder kleine Hütten, in denen Familien wohnen. Alles wirkt so richtig ursprünglich und friedlich. So muss die Welt vor hundert Jahren gewesen sein…

Bagan

In Bagan wirkt alles so schön und friedlich!

Die Magie der Sonne in Bagan

Noch nie in unserem Leben haben wir freiwillig so oft und konsequent Wecker gestellt, wie in Bagan. An diesem Ort sollte man sich einfach keinen Sonnenaufgang und keinen Sonnenuntergang entgehen lassen. Sie sind einfach zu schön und es wird nie langweilig! Viele Besucher unternehmen einen Flug mit dem Heißluftballon, um den Sonnenaufgang zu genießen. Doch mit etwa 300,- Euro für lächerliche 45 Minuten ist der Heißluftballon-Flug in Bagan der teuerste Flug der Welt. Wenn man bedenkt, wie niedrig die Kosten in Myanmar sind und, dass wir in einer ganzen Woche Myanmar etwa diesen Betrag pro Person ausgegeben haben, ist das unverschämt teuer!

Heißluftballon Bagan

Mit dem Heißluftballon über Bagan

Wir entscheiden uns daher gegen einen Flug mit dem Heißluftballon, den Sonnenaufgang wollen wir uns natürlich trotzdem nicht entgehen lassen. In der Nähe von Nyaung U gibt es den Bagan Tower, einen Aussichtsturm. Der ist zwar für Myanmar mit etwa 5,- Euro Eintritt nicht gerade günstig, bietet aber einen tollen Ausblick.

Bagan Tower

Der Aussichtsturm von Bagan

Es ist stockdunkel und richtig kalt, als wir morgens mit dem Roller in unserem Hotel losfahren. Und auf der Aussichtsplattform mit Wind ist es nicht gerade wärmer… Doch das frühe Aufstehen und das Frieren lohnt sich, denn es ist wunderschön zu sehen, wie die Sonne hinter den Bergen aufgeht und alle Pagoden in ein goldenes Licht taucht. Gegen 7 Uhr fliegen dann die ersten Ballons los und bieten uns das Bild, dass jedem bekannt ist. Doch die Meisten vermuten diesen Anblick wohl in Angkor Wat in Kambodscha. Doch die Pagoden mit ihren Ballons findet man in Bagan!

Sonnenaufgang Bagan

Der Sonnenaufgang über Bagan

Doch nicht nur von einem Aussichtspunkt aus, auch von unten ist es schön die Ballons und die aufgehende Sonne zu beobachten. Doch nun geht es erst einmal zurück ins Hotel, ein wenig Ausruhen und mit Tee aufwärmen, bevor wir weitere Tempel erkunden.

Heißluftballon Bagan

Auch von unten kann man die Ballons sehr gut anschauen!

Nicht nur Sonnenaufgänge sind in Bagan schön, auch die Sonnenuntergänge lassen wir uns nicht entgehen. Da leider wegen des Erdbebens so viele Dächer von Pagoden gesperrt sind, gibt es keine große Auswahl und an den wenigen Aussichtspunkten wird es Abends ziemlich voll. Auch ein Grund, warum du für Sonnenaufgänge aufstehen solltest, es ist einfach noch so schön ruhig überall und nur wenige Touristen stehen so früh auf. Wir genießen den Sonnenuntergang am ersten Abend von der Dachterrasse unseres Hotels aus und am nächsten Abend von einem etwas höher gelegenen Hügel. Mit einem Bier oder einem kleinen Picknick lässt sich so der Abend schön ausklingen.

Nach einem schönen Start in Mandalay können wir nun definitiv sagen, dass Myanmar eines der schönsten Länder unserer Weltreise ist. Wir mögen keine großen Städte und die gibt es hier auch kaum. Stattdessen viel Natur und noch viel mehr Kultur. Auch, wenn wir wohl für den Rest der Reise keine weiteren Pagoden und Tempel mehr sehen können, war es trotzdem eine schöne Erfahrung und wir sind gespannt, was uns bei unserem nächsten Stop in Myanmar, der 3-Tage-Wanderung zum Inle-See, erwarten wird!

Mönch Bagan

Mein absolutes Lieblingsbild aus Bagan! Einfach eine schöne Stimmung….

Für Abenteurer. Für Träumer. Für dich!

Zusammenfassung

  • wunderschöne Tempel und Pagoden
  • viel Ruhe und schöne Natur
  • unglaublich nette Menschen
  • tolles Wetter im Januar
  • große Tempel sind recht überlaufen
  • leider sind viele Pagoden durch den Erdbeben nicht mehr zugänglich

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  1. Paul

    am 14. März 2018 um 12:12 Uhr

    Liebe unbekannte Cosi, dein Artikel über Bagan trifft voll ins Herz und erinnert an die Erlebnisse die wir dort hatten. Auch wir trafen auf den Bildermaler und haben uns gegen eine Ballonfahrt entschieden. Zum Glück ist der Ort noch an vielen Stellen unberührt. Die Preise scheinen stark angestiegen zu sein. Mit den E-Rollern ist uns Myamar klimatechnisch weit voraus.

    1. Cosi

      am 15. März 2018 um 11:34 Uhr

      Hallo Paul, vielen Dank, das freut mich zu hören! Ich denke auch, dass es in den nächsten Jahren dort noch deutlich touristischer wird... Sehr schade, denn Myanmar ist generell ein noch sehr ursprüngliches Land und das hat uns dort auch mit am Besten gefallen!

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