Marokko: Tipps & Tricks zum Autofahren

Ist ein Roadtrip in Marokko sicher? Worauf sollte ich beim Autofahren achten? Die Antworten findest du hier!

Ein Roadtrip durch Marokko mit dem Mietwagen? Sind die Straßen in Marokko einfach zu befahren? Welche Dinge gibt es zu beachten und wie viel kostet ein Mietwagen in Marokko überhaupt? Fragen, die wir uns vor unserer Reise gestellt haben und die wir dir hier nun beantworten möchten.

Wie miete ich ein Auto in Marokko?

Einen Mietwagen kann man natürlich bei vielen verschiedenen Anbietern buchen. Unterschiede gibt es aber meistens in der Versicherung oder der Selbstbeteiligung. Wichtig ist auch, dass die Anzahl der verfügbaren Kilometer ausreichen. Wir buchen unseren Mietwagen immer bei Check24. Check24 vergleicht verschiedene Anbieter miteinander, so werden auch marokkanische Anbieter einbezogen, die du eventuell so nicht auf dem Schirm hattest.

Der größte Vorteil bei Check24 ist, dass immer eine Versicherung der Allianz inkludiert ist. Dank der Versicherung hast du im Schadenfall keine Selbstbeteiligung, ganz egal bei welchem Anbieter du am Ende buchst. Die Versicherungen, die dir bei Abholung ja quasi immer dazu angedreht werden, kannst du dann bequem ignorieren. In Marokko ist es aufgrund einiger Straßen auch hilfreich, wenn Dach und Unterboden mitversichert sind. Die Größe des Autos ist aus unserer Sicht egal, auch ein 4×4 ist nicht wirklich nötig.

Wir haben für unseren Mietwagen für eine Woche 198,- Euro gezahlt und zusätzlich bei rund 1.200 Kilometern für 46,- Euro getankt.

Ist es schwierig in Marokko Auto zu fahren?

Eigentlich nicht! Es herrscht wie bei uns Rechtsverkehr und es gelten sagen wir einmal größtenteils die gleichen Verkehrsregeln wie bei uns. Die meisten, vor allem größeren Straßen sind gut ausgebaut und teilweise auch sehr neu. So haben wir auf unserem kompletten Roadtrip nur wenige Schlaglöcher entdeckt. Auch Autobahnen gibt es in Marokko, allerdings eher an der Westküste, weshalb wir sie nicht genutzt haben. Generell kosten die Autobahnen in Marokko eine Maut, für die restlichen Straßen muss man nichts zahlen.

Die Straßen in Marokko sind sehr gut zu befahren

EU Führerschein oder internationaler Führerschein in Marokko?

Vielleicht stellst du dir die Frage, welchen Führerschein du benötigst, um in Marokko Auto fahren zu können. Wir hatten aufgrund unserer Weltreise (LINK) sowieso schon einen internationalen Führerschein zu Hause und haben ihn daher mitgenommen. Du brauchst ihn aber definitiv nicht, denn bei der Abholung des Mietwagens und auch bei der Polizeikontrolle bräuchten wir nur unseren EU Führerschein.

Ist Autofahren in Marokko sicher?

Eine wichtige Frage, die man sich natürlich stellen sollte, bevor man einen Roadtrip in Marokko unternimmt. Innerhalb der EU oder auch in den USA würde man sich die Frage nach der Sicherheit eher nicht stellen, in Marokko wurde uns die Frage aber mehrfach im Vorfeld gestellt.

Direkt vorweg: Wir haben uns in Marokko sehr sicher gefühlt und hatten nicht das Gefühl, besondere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Worauf du aber vielleicht dennoch achten solltest: Per Anhalter zu fahren ist in Marokko Gang und Gebe. Oft haben wir beobachtet, wie Leute am Straßenrand standen und mit uns fahren wollten. Sicherlich sind dies alles nette Menschen, wir würden jedoch trotzdem davon abraten, fremde Leute mitzunehmen.

Oft rennen gerade in Städten Leute vor dein Auto und wollen dich anhalten. Meist kommen sie aus Restaurants oder Souvenir-Shops und du wirst sie nicht mehr los, wenn du einmal angehalten hast. Fahre also vorsichtig weiter und ignoriere ihre Rufe, wenn du nichts kaufen möchtest. Ist es nicht die Polizei, halte einfach nicht an.

Wie stark ist der Verkehr in Marokko?

Der Verkehr ist vor allem in den einsameren Regionen sehr überschaubar. Wir haben nicht oft andere Autos getroffen und standen dementsprechend auch nicht im Stau. In den Städten sieht das Ganze allerdings anders aus. In kleineren Städten musst du vor allem aufpassen, keine Menschen oder Tiere zu überfahren, denn sie alle laufen ohne zu gucken einfach über die Straße.

Kamel läuft über Straße

In Marokko laufen auch mal Kamele über die Straße

In größeren Städten gibt es ziemlich viel Verkehr. Die Autos fahren oft Kreuz und Quer und es geht ziemlich hektisch zu. Das alles ist definitiv machbar, wir haben die großen Städte mit dem Mietwagen allerdings gemieden.

Wie schnell darf man in Marokko fahren?

Tempolimits in Marokko sind:

Leider sind die Geschwindigkeiten oft nicht unbedingt ersichtlich, sodass wir in den Orten meist 50 km/h und auf den Landstraßen 80 km/h gefahren sind.

Während deiner Fahrt werden dir sicherlich einige Geschwindigkeitsschilder auffallen, die nicht wie sonst weiß-rot sind sondern gelb-rot. Diese Schilder gehören zu Baustellen, was an sich kein Problem ist. Allerdings werden die Schilder auch dann nicht entfernt, wenn es gar keine Baustelle mehr gibt. So kann es dir passieren, dass du aufgrund eines gelben Schildes von 100 km/h auf 20 km/h runterbremst, obwohl nichts los ist. Da es auch keine Schilder gibt, die das Ende der Baustelle anzeigen, fragst du dich natürlich recht schnell, wann du denn wieder schneller fahren kannst. Zudem hält sich tatsächlich niemand an die Geschwindigkeit der gelben Schilder. Du kannst diese Schilder ohne eine dazugehörige Baustelle einfach ignorieren.

Autofahren in Marokko

Die Baustellenschilder werden in Marokko einfach nicht entfernt

Sind Straßenschilder in Marokko leicht verständlich?

Die Straßenschilder in Marokko sind neben der arabischen Schrift größtenteils auch auf französisch geschrieben, sodass wir sie immerhin lesen können. Die Schilder für Geschwindigkeit oder Überholverbot sind die gleichen, wie in Europa und die Stoppschilder erkennst du definitiv anhand ihrer Form, auch wenn dort nicht wie gewohnt „Stop“ draufsteht. Was die Straßenschilder angeht, sind wir in Marokko also sehr gut klar gekommen!

Straßenschilder Marokko

Die Straßenschilder in Marokko sind leicht verständlich

Gibt es besondere Verkehrsregeln in Marokko?

Die Marokkaner stehen tierisch auf Kreisverkehre und bauen sie auch gern an Stellen, an denen es gar keine weiteren Straßen gibt. Die Kreisverkehre folgen scheinbar keinem oder einem eigenen System. Oft bestehen sie aus zwei Spuren, die aber gern von drei Fahrzeugen nebeneinander genutzt werden. Zum Rausfahren blinkt grundsätzlich niemand und es wird auch gern von ganz innen nach ganz außen einfach deine Fahrbahn gekreuzt – sei dort also besonders vorsichtig.

Eine rechts vor links Regelung scheint es auch nicht zu geben, jeder fährt einfach wie er möchte. Du solltest also vor allem in größeren Orten besonders vorsichtig fahren und lieber einmal mehr anhalten. Besondere Regeln, die wir aus Deutschland nicht kennen, sind uns ansonsten nicht aufgefallen.

Wie navigiere ich mich durch Marokko?

Da in den meisten Autos keine Navigationsgeräte verbaut sind, bietet es sich an, dein Smartphone zu nutzen. Wenn du kein Internet hast, nutze einfach die Offline-Karten von Maps.me. Die Karten sind oft deutlich präziser als Google Maps, vor allem wenn du in ländlicheren Gegenden unterwegs bist.

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Ansonsten kannst du natürlich auch Google Maps nutzen, wobei du dafür Internet benötigst. Eine SIM Karte bekommst du in Marokko allerdings an jeder Ecke und vor allem auch extrem günstig. Wir haben eine SIM Karte von Orange gekauft, die anderen Anbieter haben allerdings ähnliche Preise und ein ähnlich gut ausgebautes Netz in Marokko.

Eine SIM Karte in Marokko kostet 5,- Dirham (ca. 0,50 Euro)
Datenvolumen in Marokko 10,- Dirham (etwa 1,- Euro) pro Gigabyte.

Allein um unterwegs etwas nachzugucken hat es sich aus unserer Sicht schon gelohnt die SIM Karte zu kaufen. Das Netz ist übrigens super ausgebaut.
Es gibt fast überall 4G LTE Empfang und wenn nicht, dann findest du 3G vor, selbst in den kleinsten und abgelegensten Bergdörfern. Da könnten wir Deutschen uns wirklich noch eine Scheibe von abschneiden!

Wie ist das mit dem Tanken in Marokko?

Tankstellen gibt es in Marokko an jeder Ecke. Die Preise schwankten im März 2019 zwischen 9,- und 10,- Dirham pro Liter (0,90 bis 1,- Euro). An den Tankstellen kannst du entweder mit Bargeld oder mit Kreditkarte zahlen. Tanken musst du zudem nicht selbst, da der Tankwart sofort zu dir läuft und das Ganze für dich übernimmt. Tanken in Marokko ist somit denkbar einfach und auch sehr günstig!

Was hat es mit den Polizeikontrollen in Marokko auf sich?

Sehr beliebt sind in Marokko Polizeikontrollen, teilweise auch an sehr abgelegenen Straßen. Wir haben aus Spaß die Kontrollen auf unserer Strecke gezählt und sind tatsächlich an 43 Polizeikontrollen vorbei gekommen!

Entgegenkommenden Autos blinken dich oft kurz vorher mit der Lichthupe an, sodass du gewarnt bist und bremsen kannst. Dieses System ist an sich super, wird aber schwierig wenn du absolut keine Ahnung hast, wie schnell du eigentlich fahren kannst. Gib den Leuten etwas zurück und melde entgegenkommenden Fahrern doch auch mal eine Polizeikontrolle, sie werden es dir danken.

Polizeikontrollen wirst du in Marokko öfter begegnen

Zudem hält sich auch die Polizei scheinbar nicht allzu genau an die Regeln: Wir wurden auf unserem Roadtrip durch Marokko einmal von der Polizei in einer 60er Zone angehalten. Aufgrund der Warnung fuhren wir bloß 50 km/h und wurden, nachdem wir die Polizisten gesehen haben noch langsamer. Der Polizist behauptete dann allen Ernstes, sein Kollege hätte unsere Geschwindigkeit gemessen und wir seien definitiv 69 km/h gefahren. Der Kollege stand völlig unbeteiligt und rauchend am Straßenrand und hatte uns offensichtlich weder gemessen, noch waren wir zu schnell. Er überflog kurz unsere Papiere und behauptete dann es würde nun 150 Dirham (etwa 15,- Euro) kosten. Diskussionen sind ohne Französischkenntnisse (und eigentlich auch mit ihnen) zwecklos, wir gaben ihm also 200 Dirham und warteten auf Wechselgeld, dass er natürlich nicht hatte. Er gab uns dann nett lächelnd 100 Dirham zurück und behauptete, er würde selbst den Rest dazu legen. Das er das nicht getan hat und wir auch keinen Fehler gemacht haben wusste er sicherlich ebenso gut wie wir, aber so ein Erlebnis gehört scheinbar in Marokko dazu. Neben der Geschwindigkeit achtet die Polizei auch unglaublich stark auf Stoppschilder. Wenn du dort nicht richtig anhältst, darfst du zwischen 300 und 500 Dirham (etwa 30,- bis 50,- Euro zahlen).

Was ist unser Fazit zum Autofahren in Marokko?

Autofahren in Marokko ist uns nicht schwer gefallen. Wir haben uns zu keiner Zeit unsicher oder unwohl gefühlt. Die Menschen waren alle nett und hilfsbereit. Die Straßen waren gut zu befahren und auch die engsten Serpentinen waren super ausgebaut. Wir hatten jederzeit Empfang, um etwas nachzugucken und wir waren viel flexibler, als wir es mit einem Bus je gewesen wären. Für uns war es daher eine sehr gute Wahl mit dem Mietwagen durch Marokko zu fahren!

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