Mekong Laos

Mit dem Slowboat auf dem Mekong durch Laos

Wir fahren zwei Tage mit dem Slowboat nach Laos und entdecken den Mekong

Nach drei vollen Monaten in Lateinamerika ging es für uns über den Pazifik mit kleinem Zwischenstop in Singapur, bis nach Thailand. In Chiang Mai haben wir ein wenig Schlaf nachgeholt, bevor es nun für uns weitergeht: Zwei Wochen Laos! Dieses Mal wollen wir es allerdings ein wenig spannender angehen und entscheiden uns gegen einen langweiligen Flug und für eine zweitägige Fahrt über den Mekong. Unser eigentliches Ziel, Luang Prabang, ist nicht mal eine Flugstunde von Chiang Mai entfernt, doch warum fliegen, wenn man auch in drei Reisetagen viel mehr vom Land sehen kann?

Diese mehrtägige Anreise lässt sich von Chiang Mai aus direkt bei einer Agentur buchen, die dann Transport und Übernachtungen für dich organisieren. Wir halten allerdings nicht viel von solchen Touristenshuttles und entscheiden uns daher, das Ganze auf eigene Faust zu organisieren. Klingt kompliziert? Ist es aber eigentlich nicht… Hier eine kleine Anleitung und unsere Erfahrungen:

Von Chiang Mai aus fahren wir in vier Stunden ganz in den hohen Norden Thailands. Die Busse nach Chiang Rai fahren in Busterminal 3 jede halbe Stunde ab. Dein Ticket kannst du entweder online bei 12go.asia buchen oder direkt am Busbahnhof kaufen (Kosten: 220 Baht, etwa 5,60 Euro). Nach vier Stunden erreichen wir unser Guesthouse in Chiang Rai und entscheiden uns, da es noch recht früh ist, für einen Ausflug zum weißen Tempel. Das Ganze wirkt zwar eher wie ein Freizeitpark für chinesische Touristen, ist aber trotzdem ganz schön anzusehen!

White Temple Chiang Rai

Der weiße Tempel in Chiang Rai

Über die Landgrenze von Thailand nach Laos

Der nächste Stop nach Chiang Rai ist der kleine Ort Houay Xai in Laos, direkt hinter der Grenze zu Thailand. Nach einem gemütlichen Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Busbahnhof in der Innenstadt. Wir hatten zu Beginn auch nur Informationen über Reisebusse gefunden, die zwei mal täglich nach Houay Xai fahren. Du kannst dabei dein Gepäck während des Grenzüberganges im Bus lassen und musst dich quasi um nichts kümmern. Das Ganze kostet 200 Baht (etwa 5,- Euro) pro Person. Durch Zufall haben wir bei unserer Ankunft in Chiang Rai am Vortag herausgefunden, dass es auch kleine Busse gibt, die auch bis zur Grenze fahren. Sie kosten nur 50 Baht (etwa 1,25 Euro) und brauchen nicht wirklich länger. Außerdem bekommen wir so viel von den kleinen Dörfern im hohen Norden Thailands zu sehen und treffen keinen einzigen Touristen. Das so etwas in Thailand noch möglich ist, hätten wir nicht gedacht…

Thailand Lokalbus

Ein Lokalbus in Thailand

An der Endstation nehmen wir für weitere 50 Baht (etwa 1,25 Euro) ein TukTuk bis zur Freundschaftsbrücke. Ausreisestempel in Thailand abgeholt und weiter gehts zum Grenzposten von Laos. In Laos muss ein Visum gekauft werden, dass du entweder vorher in der laotischen Botschaft beantragen oder direkt an der Grenze bekommen kannst. Dieses Visa on Arrival ist allerdings nicht an allen Grenzübergängen möglich, informiere dich darüber besser vorher noch einmal. Wir entscheiden uns für das Visa on Arrival und nach dem Ausfüllen einiger Dokumente sind wir 30,- USD ärmer und um ein schickes (na wenigstens das) Visum reicher:

Laos Visum

Unser Laos Visum

Der kleine Grenzort Houay Xai

Nach einer weiteren TukTuk Fahrt (Kosten: 20.000 Kip, etwa 2,- Euro) erreichen wir das Ziel für heute Nacht: Houay Xai. Von hier fährt am kommenden Morgen früh um 11 Uhr das Slowboat in Richtung Luang Prabang ab. Die Tickets für das Slowboat kannst du direkt in Houay Xai am Anleger kaufen, entweder den Tag vorher oder direkt an dem Tag, an dem du fahren möchtest. Der Ticketverkauf läuft allerdings so: Der erste, der ein Ticket kauft, bekommt den Platz Nr.1, der zweite den Platz Nr.2 und so weiter. Je weiter hinten du sitzt, desto lauter ist der Motor (und verdammt, der ist wirklich laut!) und desto dichter sitzt du an der Toilette (und verdammt, die stinkt wirklich!). Es macht also Sinn die Tickets möglichst früh zu kaufen.

Da wir schon gegen Mittag in Houay Xai ankommen, entscheiden wir uns direkt zum Bootsanleger zu laufen. Leider hat der Ticketschalter schon geschlossen (an die Öffnungszeiten hält sich dort wirklich niemand). Allerdings können wir uns die Boote schon einmal aus nächster Nähe anschauen und gemütlich am Fluss Mittag essen.

Slowboat Mekong

Zurück in unserer Unterkunft, dem Oudomsin Hotel (unbedingt ein Zimmer mit Klimaanlage nehmen, die anderen sind total stickig und dunkel), finden wir heraus, dass wir uns den Weg zum Anleger hätten sparen können: Im Oudomsin Hotel ist es auch möglich, die Tickets für das Slowboat zu kaufen und sie garantieren Plätze zwischen Nr.1 und Nr.20. Zwar kostet es 2,- Euro mehr, als direkt am Anleger, dafür werden wir aber am nächsten morgen ganz entspannt die zwei Kilometer mit einem TukTuk zum Anleger gefahren. Was kostet die Welt! Das Ticket bis nach Luang Prabang gilt für zwei Tage und kostet uns 240.000 Kip (etwa 24 Euro) pro Person und wir bekommen tatsächlich die Plätze 5 und 6. Du solltest dir also den Weg zum Anleger sparen und direkt im Oudomsin Hotel buchen. Allerdings ist es wichtig, vorher zu fragen, wann die Anbieter die Tickets kaufen, denn wir haben während der Fahrt Backpacker wiedergetroffen, die das Ticket in Chiang Mai gekauft haben und ganz hinten sitzen mussten… Es lohnt sich also allein deswegen schon die Fahrt selbst zu organisieren und so die Mekong Fahrt richtig genießen zu können!

Die wunderschöne Fahrt über den Mekong

Am nächsten morgen werden wir ganz entspannt um 9:30 Uhr von dem TukTuk abgeholt und zum Anleger gefahren. Die Backpacks auf dem Boot verstaut, gehen wir erst einmal gemütlich frühstücken, haben wir schließlich noch über eine Stunde Zeit bis zur Abfahrt. Am Anleger gibt es einige nette Restaurants und wir essen einen Banana Pancake für 20.000 Kip (etwa 2,- Euro). Nach dem Frühstück heißt es dann noch Proviant kaufen, denn die Fahrt dauert am ersten Tag etwa sechs Stunden und bei langen Fahrten wird man erfahrungsgemäß immer hungrig. Auf dem Boot selbst kannst du übrigens Tütensuppe, Chips und Getränke kaufen. Um den Anleger herum gibt es viele Stände, an denen die fleißigen Laoten ihre Lunch-Boxen an die Touristen verkaufen. Dort gibt es Reisgerichte (30.000 Kip, etwa 3,- Euro) und Sandwiches (20.000 Kip, etwa 2,- Euro), die extra für die Bootsfahrt verpackt werden. Da Laos früher eine französische Kolonie war, ist das Baguette-Backen hier durchaus bekannt und das Sandwich besteht zur Abwechslung einmal nicht aus weißem Toastbrot. Ansonsten gibt es noch frische Säfte (10.000 Kip, etwa 1,- Euro) und viel Obst zu kaufen. Mit frischem Proviant geht es also auf das Boot und nachdem alles verstaut ist, kann die Fahrt über den Mekong starten!

Essen Mekong Bootsfahrt

Die Verkäufer am Bootsanleger wissen genau, was man für die Bootsfahrt braucht!

Das Boot selbst ist ein sehr langes Holzboot, auf dem ausrangierte Autositze zu Sitzbänken umfunktioniert wurden. Eigentlich sehr gemütlich und bei einigen Sitzen lässt sich die Lehne sogar nach hinten neigen. Am Ende des Bootes ist ein kleiner Shop und der tatsächlich sehr laute Motor. Er ist komplett offen und gibt daher die volle Pracht seines Gestankes und seiner Lautstärke preis… Jeder der nicht daneben sitzen muss, kann sich auf dieser Fahrt glücklich schätzen.

Und was soll ich sagen: Wir sind sooo froh, dass wir uns für die Bootsfahrt über den Mekong entschieden haben (und vorne sitzen)! Die Sonne scheint, es ist angenehm warm und es gibt so viel zu sehen, dass uns nicht langweilig wird. Wir fahren vorbei an Sandbänken, auf denen sich die Kühe sonnen, wir treffen Fischer, in ihren kleinen Holzbooten und immer wieder entdecken wir Eingänge zu kleinen Höhlen, hinter denen sich Buddha Figuren verbergen.

Wir fahren vorbei an verschiedenen Dörfern, die bloß per Boot erreichbar sind. Das Slowboat kommt je Richtung bloß einmal am Tag vorbei und so treffen wir immer wieder Kinder, die freudig am Ufer stehen und winken oder so lange es geht neben dem Boot her rennen. Die einzelnen Dörfer bestehen aus einfachen Bambushütten und meist einem kleinen Strand am Mekong-Ufer. Sie sind so einfach und doch wirken die Menschen so glücklich und zufrieden. Sie kennen es nicht anders und so sind sie mit dem, was sie haben einfach zufrieden. Das fällt uns generell in Laos auf, das Land ist so viel ursprünglicher und einfacher, als beispielsweise Thailand, aber die Menschen wirken nicht weniger glücklich. Jeder, der in Europa unzufrieden ist, sollte einmal nach Laos kommen und ein Stück ihrer Unbeschwertheit mitnehmen!

An manchen dieser kleinen Dörfer halten wir mit unserem Boot sogar an. Die Einheimischen nutzen das Slowboat als Transportmittel, um in die „größeren“ Orte zu kommen und dort einzukaufen. Und so haben wir alle möglichen Pakete an Bord, die immer wieder abgeladen werden. Die Kinder stehen auch hier schon freudig am Rand und sind gespannt, was ihnen dieses Mal aus dem Ort mitgebracht wurde. Dinge, die sie in ihrem Dorf nicht selbst anbauen können, kaufen sie in anderen Orten ein und für die Kinder ist sicherlich immer die ein oder andere Süßigkeit dabei.

Mekong

Dem Vater von diesem kleinen Jungen hat das Boot ein Motorrad mitgebracht…

Einige der Kinder nutzen unser Halten, um etwas Taschengeld zu verdienen. Sie verkaufen Obst oder selbstgebastelte Armbänder an die Touristen auf dem Boot. Einige fragen auch, ob wir ihnen eine Cola oder Süßigkeiten schenken können. Und so verstehen wir natürlich, dass die Ankunft unseres Bootes eines der größten Highlights ihres Tages ist.

Übernachtung in Pak Beng

Nach sechs Stunden Bootsfahrt erreichen wir unseren Halt für heute Nacht: Den kleinen Ort Pak Beng. Der Ort selbst ist nicht besonders schön und die Menschen geben sich hier aus unserer Sicht nicht besonders viel Mühe. Allerdings ist das nicht verwunderlich, denn hier kommen die Leute mit dem Slowboat abends an und fahren am nächsten morgen direkt weiter. Und da der Ort nicht gerade groß ist, wird selbst die schäbigste Unterkunft jede Nacht ausgebucht sein… Wir werden am Steg schon von geschäftigen Laoten empfangen, die ihre Unterkunft bewerben. Dabei halten sie Schilder hoch, die zeigen warum genau ihre Unterkunft die beste sein soll. Am besten hat uns der Spruch „No Bedbugs“ („keine Bettwanzen“) gefallen, da er leider alles über die Unterkünfte in diesem Ort aussagt… Wir sind jedenfalls froh, unsere Unterkunft schon im Voraus bei Booking.com ausgesucht zu haben und können so durch die wuselnde Menge direkt ins Hotel laufen. Das DP Guesthouse  ist zwar die „teuerste“ Unterkunft unserer Laos-Reise, aber in diesem Ort die einzige mit einer guten Bewertung. Tatsächlich finden wir gemütliche Betten und eine warme Dusche vor. Nach dem Abendessen genießen wir den Sonnenuntergang über dem Mekong und schlafen recht schnell ein…

Sonnenuntergang Mekong

Viel hat Pakbeng nicht zu bieten, aber die Sonnenuntergänge über dem Mekong sind sehr schön!

Am nächsten morgen legt das Boot um 9 Uhr ab, allerdings ist es ein anderes Boot als am Vortag und unsere Sitzplätze sind nicht mehr festgelegt. So heißt es wohl früh aufstehen… Glücklicherweise haben wir am Vortag zwei Jungs aus Österreich kennengelernt (Leiwand!), von denen sich einer als Frühaufsteher entpuppt und uns um 7 Uhr morgens einen Platz ganz vorne reserviert. Wir kümmern uns als Ausgleich um den Proviant und kaufen, wie am Vortag, ordentlich Sandwiches, Obst und Getränke ein. Heute dauert die Fahrt ganze acht Stunden und so muss natürlich noch mehr Essen her…

Wie auch am Vortag ist die Landschaft wieder traumhaft: Wir fahren an vielen Dörfern vorbei und machen ab und zu Halt. Allerdings ist es heute um einiges kälter! Buah… Gerade einmal 10 Grad und sehr frischer Fahrtwind führen dazu, dass wir gefühlt alle Klamotten anziehen, die wir dabei haben. Und selbst mit den vielen Schichten ist uns noch kalt… Nach einigen Stunden kommt dann doch noch die Sonne raus und lässt uns ein wenig auftauen!

Mekong

…als die Sonne rauskommt, wird uns richtig schön warm!

Nach acht Stunden Fahrt kommen wir in Luang Prabang an. Fast: Denn man weiß in Laos sehr gut, wie man Geld von den Touristen bekommt: Wir halten sechs Kilometer vor der Stadt an und alle Touristen dürfen in TukTuks steigen und 20.000 Kip (etwa 2,- Euro) bezahlen… Immerhin bekommen wir so schon einen ersten Eindruck von der Stadt!

Das Sprichwort „Nur fliegen ist schöner“ trifft hier absolut nicht zu! Wissen wir, denn später sind wir die Strecke von Luang Prabang nach Chiang Mai zurückgeflogen. Klar, hier stehen zwei Tage Bootsfahrt auf dem Mekong gegen 45 Minuten Flug aber es lohnt sich! Wie heißt es so oft? Der Weg ist das Ziel!

Für Abenteurer. Für Träumer. Für dich!

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