Luang Prabang: Zwischen Baguette, Palmen und Bergen

Luang Prabang war einst eine französische Kolonie: Das merkt man an jeder Ecke!

Unsere Anreise nach Luang Prabang startete ungewöhnlich: Denn statt easypeasy 45 Minuten aus Chiang Mai in Thailand hierher zu fliegen, sind wir ganze zwei Tage mit dem Boot über den Mekong geschippert. Die Fahrt war lang, aber sie war zugleich wunderschön und wir haben bereits viele Eindrücke von Laos bekommen, ohne quasi auch nur einen Fuß in dieses Land gesetzt zu haben.

Luang Prabang gilt als eine der schönsten Städte in Südostasien und das zu Recht! Drei Tage haben wir Zeit, um die Stadt und ihre Umgebung zu erkunden und natürlich das leckere (französische) Essen zu genießen, bevor es weiter in den Süden nach Vang Vieng geht. Luang Prabang, beziehungsweise ganz Laos, war früher eine französische Kolonie und das merkt man: Die Architektur erinnert an Frankreich, überall treffen wir französische Touristen (die sich sonst eher selten in Asien aufhalten) und an jeder Ecke gibt es Baguette zu kaufen. Und was für Baguette! Das erste Mal seit dem Start unserer Reise gibt es für uns wieder vernünftiges Brot, hat es schließlich sonst immer nur Toast gegeben…

Luang Prabang

Das Ufer des Nam Khan Flusses in Luang Prabang

Doch kommen wir zu Luang Prabang: Luang Prabang liegt mitten in den Bergen umrandet von zwei Flüssen, dem Mekong und dem Nam Khan Fluss. Mitten in der Stadt steht der Königspalast, denn Luang Prabang war bis zur Abschaffung der Monarchie die Königsstadt von Laos. Und was für eine Stadt sich der König da ausgesucht hat! Es gibt keine Hochhäuser, sondern nur gut erhaltene französische Kolonialhäuser, an jeder Ecke stehen bunte Tempel, alles wirkt sehr ursprünglich und die Stadt ist sehr grün, voller Palmen! Hier ticken die Uhren noch anders, es ist sehr ruhig und der Ort verbreitet eine gelassene Stimmung. Wir fühlen uns vom ersten Moment an wohl…

Die Altstadt zu Fuß erkunden

So können wir es am nächsten Tag gar nicht erwarten, die Stadt richtig zu erkunden und beginnen direkt nach dem Frühstück einen Spaziergang durch die Altstadt. Unsere Unterkunft Chitlatda Central Bila House ist zentral aber ruhig gelegen, recht einfach, aber mit netten Besitzern und gutem Frühstück. Die beiden Jungs aus Österreich, die wir auf unserer Mekong-Fahrt kennengelernt haben, wohnen im gleichen Hostel und so beschließen wir, die Stadttour gemeinsam zu machen.

Die Altstadt von Luang Prabang gehört zum UNESCO-Weltkuluturerbe und ist selbst eigentlich eine einzige große Sehenswürdigkeit. Dennoch gibt es natürlich den Königspalast und einige andere Dinge, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Von unserer Unterkunft aus machen wir uns als erstes auf den Weg zum Mount Phousi, einem kleinen Berg mitten in der Altstadt, auf dessen Spitze der kleine Tempel That Chomsi Stupa steht.

That Chomsi Stupa

Viele Blumen im That Chomsi Stupa

Der Eintritt kostet 20.000 Kip (etwa 2,- Euro) und von oben hat man einen tollen Blick über die Stadt. Zum Sonnenuntergang soll es hier oben besonders schön sein, doch der Tempel ist nur bis 19 Uhr geöffnet und wir entscheiden uns die Morgensonne zu nutzen.

Auf dem Weg zurück nach unten kommen wir an einer Frau vorbei, die kleine Vögel verkauft. Sie sind in einem viel zu kleinen Käfig eingesperrt und man kann sie kaufen, um sie frei zu lassen. Ziemlich gemein, aber ich wette, chinesische Touristen würden so etwas kaufen…

Auf der Rückseite des Tempels finden wir eine breite Treppe, die direkt in Richtung des Königspalasts führt. Von hier kommen sicherlich die meisten Touristen auf den Aussichtspunkt und das erklärt auch, warum wir auf dem Weg nach oben durch die Hinterhöfe einiger laotischer Familien laufen mussten, die uns allerdings freundlich angelächelt haben. Das passiert, wenn man dank einer guten Karten-App kleine Seitengassen findet und nicht die ausgeschilderten Touristenwege nutzt.

Unten angekommen stehen wir direkt vor dem nächsten Highlight: Dem Königspalast! Inzwischen wurde er zum Nationalmuseum umgebaut (Eintritt 30.000 Kip, etwa 3,- Euro). Das Beste an dem Museum ist die Garage mit den königlichen Fahrzeugen (Oldtimer), die man aber leider nicht fotografieren darf…

Königspalast Luang Prabang

Der Königspalast in Luang Prabang

Wir laufen weiter in Richtung Mekong und lassen uns einfach treiben durch die kleinen Gassen mit ihren hübschen Kolonialbauten. An jeder Ecke gibt es ein kleines französisches Café und im Gegensatz zu den restlichen Ländern Asiens, kann man hier richtig guten Kaffee, anstelle von Instant-Kaffee trinken! Immer wieder sehen wir Künstler am Straßenrand sitzen, die ihre selbst gemalten Bilder verkaufen. Total schön und nicht so überlaufen, wie auf vielen thailändischen Nachtmärkten.

Immer wieder kommen wir an verschiedenen Tempeln vorbei, die allerdings alle etwa 2,- Euro Eintritt kosten. Klingt nicht viel, ist es auch nicht. Aber beim zwanzigsten Tempel überlegt man sich die Investition dann doch. So schauen wir uns die meisten Tempel nur von außen an, doch den Wat Xieng Thong, den ältesten Tempel der Stadt, lassen wir uns nicht entgehen. Wir treffen hier kaum Touristen, dafür aber viele Mönche, die ihrer Arbeit nachgehen. Irgendwie hat ein Tempel für mich immer etwas magisches, sobald dort Mönche herumlaufen. Es wirkt dann nicht so, als wäre der Tempel nur für die Touristen erbaut worden. Wir legen einige Blumen ab, schießen ein paar Fotos und genießen den Blick auf den Mekong…

Auf unserem Weg zurück zur Unterkunft kommen wir an einer Bambusbrücke vorbei, die die Halbinsel der Altstadt mit der anderen Flussseite verbindet. Jedes Jahr zu Beginn der Trockenzeit wird sie erbaut und immer kurz vor der Regenzeit wieder abgebaut, da die Strömung des Flusses die Brücke sonst zerstören würde… Während der Regenzeit müssen die Menschen dann mit einem Boot den Fluss überqueren. Für Touristen kostet die Brücke 10.000 Kip (etwa 1,- Euro). Aber für ein paar schöne Fotos lohnt sich der Eintritt allemal. Außerdem gibt es auf der anderen Flussseite ein nettes Restaurant, in dem wir Mittag essen!

Abends geht es für uns dann noch auf den Nachtmarkt. Er findet jeden Tag von 17 bis 22 Uhr vor dem Königspalast statt. Neben den typischen Souvenirs gibt es hier auch jede Menge leckeres Essen: Große Portionen für gerade einmal 2,- Euro und Fruchtshakes für nur 1,- Euro. Und so landen wir jeden Abend auf dem Nachtmarkt und probieren uns durch die verschiedensten Stände durch.

Nachtmarkt Luang Prabang

Jeden Abend gehen wir auf dem Nachtmarkt essen

Der türkisfarbene Kuang Si Wasserfall

Am nächsten Tag wollen wir die Umgebung von Luang Prabang besichtigen und wie geht das besser, als mit einem Roller? Wir mieten die Roller direkt im Hotel (100.000 Kip, etwa 10,- Euro) und so geht es direkt nach dem Frühstück los. Unser Ziel: Der Kuang Si Wasserfall, etwa 30 Kilometer südlich von Luang Prabang. Normalerweise halten Marius und ich nicht viel von Wasserfällen, denn meist ist es tatsächlich einfach nur Wasser und nicht sonderlich spannend. Doch der Kuang Si Wasserfall ist anders! 30 Meter stürzt sich das türkisfarbene Wasser in die Tiefe und fällt über mehrere Becken noch tiefer ins Tal hinab. Und das Beste: In den Becken kann man sogar schwimmen. Also Roller abgestellt, 1.000 Kip (etwa 10 Cent) Parkgebühr und 20.000 Kip (etwa 2,- Euro) Eintritt gezahlt und was soll ich sagen: Er hält wirklich, was er verspricht, nur leider ist die Sonne noch nicht draußen und wir trauen uns nicht ins Wasser…

Kuang Si Wasserfall

Der Kuang Si Wasserfall

An den unteren Becken tummeln sich viele Touristen, doch je weiter man den Berg nach oben wandert, desto leerer wird es. Wir entdecken eine Treppe hinter dem Wasserfall und folgen ihr bis an die Spitze und dem Weg immer weiter, bis wir nach einer halben Stunde Fußmarsch die Quelle erreichen. An einem kleinen, blauen Wasserbecken spielen Kinder im Wasser und es sind einige Tische aufgestellt. Wir werden sofort freudig begrüßt und man versichert uns, dass es das beste Restaurant in ganz Laos sei. So ganz glauben wir das natürlich nicht, aber wir setzten uns trotzdem und genießen einen Fried Rice und ein kühles Bier.

Restaurant Lagune Laos

Das kleine Restaurant an der Lagune

Die wahre Attraktion hier oben ist aber nicht das Restaurant, sondern eine kleine Höhle, die uns direkt stolz präsentiert wird. Wie wirklich überall in Laos dürfen wir mal wieder 2,- Euro Eintritt zahlen, bekommen eine Taschenlampe und eine selbst angebaute Banane geschenkt und dürfen uns die Höhle anschauen. Im Prinzip ist die Höhle nichts besonderes, aber die Besitzer waren so süß und stolz, dass es irgendwie trotzdem schön war. Und außer uns war nicht ein Tourist dort!

Auf dem Weg zurück kommt die Sonne raus und wir trauen uns doch noch in einem der Becken zu baden. Leider ist es aber auch deutlich voller geworden und so sind wir wohl nun im Hintergrund diverser Chinesen-Selfies zu sehen, die es scheinbar überhaupt nicht stört, wenn man auf ihrem Bild drauf ist und kaum etwas von dem eigentlichen Wasserfall zu sehen ist. Das werden wir wohl nie verstehen…

Kuang Si Wasserfall

Am Ende trauen wir uns dann doch in das kalte Wasser!

Wenn du übrigens nicht mit dem Roller fahren möchtest, kannst du eine Tour in Luang Prabang buchen (35.000 Kip, etwa 3,50 Euro), dabei hast du dann allerdings nicht genügend Zeit vor Ort, um bis zur Quelle zu wandern. Oder du fährst mit einem Tuk Tuk (30.000 Kip, etwa 3,- Euro pro Person). Der Fahrer wartet vor Ort auf dich und fährt dich anschließend wieder nach Hause.

Kuang Si Wasserfall

Den Kuang Si Wasserfall sollte man nicht verpassen!

Die Mönche von Luang Prabang

Nach der Roller-Tour durch das Umland von Luang Prabang geht es für uns am nächsten Tag direkt wieder in die Berge und zwar mit dem Minivan nach Vang Vieng, wo wir ebenfalls wieder Roller fahren wollen. Es macht einfach so viel Spaß und man kann immer anhalten, wo man will. Du solltest das unbedingt auch ausprobieren! Und auch, wenn die Roller in Laos deutlich teurer sind, als in Thailand, sind 8,- bis 10,- Euro für einen ganzen Tag immer noch nicht viel!

Luang Prabang

Mit dem Roller durch das schöne Umland von Luang Prabang

Doch bevor wir in den Minivan steigen wollen wir uns noch die Tradition des Tak Bat anschauen: Jeden Morgen zwischen 5:00 und 6:30 Uhr gehen die Mönche durch die Straßen der Altstadt und sammeln Almosen der Bewohner ein. Leider wird das Ritual oft durch Touristen gestört und so versuchen wir uns im Hintergrund zu halten und das Bild der ganz in orange gekleideten Mönche aus der Distanz zu beobachten. Natürlich sollte man versuchen unauffällig zu fotografieren und als Tourist den Mönchen auch kein Essen überreichen, da es für einen selbst nicht die selbe Bedeutung hat, wie für die Einheimischen. Insgesamt ist es interessant zu sehen, aber aus unserer Sicht sind tatsächlich zu viele Touristen vor Ort, die die Magie des Augenblicks zerstören.

So legen wir uns noch ein wenig schlafen, bevor es nach Vang Vieng geht. An Laos an sich hatten wir kaum Erwartungen und somit auch nicht an Luang Prabang. Doch die Stadt hat uns sehr gut gefallen, so grün und so entspannt, so kulturell und so bunt, immer etwas los und doch so gelassen. Wir werden nach unseren Tagen in Vang Vieng noch einmal wiederkommen und freuen uns schon sehr darauf!

Für Abenteurer. Für Träumer. Für dich!

Zusammenfassung

  • sehr grüne Stadt
  • sehr schönes Umland
  • nicht so überlaufen
  • alle Tempel und Wasserfälle kosten Eintritt

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