Cartagena: Die Perle Kolumbiens

Die Karibikstadt Cartagena zeigt sich von ihrer schönsten Seite

Nach unserem fast dreiwöchigen Roadtrip durch Kalifornien beginnt für uns nun das richtige Backpacking! Mit Zwischenstop in Miami fliegen wir von Los Angeles nach Cartagen, Kolumbien. Das Meer und vor allem die Karibik rufen… Doch bevor wir uns an den Strand legen und entspannen, verbringen wir drei Tage in Cartagena, der Perle Kolumbiens, wie sie die Kolumbianer nennen.

Der erste Eindruck in Cartagena

Nach unserer Ankunft am Flughafen verfallen wir erst einmal in einen kleinen Kulturschock: Alle paar Sekunden versucht uns jemand seinen Ramsch oder etwas Essen anzudrehen und die etwa vierhundertmillionen Taxi-Fahrer werden wir auch nicht wieder los. Sie laufen wie geschäftige Armeisen um uns herum und wollen uns zu unserem Hotel fahren… Zwischen all diesem Trubel und den vielen unbekannten spanischen Wörtern finden wir schließlich eine englisch-sprechende Mitarbeiterin des Flughafens, die uns den Weg zu einem ATM (Geldautomat) beschreiben kann. So kommen wir also an unser Bargeld – ohne das in Kolumbien übrigens fast nichts geht – und steigen schließlich in eines der vielen Taxen, das uns für umgerechnet 3,- Euro zu unserem Hotel fährt. An die sehr hohe Luftfeuchtigkeit und vor allem das viele Spanisch müssen wir uns erst einmal gewöhnen. Der Körper bekommt das jedenfalls nicht so schnell hin und schon nach wenigen Minuten schwitzen wir wie bekloppt…

Cartagena

Auf dem Weg zum Hotel fahren wir schon durch die schönen Gassen der Altstadt

Unser Hotel, das Ibis Hotel, liegt in der Nähe der Altstadt, dem Centro Historico von Cartagena. Wenn Touristen von Cartagena sprechen, sprechen sie übrigens meist nicht von der Stadt an sich, sondern von der besagten Altstadt. Sie befindet sich hinter einer dreizehn Kilometer langen Stadtmauer, die früher zum Schutz der Piraten erbaut wurde. Heute trennt sie die schönen Kolonialbauten von den nicht sehr schönen Wolkenkratzern.

Wolkenkratzer Cartagena

Hinter der Stadtmauer ist der Rest Cartagenas zu sehen: Wolkenkratzer und weniger schöne, kleine Häuser

Nach dem Check-In laufen wir noch ein wenig durch die Dämmerung, auf der Suche nach etwas zu Essen. Bereits am Abend merken wir, warum Cartagena so beliebt ist: Die Kolonialbauten stehen dicht nebeneinander und lassen in der Mitte nur wenig Platz für äußerst schmale Gassen, die sich Pferdekutschen, Fußgänger, Radfahrer, Streetfood-Wagen und natürlich Taxen teilen. Bei einem dieser Streetfood-Stände kaufen wir uns ein Arepa con Queso, eine Art Maisfladen, der mit Käse gefüllt wird. Das Ganze kostet nicht einmal einen Euro und macht richtig, richtig satt. Mit einem frisch gepressten Mango-Saft machen wir es uns anschließend auf der Stadtmauer bequem.

Altstadt Cartagena

Wir erkunden die Altstadt

Centro Historico – Die Altstadt von Cartagena

Am nächsten Morgen kaufen wir uns in einer kleinen Bäckerei neben unserem Hotel ein paar Brötchen, einen Kaffee und einen frischen Saft. Auch das kostet umgerechnet nicht einmal fünf Euro für uns beide und wir sind nach dem teuren Amerika sehr erfreut über solche Preise. Wir haben vorher gehört, dass Cartagena die teuerste Stadt in Kolumbien sei, vor allem weil sie auch eine der touristischsten Gegenden sei. Trotzdem sind wir mit den Preisen recht zufrieden. Zum Vergleich: In unserem Hotel hatten wir ein Doppelzimmer mit Klimaanlage und eigenem Bad und haben dafür pro Person nur 10,- Euro je Nacht gezahlt. In den USA kostete selbst ein Motel-Zimmer etwa das fünffache…

Unser Plan für heute ist recht simpel: Einfach durch die Straßen der Altstadt schlendern und so die Stadt kennenlernen. Das ist auch der beste Tipp, den wir im Netz zuvor gefunden hatten, denn Cartagena hat an sich nicht viele einzelne Sehenswürdigkeiten – die Altstadt mit ihren süßen Häusern und versteckten Plätzen ist eine einzige, große Sehenswürdigkeit. Sie ist UNESCO-Weltkulturerbe und mit ihrem Labyrinth aus Kopfsteinplaster-Gassen kann man sich hier den ganzen Tag beschäftigen. Verlaufen ist übrigens vorprogrammiert, weil das GPS in den kleinen Gassen kaum funktioniert…

Hard Rock Cafe Cartagena

Selbst das Hard Rock Café passt sich wie selbstverständlich an das Stadtbild an

Wir lassen uns einfach treiben von dem Trubel der Stadt und halten alle paar Meter an, um Fotos zu machen. Denn die kleinen Häuser sind alle so unterschiedlich und auf ihre Weise sehr schön! Manche wurden stark renoviert und sehen aus, wie neu gestrichen. Andere sind sehr in die Jahre gekommen, aber haben dennoch ihren eigenen Charme. Die Häuser sind meist nur zwei Stockwerke hoch und haben auf der oberen Etage einen antiken Holz-Balkon, an deren Geländer Blumen ranken.

Überhaupt ist die Altstadt von Cartagena ziemlich grün und man hat sich vor allem mit kleinen Details echt Mühe gegeben: So sind einige Türklopfer beispielsweise wie Eidechsen geformt oder Fliesen mit einem besonderen Muster versehen. Selbst, als wir mehrmals durch die gleiche Gasse laufen, sehen wir wieder neue, kleine Details an den Gebäuden.

Beim Schlendern durch die Gassen kommen wir automatisch an allen bedeutenden Gebäuden vorbei. Die Schilder sind hier sogar auf Englisch, sodass man auch ein wenig von der Geschichte Cartagenas erfahren kann. Neben einigen größeren oder auch kleineren Kirchen, gibt es diverse Plätze mit berühmten Statuen darauf. Der Plaza de la Aduana ist der größte und älteste Platz Cartagenas. Hier steht auch das Rathaus, das in schönem Sonnengelb gestrichen ist und die Touristeninformation, in der allerdings auch niemand Englisch kann… Auf dem Platz steht außerdem eine Statue von Christoph Kolumbus.

Es lohnt sich übrigens auch, einen Blick hinter die Häuser zu werfen, denn meist verbirgt sich dort ein schattiger Innenhof mit kleinem Café oder Restaurant. Wir setzen uns auch in eines der kleinen Cafés, um der drückenden Hitze der Stadt zu entkommen und die müden Füße etwas auszuruhen. Wenn man eine Erfrischung braucht, kann man sich auch an einem der vielen Straßenstände etwas frisches Obst oder einen Saft kaufen! Die kolumbianischen Frauen laufen in traditioneller Kleidung, mit dem Obst auf dem Kopf durch die vielen Gassen. Auch, wenn sie sich so sicherlich für die Touristen kleiden, passt es wunderbar in das Bild dieser antiken Kolonialbauten.

In der Abenddämmerung dann erwacht die Stadt erneut zum Leben: Viele Straßen werden für Autos gesperrt und viele weitere Straßenhändler kommen aus ihren Häusern heraus. Überall fahren Pferdekutschen herum und an jeder Ecke steigt uns ein neuer Duft von einem der vielen Streetfood-Stände in die Nase. Auf den Plätzen wird laute Musik gespielt und einige Tänzer geben ihre Show zum Besten. Wie schon am Abend zuvor decken wir uns mit Essen und Getränken ein und setzen uns auf die Stadtmauer. Von dort kann man in Ruhe das Geschehen beobachten, ohne Mittendrin zu sein. Ruhig ist es heute allerdings nicht, denn direkt neben uns auf der Stadtmauer sind Stühle für eine Hochzeit aufgebaut. Mit Blumen geschmückte Stühle und ein direkter Blick auf das Meer: Es gibt schlechtere Plätze für eine Hochzeit…

Hochzeit Cartagena

Eine Hochzeit auf der Stadtmauer von Cartagena

Sehenswürdigkeiten außerhalb der Altstadt

Ja, es gibt sie tatsächlich, die Sehenswürdigkeiten außerhalb der Altstadt. Der Stadtteil Getsemani liegt direkt hinter den Toren der Altstadt und ist bekannt für seine Street Art. Hier kann man viele Touren buchen, allerdings sind sie meist auf Spanisch und man kann das Ganze auch gut auf eigene Faust erkunden. In Getsemani liegen im Gegensatz zur Altstadt auch deutlich günstigere Unterkünfte und vor allem viele Hostels. Die Gegend ist daher vor allem bei Backpackern sehr beliebt geworden. Hier gibt es auch viele Bars und Clubs, um Abends feiern zu gehen.

Getsemani Cartagena

Auch in Getsemani gibt es Kolonialbauten, sie sind allerdings nicht so gut erhalten, wie in der Altstadt

Abends feiern zu gehen, würde ich allerdings nicht unbedingt empfehlen: Denn auch, wenn wir uns in Cartagena die ganze Zeit sicher gefühlt haben, sollte man vor allem außerhalb der Altstadt nicht unbedingt noch spät nachts unterwegs sein. Generell haben wir alle Fotos auch mit meiner kompaktieren Kamera gemacht und nicht mit der teureren von Marius. Denn wie heißt es so schön: „Don’t give them Papayas“ – Zeige also nicht unbedingt, was du hast, Diebe sind unterwegs. Da das GPS sowieso recht wenig nützt, kann man das Handy unserer Meinung nach auch in der Tasche lassen.

Neben dem angesagten Stadtteil Getsemani gilt es, das Castillo de San Felipe de Barajas anzuschauen. Die Festung ist die Größte, die Spanier jemals in ihren Kolonien erbaut haben: Sie liegt fußläufig von der Altstadt entfernt und man hat von dort einen schönen Blick auf einen Großteil der Stadt. Der Eintritt ist zwischen Februar und November am letzten Sonntag des Monats frei. Ansonsten kostet er 15.000 Pesos, was derzeit etwa 4,30 Euro entspricht. Für Kolumbien nicht gerade günstig. Wenn man sich aber für die Geschichte Kolumbiens interessiert, ist es dort durchaus sehenswert.

Etwas Entspannung findest du auch am Stadtstrand von Cartagena. Als wir kurz vor unserem Flug nach Medellin noch einmal in Cartagena zwischenstoppen, entscheiden wir uns für ein Hotel direkt am Strand von Cartagena. Natürlich gibt es deutlich schönere Strände, aber für einen Stadtstrand ist er wirklich nicht schlecht und auch sauberer als gedacht! Etwas außerhalb der Stadt liegen noch die Strände Playa Arena und den Playa Linda. Beide sind mit dem Boot in etwa 20 Minuten für umgerechnet etwa 6,- Euro zu erreichen.

Cartagena, beziehungsweise ihre Altstadt, soll die schönste Stadt in Kolumbien sein. Nachdem wir in Santa Marta und einigen kleineren Orten waren, kann ich fürs Erste bestätigen, dass sie das auch ist. Die Häuser sind gut in Schuss und sehen auch gut aus. Das kann man von vielen Häusern in anderen Orten Kolumbiens nicht gerade behaupten. Frei nach dem Motto „es funktioniert ja noch“ werden viele Häuser unschön geflickt oder bestehen nur aus einer grauen Wellblech-Fassade.

Das ist also unser erster Eindruck von Kolumbien: Ein Land, von dem wir vor der Reise überhaupt keine Vorstellungen hatten, das wir aber irgendwie schon jetzt mögen. Denn auch, wenn wirklich niemand Englisch kann, sind doch alle Menschen bisher unglaublich freundlich und hilfsbereit zu uns! Von der Kriminalität, vor der man uns zu Hause überall gewarnt hat, ist bisher nichts zu spüren. Wir sind vorsichtig aber fühlen uns sicher. Die Gerüche, die Temperatur, die Farben: Alles ist so anders, alles ist so neu für uns…

Kolumbien

Kolumbien: So anders und so spannend

Für Abenteurer. Für Träumer. Für dich!

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