Ein Kurztrip nach Jerusalem

Ein Tag in Jerusalem, der heiligen Stadt!

Karte
Kosten
37‚ā¨Jerusalem Panorama Hotel
18‚ā¨Selbstverpflegung
13‚ā¨Free Tour Guide by Sandemans
10‚ā¨√Ėffentliche Verkehrsmittel
5‚ā¨Mit dem Egged-Bus von Tel Aviv
Die angegebenen Kosten beziehen sich auf den Preis pro Person,
es ist eine √úbernachtung enthalten.
Unsere Unterkunft
Jerusalem Panorama HotelJerusalem Panorama HotelJerusalem Panorama Hotel

Jerusalem Panorama Hotel

Hotel in Ost-Jerusalem mit Aussicht

Kein Israel-Besuch ohne Jerusalem! Die heilige Stadt¬†dreier gro√üer Weltreligionen ist¬†das Highlight eines jeden Israel-Touristen. Doch ist das so? Mein guter Freund¬†Kai und ich haben uns f√ľr zwei Tage auf den Weg in die ewige Stadt gemacht. Nur knapp 70 Autobahnkilometer von der pulsierenden K√ľstenstadt Tel Aviv entfernt, liegt Jerusalem. Die recht kurze Fahrt im bequemen und klimatisierten Egged-Bus¬†kostet umgerechnet knapp f√ľnf¬†Euro. F√ľr ein sonst so unglaublich teures Land wie Israel ist das sagenhaft g√ľnstig. Ein freies und fixes WLAN ist hier wie quasi in s√§mtlichen √∂ffentlichen Fortbewegungsmitteln √ľbrigens auch mit an Board. Die Fahrt verl√§uft entspannt und dauert bei entsprechender¬†Verkehrslage auf der Autobahn keine 45 Minuten. Israel hat in etwa die Gr√∂√üe Hessens und so sind kurze Wege ein gro√üer Vorteil dieses Landes.

Jerusalem: Geteilt in West und Ost

Jerusalem. Die Stadt der Ewigkeit, die heilige Stadt. Knapp achthunderttausend Menschen leben hier. Israels bev√∂lkerungsreichste Stadt ist also in eine Gr√∂√üenordnung mit z.B. Frankfurt am Main zu setzen. Die Stadt ist unterteilt in einen West- und einen Ostteil. W√§hrend der Westen mehrheitlich von Juden bev√∂lkert wird, wird das Stadtbild und die Bewohnerschaft im Osten haupts√§chlich durch Muslime gepr√§gt. Und hier setzt auch schon die Brisanz in dieser Stadt an: Sowohl Israelis als auch Pal√§stinenser beanspruchen Jerusalem als Hauptstadt, so hei√üt es im Osten also schon mal "Heute ist es sehr warm in Pal√§stina", w√§hrend man im Westen nun mal von Israel spricht. Das soll uns Touristen aber nicht weiter st√∂ren, es gibt weder Grenz√ľberg√§nge noch Kontrollen, der √úbergang verl√§uft unsichtbar und flie√üend, nur das Stadtbild √§ndert sich. Dennoch sollte man es sich als Tourist vielleicht eher verkneifen, sich in diese Thematik einzumischen. Mehr dazu in meinem Artikel Ist Reisen nach Israel sicher oder gef√§hrlich?.

Unser Bus rollt im zentralen Busbahnhof der Stadt im Westen ein, unser Hotel jedoch liegt in Ost-Jerusalem. Da wir nur diesen einen vollen Tag f√ľr die Stadt haben, entscheiden wir uns, ohne Umschweife direkt in die historische Altstadt zu schlendern, um die es in diesem Bericht auch vornehmlich gehen soll. Warum auch nicht? Denn schlie√ülich liegt sie exakt auf dem Weg zwischen dem Busbahnhof in West-Jerusalem und unserem Hotel im Osten:

Karte
Vom Busbahnhof zum Hotel in Jerusalem

Vom Busbahnhof sind es etwa zwei Kilometer zu Fu√ü. Die Flaniermeile Jaffa Road mit einem interessanten Mix aus nah√∂stlichen Marktgassen und westlichen Boutiquen l√§sst auch diese knapp drei√üig Minuten Fu√üweg wie im Fluge vergehen. Sie zieht sich durch Jerusalem's Neustadt und wenn du sie gem√ľtlich entlang schl√§nderst, landest du zwangsl√§ufig vor den majest√§tischen Toren Alt-Jerusalems.

Bei knapp 42 Grad Celsius ist das allerdings kein Zuckerschlecken. Das wei√ü wohl auch die Stadtverwaltung und so gibt es tats√§chlich ab und an an den Stra√üenseiten kleine D√ľsen, die alle paar Minuten etwas Wassernebel ausspucken.

Wasserd√ľsen Jerusalem
Wasserd√ľsen am Stra√üenrand: Ein Segen bei 45 Grad!

Wie auch schon in Prag , Vilnius und Tel Aviv vertrauen wir auch in Jerusalem auf die vorz√ľglichen Tourguides von Sandemans Free Tours. Diese Touren basieren auf freiwilligen Zahlungen am Ende der Tour, die selbstverst√§ndlich gegeben werden sollten. Der Preis variiert nat√ľrlich von Land zu Land und sollte von der Qualit√§t des Guides abh√§ngen. Yarif, unser Guide, ist die Expertise in Person und verpackt sein geballtes Wissen in jede Menge Witz und Charme. Eine klare Empfehlung f√ľr drei unterhaltsame Stunden in den heiligen Mauern Jerusalems!

Hinter den Mauern: Die Altstadt

Die Altstadt von Jerusalem erstreckt sich √ľber eine Fl√§che von nur etwa einem Quadratkilometer. Umgeben ist sie von pr√§chtigen, haushohen Mauern, die allerdings aus dem 16. Jahrhundert stammen, wohingegen viele Stra√üenz√ľge, Geb√§ude oder Kirchen bis zu mehrere tausend Jahre alt sind. Schon nach dem Gang durch eines der vielen Eingangstore sp√ľrt man regelrecht, wie man in abertausende Jahre Menschheitsgeschichte eintaucht. Die Gassen werden eng und verwinkelt, der Stadtl√§rm verstummt. Schnell wird klar: Ohne Guide w√ľrden wir uns blitzschnell verlaufen. Da die Gassen auch √ľber- und untereinander herf√ľhren, funktioniert auch die sonst so zuverl√§ssige GPS-Navigation via Smartphone hier nicht wirklich.

Das ist √ľbrigens kein Witz: Man kann sich in der Altstadt von Jerusalem wirklich sehr leicht verlaufen! Das GPS hilft dir da auch nicht weiter und wenn du nicht gerade hebr√§isch lesen kannst, bist du auch mit Schildern aufgeschmissen. Hier hilft eigentlich nur eine Karte der Touristeninformation oder jede Menge Geduld. Ich hatte √ľbrigens beides nicht.

Vier Welten auf engstem Raum: Die vier Quartiere

Die Altstadt von Jerusalem ist nicht mal einen Quadratkilometer gro√ü, doch der hat es in sich! Noch nie zuvor habe ich so unterschiedliche Welten auf so einem engen Raum erlebt. Unterteilt ist die Altstadt in vier Quartiere: Das Armenische, das Christliche, das Muslimische und das J√ľdische. W√§hrend hinter der einen Gasse noch die Kirchenglocken l√§uten, ruft der Muezzin hinter der anderen zum Gebet. Armenische H√§ndler bieten ihre Waren zum Verkauf und einige Meter weiter stehen himmelw√§rts gewandt orthodoxe Juden und beten vertieft.

Karte
Die vier Quartiere von Jerusalem: Das Muslimische, das J√ľdische, das Armenische und das Christliche.

Und als ob das nicht schon genug Kultur w√§re, biegen wir in eine tiefe Unterf√ľhrung ein und vor uns erstreckt sich der Cardio, die heute freigelegte ehemalige Hauptstra√üe aus r√∂misch-byzantinischer Zeit. Haben wir in der einen Sekunde noch Weihrauch in der Nase, riecht es hinter der n√§chsten Ecke nach Wasserpfeifen und s√ľ√üem Geb√§ck. Wenn man sieht, wie friedlich die Religionen hier auf allerengstem Raum zusammenleben, muss ich mich eindeutig fragen, warum das gef√ľhlt √ľberall sonst in der Welt nicht zu klappen scheint‚Ķ

Ob die heilige Aqsa-Moschee im muslimischen Viertel, die gewaltige Klagemauer im j√ľdischen Quartier, die Grabeskirche des Jesus Christus im christlichen Gebiet oder auch der goldene Felsendom als heilige St√§tte aller Religionen: Diese Altstadt platzt f√∂rmlich vor heiligen und beeindruckenden St√§tten. Zu jedem dieser Sehensw√ľrdigkeiten k√∂nnte man B√§nde schreiben aber manchmal m√ľssen auch Bilder gen√ľgen. √úbrigens ein gutes Stichwort: Viele der beeindruckenden Monumente darf man nicht fotografieren. Weder von au√üen noch von innen. Und bei den wenigen, bei denen man es darf, ist es alles andere als leicht: Die Gassen sind derart eng und √ľberf√ľllt mit Menschen, dass man selbst mit einem Weitwinkelobjektiv nur schwer zu einem guten Foto kommt. Schade‚Ķ

Altstadt Jerusalem
Die Altstadt von Jerusalem aus der Distanz

Die Klagemauer: Heiligtum aus Stein

Es gibt die Art von Orten, die schreibt man sich auf seine imagin√§re Einmal-im-Leben-sehen-Liste. Die Klagemauer steht auf meiner. Nachdem Kai und ich uns durch die verwinkelten Gassen gek√§mpft haben, gelangen wir schlie√ülich auf einen gro√üen, freien Platz voller Menschen. Naja fast. Zuerst einmal geht es, wie in Israel √ľblich, noch einmal durch eine Sicherheitsschleuse: Taschen leeren, G√ľrtel aus, Arme spreizen und scannen lassen. Mehrere grimmig aussehende Soldaten beobachten uns dabei, die Maschinenpistolen im Anschlag. Endlich durch, stehen wir vor einer Mauer. Aha. Wer sich jetzt vorgestellt hat, die Klagemauer sei irgendwie spektakul√§r, vergoldet oder wird von diamantenen Einh√∂rnern bewacht, der irrt. Sie ist in erster Linie das, was sie zu sein scheint: Eine Mauer.

Klagemauer Jerusalem
Die Klagemauer in Jerusalem: Sieht unspektakulär aus, hat aber eine ganz besondere Aura

Ihr recht unspektakul√§res √Ąu√üeres soll aber nicht dar√ľber hinweg t√§uschen, dass von ihr eine ganz eigene Erhabenheit ausgeht. Das klingt geschwollen aber die vielen hundert M√§nner und Frauen, die tiefgl√§ubig an die Mauer gelehnt ins Gebet vertieft sind, machen die Mauer zu dem was sie ist: Einem Heiligtum.

Wir n√§hern uns der Mauer and√§chtig doch je n√§her wir ihr kommen, umso unruhiger wird es um uns herum. Was ist los? Wir ernten missbilligende Blicke von allen Seiten und als uns eine Frau ruppig an den Schultern packt, wird uns klar: Wir haben uns auf der Frauenseite der Mauer gen√§hert, wie unendlich peinlich! Denn das Beten an der Mauer ist v√∂llig offensichtlich nach Geschlechtern getrennt und wir laufen prompt auf die falsche Seite. Einer der Momente, in denen man am liebsten im Erdboden versinken w√ľrde.

Nach diesem Fauxpas verlassen wir Alt-Jerusalem durch den Ostausgang. Wir steigen die Erhöhung herab und laufen durch das Tal der Könige zu unserem Hotel. Wie episch kann ein Weg zum Hotel eigentlich noch sein, als an der Erlöserkirche und dem Felsendom vorbei durch das Tal der Könige? "Und wo habt ihr in Jerusalem gewohnt?" "Ach du, nix besonderes. Nur direkt am Tal der Könige…"

Ein Tag reicht, um an den Oberfl√§chen dieser heiligen Stadt zu kratzen! Wer in das Detail gehen m√∂chte, der k√∂nnte hier ganze Wochen verbringen. R√ľckblicken haben wir uns etwas ge√§rgert, nur so wenig Zeit in dieser extrem spannenden Stadt verbracht zu haben. Die j√ľdischen Neujahresfeiertage haben uns leider dazu gezwungen denn im Gegensatz zu unseren Feiertagen, arbeitet in Israel dann wirklich niemand. Also niemand niemand. Deshalb mussten wir bereits nach zwei Tagen die R√ľckreise nach Tel Aviv antreten. Schade, denn die Stadt h√§tte so viel mehr Zeit verdient. Und gebraucht.

Tel Aviv: Wo Moderne auf Geschichte trifft

Tel Aviv: Ausgelassenen Parties und aufregenden Hotelbauten. Und daneben das biblische Jaffa, mit seinen alten Gassen, seinen Orangenb√§umen und dem steinernen antiken Hafen... Hier findest du alles dar√ľber!

hier entlang

Also: Solltest du jemals nach Jerusalem kommen, nimm dir Zeit! Tel Aviv ist die Spannende, die Hippe und die Sch√∂ne. Die Glitzernde und die Sonnige. Jerusalem hingegen die Altehrw√ľrdige, die Historische und die Beeindruckende. Die Stadt, wo jeder Meter eine Geschichte erz√§hlen m√∂chte. Wenn das keine Kombination f√ľr deinen n√§chsten St√§dtetrip in die Sonne ist, na dann wei√ü ich's auch nicht‚Ķ

Blick auf Jerusalem
Jerusalem
Kommentarbereich anzeigen
  1. Theresa am 12. April 2018 um 09:47 Uhr

    Ein wirklich toller und ausf√ľhrlicher Reisebericht. Ich war selber erst vor Kurzem da und war begeistert: https://www.populrblog.com/jerusalem/

    Viele Gr√ľ√üe
    Theresa

    1. Antwort von Marius am 12. April 2018 um 10:40 Uhr

      Vielen Dank :)

Mach uns gl√ľcklich! ūü•į

Wir w√ľrden dir gerne mehr von unseren Reisen und allem, was dazu geh√∂rt, erz√§hlen. Dazu versenden wir (h√∂chstens!) einmal im Monat einen Newsletter. Wir w√ľrden uns sehr freuen, ihn auch dir zusenden zu d√ľrfen. Deine Daten sind bei uns nat√ľrlich sicher, das ist Ehrensache!

Wir lieben Reisen…

‚Ķaber wir lieben auch neue Technologie. Und dein Browser ist leider alt. Zu alt f√ľr unsere Seite.
Bitte f√ľhre eine Aktualisierung durch oder erw√§ge einen Browserwechsel.

Impressum / Datenschutz