Spinnen, Quallen, Haie & Co: Wie giftig ist Australien?

Einer der schönsten Flecken der Erde ist Australien. Aber auch gleichzeitig der Giftigste.

Australien ist eines der beliebtesten Reiseziele unserer Zeit. Endlose Strände, Sonne und erst die einsame Weite lassen den kleinsten unserer Kontinente zum Sehnsuchtsort werden. Ich bin schon viel in der Welt herumgekommen und habe viel erlebt und dennoch ist es immer wieder Australien, wohin meine Gedanken zurückkehren. So wie mir geht es Abermillionen anderer Menschen, vor allem aus Deutschland, auch. Nicht selten kommen hierzulande dann aber schnell auch die ersten Einwände auf: „Australien? Ist das nicht alles giftig dort?“ oder „Neee, das ist nichts für mich, da laufen mir zu viele giftige Spinnen und andere Insekten rum“. Kennste, kennste? Kennste! Doch ist das wirklich so? Wie giftig ist Australien?

Australien ist nicht Australien

First of all: Australien ist riesig! Wirklich! Du würdest ja auch die Tierwelt von Schweden nicht mit der der Kanarischen Inseln in einen Topf werfen, oder? Tust du aber, wenn du das auf Australien beziehst. Auch wenn es der kleinste unserer Kontinente ist, ist Australien wirklich gigantisch groß und beherbergt von endlosen Wüsten im Zentrum über tiefste Dschungel im Nordosten bis hin zu fruchtbaren Flusstälern im Südwesten gleich mehrere Klimazonen. Und dort unterscheidet sich eben nicht nur die Pflanzen- sondern auch die Tierwelt stark. Insofern ist eine pauschale Antwort auf die Frage „Wie giftig ist Australien?“ schon mal nicht zu treffen.

An Land: Spinnen, Skorpione und andere Insekten

Das ist das Lieblingsklischee derjenigen, die oft noch nie einen Fuß auf den roten Kontinent gesetzt haben: Dort sei alles voller giftiger Spinnen. Und das ist leider gar nicht so weit entfernt von der Wahrheit. Zwar krabbeln einem die Tierchen natürlich nicht alle fünf Minuten über die Füße aber wenn man durch die Straßen von Sydney läuft und die mit dichten Maschen eingezäunten Kinderspielplätze oder die mit fast unsichtbaren kleinen Gittern geschützten Balkone sieht, dann bekommt man schnell eine Ahnung davon, dass die Gefahr von giftigen Insekten auch in den australischen Großstädten real ist.

Rotrückenspinne red back spider Sydney

Die Rotrückenspinne (Red back spider) ist auch in Sydney zu finden und giftig

Aber auch hier ist es wie so oft: Mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen und offenen Augen kann dir in Australien eigentlich nicht allzu viel passieren. Überall dort, wo es giftig kreucht und fleucht, haben die australischen Behörden jede Menge unübersehbarer Warnschilder aufgestellt. Ob Schlangen auf Wanderwegen oder Riesenameisen: Warnschilder, Nummern von Telefonhotlines und Erste-Hilfe-Boxen sind oftmals vor Ort. Und dann kannst du ja noch immer spontan entscheiden, ob du weiter gehst oder auf der Stelle kehrt machst. Faustregel: Desto einsamer es ist, umso vorsichtiger solltest du sein. Auch festes Schuhwerk und lange Hosen sind in manchen Fällen nützlich und angebracht, auch wenn das in der australischen Hitze manchmal kein Zuckerschlecken ist. Im übrigen ist wie bei uns auch in Australien ein Großteil der Spinnen überhaupt nicht giftig. Auf die Probe stellen solltest du das aber dennoch nicht.

Australien Schlangen Schild

Die Warnhinweise in Australien sind wirklich mehr als auffällig!

Am und im Wasser: Krokodile in Australien

Fast noch mehr giftiges Viechzeugs als am Land gibt es in den australischen Gewässern und an den Küsten. An einsamen Stränden zelten kann zwar eine aufregende und wunderschöne Sache sein, oft ist es dort aber nicht allzu einsam: Süß- und Salzwasserkrokodile sind in Australien heimisch und besonders nachtaktiv. Auch uneinsichtige und einsame Flussläufe sollten unbedingt gemieden werden, versuch’s gar nicht erst! Darüberhinaus ist Wildcampen in Australien nicht gern gesehen und wird mit empfindlichen Geldstrafen geahndet. Wir haben das in Australien verbotenerweise am Cape Tribulation getan und realisierten erst nach Einbruch der (wunderschönen) Dämmerung, dass wir uns an einem Fluß voller Süßwasserkrokodile und einem Strand mit Salzwasserkrokodilen befanden. Zum Umkehren war es zu dunkel, geschlafen haben wir in dieser Nacht verständlicherweise nicht.

Wildcamping Australien

Wildcampen in Australien ist zwar reizvoll aber mitunter keine gute Idee…

Im Wasser: Giftige Quallen in Australien

Strände im Osten werden dahingegen in regelmäßigen Abständen von den hochgiftigen Würfelquallen heimgesucht. Deren Gift ist extrem schmerzhaft und nicht selten tödlich. Zum Glück ist das Auftreten der Quallen aber von der Meerestemperatur abhängig und die ist messbar, sodass die Quallenflut sehr präzise vorhergesagt werden kann. Die sogenannte „Stinger Season“ (zu deutsch etwa „Quallensaison“) dauert in Australien in der Regel in etwa von November bis Mai. Auf Grund des warmen Wassers ist die Saison je länger, umso näher du dem Äquator kommst. Vor vielen öffentlichen Stränden werden sogenannte Quallennetze gespannt, die die meisten Quallen auf Abstand halten. Einige Quallen sind aber auch für diese Netzmaschen zu klein und schlüpfen durch. Auch gibt es spezielle Schwimmanzüge, sogenannte Stintersuits, die du beim Baden an Stränden oder besonders beim Tauchen z.B. am Great Barrier Reef anziehen kannst. Mehr Infos hierzu und zu Quallen in Australien generell findest du hier.

Quallen Schutz Australien Stingersuit

Stingersuits schützen vor giftigen oder einfach nur schmerzhaften Quallen

Im Wasser: Haie in Australien

Auch wenn Haie an Menschen eher wenig Interesse zeigen, kommt es immer mal wieder zu Zwischenfällen in Australien. Auch wenn statistisch gesehen ein Lottogewinn wahrscheinlicher ist, als ein Haibiss, so muss man sein Schicksal ja dennoch nicht auf die Probe stellen. Gerade in Westaustralien sind Haie an Stränden keine Seltenheit aber auch an der Ostküste fühlen sich die Tiere zu Hause. Währen meiner Zeit in Australien habe ich es wie folgt gehalten: Nur ins Wasser gehen, wenn die Küste durch einen Lifeguard überwacht, die rote Flagge nicht gehisst und kein Haialarm gegeben wurde. Die Jungs und Mädels sind darauf geschult, frühzeitig Haie zu erkennen und sperren dann wenn nötig den Strand. Fast alle Unfälle mit Haien sind auf Leichtsinnigkeit der Menschen zurückzuführen. Wer nachts alleine an einsamen Stränden schwimmen gehen muss, der braucht sich nun mal nicht wundern, wenn er in Australien danach ein Bein kürzer ist. Leichtsinn verträgt sich nicht mit Reisen! Auch beim Tauchen und auf dem offenen Meer können dir Haie begegnen. Dazu aber ausführlich mehr in unserem Artikel „Gibt es Haie am Great Barrier Reef?“

Hai am Great Barrier Reef

Hai am Great Barrier Reef

Diese Welt gehört den Mutigen

In Australien ist es wie überall sonst auf der Welt, wenn du dich als Reisender und Tourist abseits von pauschalen Bettenburgen bewegst. Egal ob Gefahren durch Menschen oder Gefahren durch die Natur wie giftige Tiere oder unwegsames Gelände: Halte die Augen auf, schalte deinen gesunden Menschenverstand an und ganz wichtig: Sei nicht leichtsinnig! Wenn du das beherzigst, kannst du fast jeder Gefahr aus dem Weg gehen und deinen Urlaub in Australien genießen und eines kann ich dir versprechen: Dieser Kontinent wird dich nicht mehr loslassen. Nie wieder!

Für Abenteurer. Für Träumer. Für dich!

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