Westküste

Weit und wild: Australiens Westküste

Unendlich geradeaus: Unser Roadtrip an der Westküste beginnt!

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Perth? Für’s Erste geht es nur vom Flughafen zum Campervan-Verleih und bloß aufs Land. Wir wollen Kilometer machen und nach Sydney und Melbourne ist uns beiden nach Stadtflucht. Die Stadt läuft nicht weg und wird in einigen Wochen noch auf Lisa und mich warten. Nach ein paar peinlichen Startschwierigkeiten mit unserem Automatikgetriebe (wir sind beide noch nie Automatik gefahren) rollt unser kleiner Minicamper vom Parkplatz.

Westküste
Wenn man Abends mal nicht aufpasst…

Unser Roadtrip an der Westküste beginnt!

Minicamper sind relativ neu auf Australiens Straßen. Es ist im Prinzip kein Campervan im eigentlichen Sinne, eher ist es ein moderner Kleinwagen mit auf das Dach montiertem Zelt. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Es wird eine Menge Benzin und damit Geld gespart und das Zelt auf dem Dach lässt sich in nicht mal zwei Minuten mit ein wenig Übung ausklappen und ebenfalls noch einmal in unter zwei Minuten auch wieder zusammenklappen. Eine absolut geniale Erfindung, benötigt das Auto doch lediglich einen ganz normalen Gepäckträger zur Montage. Auch die Nachteile erschließen sich aber leider recht schnell: Einmal ausgeklappt möchte man das Auto für den Tag nicht mehr bewegen, liegen doch schon Schlafsäcke und allerlei anderes Zeugs im übrigens wirklich extrem geräumigen Zelt. Mal eben zum Supermarkt fahren oder sich Abends an einer anderen Stelle noch einmal einen Sonnenuntergang angucken entfällt damit leider. Unterm Strich für uns aber genau die richtige Wahl, wollten wir uns beide schließlich nicht mit einem sprittfressenden 80er-Jahre Bolliden herumschlagen müssen und die funktionierende und moderne Klimaanlage möchte man bei Temperaturen jenseits der 50 Grad am liebsten den ganzen Tag vor Dankbarkeit abknutschen…

Sechstausend Kilometer der australischen Westküste liegen vor uns, als wir den Highway hinter Perth verlassen. Das iPhone angeschlossen und bis oben hin mit fiesester Trash-Musik a la Bruce Berger, Wolfgang Petri und PUR düsen wir die ersten Kilometer der Sonne entgegen. Um die angepeilte Strecke in den drei Wochen zu schaffen, müssen wir am Tag etwa zwischen 300 und 500 Kilometer zurücklegen. Stundenlang geradeaus, ohne Gegenverkehr und ohne Schaltung. Der Fuß wird schwerer, der Blick unkonzentrierter. Gut, dass wir zu zweit sind und uns bestens zu unterhalten wissen. Viele viele dutzend toter Kängurus, Ziegen, Kühe, Schlangen und Spinnen an den Straßenrändern mahnen uns auch zu erhöhter Vorsicht. Teils verwest, teils von Geiern umringt, teils nur noch Skelette oder noch vollkommen aufgebläht kurz vorm Platzen passen sie auf skurrile Weise in die Szenerie, die klischeehaft-australischer nicht sein könnte.

Westküste
Was ist das bitte!?

Unser erster Stop sind die Pinnacles etwa 250 Kilometer nördlich der Stadt Perth gelegen. Die Herkunft dieser einzigartigen Kalksteinsäulen konnte Jahrzehnte lang nicht geklärt werden. So entstanden die verrücktesten Mythen über Außerirdische und noch Abstruseres. Letztlich fand man ernüchternd heraus: Sie entstanden durch Pflanzenwuchs vor etwa 500.000 Jahren auf der langen Wanderdüne. Beeindruckend sind sie dennoch, wirkt die Szene doch wie so oft aus einer anderen Welt, einem Film irgendwie. Die Hitze brütet hier im Vergleich von Restaustralien merklich stärker und lässt einen ungeahnte Wassermengen trinken.

Die Pinnacles
Die Pinnacles

Nächster Stop am Folgetag ist der Nambung Nationalpark mit seinen beiden Hauptattraktionen Z-Blend und The Loop. Die Jahrmillionen haben hier ein einzigartiges Flusstal in den Stein gegraben. Wir rasen am späten Nachmittag über die staubige unbefestigte Piste der Westküste und sind absolut angetan von der Tatsache, dass uns absolut niemand begegnet. Die Sonne steht tief, als wir auf den Parkplatz rollen. Gut ausgebaut mit einer großen touristischen Infrastruktur aber absolut keine Menschenseele hier. Das hat fast schon was unheimliches, ist aber gleichzeitig wunderschön.

Ich auf den Felsen
Einsames Blau…

Sowieso ist die Einsamkeit der ständige Begleiter an der australischen Westküste. Entgegen zur pulsierenden Ostküste schafft die Leere hier eine ganz eigene Faszination: Man hat einfach mehr das Gefühl, im Bilderbuchaustralien zu sein. Vergleichbar vielleicht noch am ehesten mit den Weiten der USA begegnet einem hier auf hunderten über hunderten Kilometern keine Menschenseele. Die massigen Roadtrains, bis zu 60-Meter lange Lastwagen, sind oft die einzigen Zeichen der Zivilisation. Sie sind absolut beeindruckend und erzeugen einen Sog, den unseren kleinen Camper mehr als nur einmal gefährlich schlingern lässt. Roadtrains zu überholen ist eine Herausforderung und braucht auf Grund der schieren Länge dieser Monster auch eine Menge Zeit und vor allem Strecke. So kann es passieren, dass man Ewigkeiten hinter einem dieser Boliden hängt, weil sich trotz der unendlichen Einsamkeit keine Möglichkeit des Überholens bietet.

Roadtrip Australien
Lisa allein auf weiter Flur

Für uns geht es nach den Tagen zwischen Steinsäulen, einsamen Straßen und vielen vielen tiersischen Gesellen verschiedenster Gattungen weiter in das Naturschutzgebiet Shark Bay, die Haibucht. Nach unzähligen Kilometern auf der Westküste voller Straße, Hitze und schlechter Musik bietet sich für Lisa und mich dann auch endlich eine der Fotogelegenheiten, auf die jeder Australien-Reisende gewartet hat. Die muss an einem solchen herrlichen Tag natürlich genutzt werden: Vorsicht Kängurus. Und nach so einem Foto realisiert man wieder einmal mehr: Ja, wir sind wirklich hier.

"Vorsicht Känguru"-Schild-Foto
Obligatorisch: "Vorsicht Känguru"-Schild-Foto
Kommentarbereich anzeigen
  1. Norman Förster am 23. April 2014 um 18:23 Uhr

    Bloss keinem angefahrenen Känguru, das anscheinend tot ist, die Jacke mit allen wichtigen Dokumenten anziehen um ein "Spaßfoto" zu machen. :-)))

  2. Norman Förster am 23. April 2014 um 18:21 Uhr

    Beutelratte, Opossum (Didelphis marsupialis), Marsupilami? Schönen Roadtrip noch! Hier ist gerade der Himmel runter gekommen ...

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