Death Valley: Der hei├česte Ort der Welt

Links und rechts der endlos geraden Stra├če istÔÇŽ Nichts! Und Nichts ist so wundersch├ÂnÔÇŽ

Karte
Kosten
58ÔéČIn Holzh├╝tte ohne Fr├╝hst├╝ck
15ÔéČMietwagen
7ÔéČEssen aus dem Supermarkt
Die angegebenen Kosten beziehen sich auf den Preis pro Person,
es ist eine ├ťbernachtung enthalten.
Unsere Unterkunft
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Panamint Springs Motel & Tents

Sch├Âne Holzh├╝tten mitten im Death Valley Nationalpark
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Was f├╝r Erwartungen kann man an einen Ort haben, der sich ÔÇ×Tal des TodesÔÇť nennt? Von den tausende Meter hohen Bergen rollen wir mit unserem Auto gem├Ąchlich die Serpentinen des Tioga Passes hinunter. Min├╝tlich wird es w├Ąrmer, die Luft trockener, die Sonne erbarmungsloser. F├╝nfundzwanzig Grad, wenige Minuten sp├Ąter sind es schon f├╝nfunddrei├čig Grad und gegen Nachmittag werden es f├╝nfundvierzig sein. Ich habe fr├╝her Klimaanlagen stets bel├Ąchelt, seit Australien aber allersp├Ątestens seit heute war ich selten um eine Erfindung dankbarer, als um unsere Klimaanlage im Auto. Auch wenn wir den Spritverbrauch wegen der gro├čen Distanzen gut kalkulieren m├╝ssen: Die Klimaanlage muss sein. Selbst der kurze, obligatorische Stop vor dem ÔÇ×EingangsschildÔÇť kostet uns enorme ├ťberwindung, aber man ist ja nur einmal hier:

Death Valley Nationalpark Schild Eingang
Death Valley Nationalpark: Schon der Eingang ist abgelegen

Das Death Valley hat seinen Namen eben nicht von ungef├Ąhr, es ist der hei├česte Ort des Planeten. Knapp 57 Grad wurde es hier in der Vergangenheit: Weltrekord! Ein ehemaliges, ausgetrocknetes Meer, dessen tiefster Punkt knapp 86 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Es ist eine wirklich erbarmungslose Senke und ein gigantisches Fleckchen Nichts, zerschnitten blo├č von einer einzigen, schnurgraden und monotonen Stra├če.

Stra├če Death Valley
Eine einzige Stra├če spaltet das Niemandsland

Und auf genau der Stra├če fahren wir seit einer gef├╝hlten Ewigkeit entlang. Kein Mensch scheint sich in diese Mondlandschaft zu verirren, keine Pflanze zu wachsen und auch kein Tier begegnet uns. Nicht mal Insekten k├Ânnen wir entdecken. Ganz einfach nichts.

Wo immer man hinsieht: NichtsÔÇŽ

Und dennoch, trotz des vielen Nichts, gibt es im Death Valley einiges zu entdecken! Knapp achtundzwanzig Stops, Aussichtspunkte und Momente zum Staunen bietet dieser ├╝ber 13.000 Quadratkilometer gro├če Nationalpark. Darunter so klangvolle Namen wie ArtistÔÇÖs Palette, Badwater Basin, Telescope Peak oder DevilÔÇÖs Golf Course. Da war auf jeden Fall jemand sehr kreativ in der Namensgebung. Schnell wird uns jedoch klar: Wir werden in unseren anderthalb Tagen im Tal nur einen Bruchteil sehen k├Ânnen. Also konstruieren wir uns eine Route, die uns vom Yosemite kommend an m├Âglichst vielen Punkte im Tal vorbei f├╝hrt und schlussendlich in Las Vegas endet.

Eine rustikale Unterkunft im Death Valley

Nach etwa zwei Stunden Fahrt durch das Tal (gesegnet sei der Tempomat) halten wir unter knirschendem Schotter vor unserer Unterkunft im Death Valley. Mitten in diesem Niemandsland gibt es tats├Ąchlich eine kleine Ansammlung von H├╝tten, einen gro├čen Wassertank, einen Minimarkt, eine klitzekleine Tankstelle und eine Hand voll Zelte. Uns ist es ein absolutes R├Ątsel, wie man bei diesen Temperaturen auch nur eine Sekunde in einem Zelt ├╝berleben will aber das ist auch gar nicht unser Problem, denn f├╝r diese Nacht quartieren wir uns in einer der klimatisierten Holzh├╝tten ein. Das ist ├╝brigens auch n├Âtig, denn im Death Valley wurde vor wenigen Jahren mit 41,7 Grad die weltweit h├Âchste Nachttemperatur gemessen. Die spartanischen aber sehr gem├╝tlichen und sauberen H├╝tten findest du hier:

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Sch├Âne Holzh├╝tten mitten im Death Valley Nationalpark

Filmreif: Die Mesquite Sandd├╝nen

Am n├Ąchsten Tag starten wir fr├╝h in das Death Valley. Temperaturen jenseits der 40 Grad sind angesagt und lieber haben wir noch etwas vom ÔÇ×k├╝hlenÔÇť Morgen. Unser erster Stop sind die Mesquite Sand Dunes, dem einen oder anderen vielleicht unter anderem bekannt als Tatooine aus der StarWars-Reihe. Bis zu 50 Meter hoch t├╝rmt sich hier der Sand auf. Besonders eigenartig, da es ansonsten im ganzen Tal keinen Sand gibt. Warum also hier? Das wissen wir nicht, genie├čen aber dennoch die Farben und lassen die Natur auf uns wirken.

Dienten schon als Filmkulissen: Die Mesquite Sand Dunes

Hier treffen wir dann auch auf die ersten Touristen. Noch sind nur die ersten Wagem├╝tigen hier, die clever genug waren, der Mittagssonne zuvorzukommen. Hier und da h├Ąlt ein Auto, aber auf den Sand oder gar wenige Meter weiter, trauen sich schon nur die Wenigsten: Schon jetzt um sieben Uhr morgens flimmert die Hitze vom Boden hinauf.

Baum Death Valley
Im Death Valley ├╝berleben auch keine Pflanzen

Fr├╝h in den Tag zu starten war genau die richtige Entscheidung. ├ťberall signalisieren knallrote Warnschilder in diversen Sprachen, jegliche Art von Wanderung oder auch nur einen Spaziergang nach 10 Uhr morgens zu unterlassen. Lebensgefahr. Absolut nachvollziehbarÔÇŽ

Auch das Death Valley ist teils ├╝berlaufen

Das Auto ist sowieso tats├Ąchlich die einzig m├Âgliche Art der Fortbewegung. F├╝r alles andere liegen die Hotspots einfach viel zu weit auseinander. Das macht das Innere des Nationalparks leider auch sehr einfach zug├Ąnglich f├╝r die ├╝blichen Hinfahr-aussteig-Selfiemach-einsteig-Touristen oder die noch weniger ertr├Ąglichen Touristenbusse, die ein Schwall asiatischer Touristen an jeder sch├Ânen Stelle ausspucken, ihnen dann mit laufendem Motor drei├čig Sekunden f├╝r ihreÔÇŽ ja genauÔÇŽ Selfies lassen und dann weiter zum n├Ąchsten Punkt gurken. Das nimmt vielen Orten ihre Magie. Auch wir lieben es, Fotos zu machen, aber erstens nehmen wir uns f├╝r jedes Bild die Zeit, die es verdient und zweitens m├Âchten wir auch ungeachtet der Fotos den Ort und den Moment einfach in uns aufnehmen und verinnerlichen. Hier, wie auch im Yosemite oder an unendlich vielen anderen Orten der Welt scheint es nur noch um das schnelle Foto zu gehen. Das wird weder dem Ort noch der Fotografie gerecht.

Toilette Death Valley
Stinkt Cosi gewaltig: Touristen und Toiletten

Jetzt in diesem Artikel ein Highlight nach dem anderen zu beschreiben, das m├Âchte ich nicht. Das Death Valley ist viel mehr als Ganzes zu sehen. Es lohnt wirklich, w├Ąhrend der Durchquerung auch mal links und rechts der Strecke Ausschau zu halten und nicht selten halten wir auch zwischen den eigentlichen Stops an und schalten den Motor aus.

Parken Death Valley
Eine Parkbucht im Niemandsland

Dann nehmen wir die Stimmung auf, lassen die Leere und die Weite auf uns wirken und fangen dann mit Kamera und Drohne ein, was eigentlich nicht einzufangen ist:

Zabriskie Point
Zabriskie Point: Einfach wundersch├Ân!

Besonders beeindruckt aber hat uns ein Fleckchen namens Devils Golf Course, also der Golfplatz des Teufels. Er ist nat├╝rlich kein Golfplatz sondern ein ehemaliges und vollkommen ausgetrocknetes Meer. Zu erreichen ist der "Meeresboden" nur ├╝ber eine stark holprige Schotterstra├če (Pff, wir haben ja eine Unterbodenversicherung) inmitten einer gigantischen Talsenke. Schwer vorstellbar, dass hier vor Jahrmillionen mal Wasser war, dass hier ├╝berhaupt mal irgendetwas gelebt hat.

Death Valle Parkplatz
Ein Parkplatz in der Einsamkeit

Wir stellen den Motor aus und wiederÔÇŽ Nichts! Aberdutzende Kilometer in jede Richtung befinden sich Salzablagerungen in unendlicher Monotonie. Milliarden m├╝ssen es sein. So viele, dass nur ein Bild aus der Luft zeigen kann, wie beeindruckend es sein kann, auf dem Grund eines ausgetrockneten Salzmeeres zu stehen. Na? Wo ist Waldo?

Salzw├╝ste Death Valley
Wo ist Marius? Die ewige Weite einer Salzw├╝ste

Viel zu sagen gibt es zu diesem Tal tats├Ąchlich nicht. Eigentlich ist es nur ein ziemlich trostloses und abgelegenes Fleckchen Erde mit hier und da ein paar Touristen zu viel. Eigentlich. Aber auch hier gibt es sie noch: Die Orte zum Staunen, man muss sie nur finden! Mit einem letzen Bild aus dem Death Valley verabschieden wir uns und fragen: Wie kann Nichts eigentlich so sch├Ân sein?

Death Valley Farben
Wie kann Nichts eigentlich so sch├Ân sein?
Kommentarbereich anzeigen
  1. Jan am 4. Februar 2018 um 13:25 Uhr

    Ihr kommentiert immer unter den Beitr├Ągen "Kein Handyempfang" was erwartet Ihr denn wenn Ihr eine Weltreise macht. Das ihr immer Handyempang habt, das immer ein roter Teppich ausliegt? Geht die Strecken mal zu Fuss, dann wi├čt Ihr mit wie wenig man auskommt. Macht mal den Pacific Crest Trail das bringt Euch ein wenig zur├╝ck zu den Wurzeln.

    1. Antwort von Marius am 4. Februar 2018 um 13:29 Uhr

      ÔÇŽoh nein das erwarten wir absolut nicht, Jan. Im Gegenteil: Wir lieben es, wenn wir die Ger├Ąte einmal im Rucksack lassen k├Ânnen. Nun ist es aber so, dass wir sowas gerne vorher wissen m├Âchten, denn gerade in irrsinnig hei├čen und mitunter auch abgelegenen Regionen ist es gut zu wissen, ob man mit Empfang rechnen kann oder nicht und genau deshalb m├Âchten wir unseren Lesern diese Information vorab mit auf den Weg geben.

  2. Peter Paul am 6. Oktober 2017 um 09:19 Uhr

    Super Bilder und tolle Drohnenaufname. Obwohl ich kein Freund von Drohnen bin, habt ihr sie wunderbar eingesetzt. Ich fange schon an zu "schwitzen", allein, wenn ich eure Kommentare lese. Hier herrscht "Sauwetter". Kathrin und ich folgen euch weiterhin gespannt.

    1. Antwort von Marius am 7. Oktober 2017 um 03:58 Uhr

      Hi Peter Paul,
      Danke f├╝r das Kompliment! Wir versuchen, unsere Drohne m├Âglichst r├╝cksichtsvoll einzusetzen. So steigen wir z.B. nur auf, wenn wir der Meinung sind, niemanden zu st├Âren und noch lieber fliege ich, wenn sowieso niemand in der N├Ąhe ist. Dann ist an der fliegenden Kamera meiner Meinung nach auch nichts Nachteiliges zu finden :) Wir haben nat├╝rlich auch hier von Sturm Xavier geh├Ârt und hoffen, dass alles heile geblieben ist im fernen, hohen Norden!
      Liebe Gr├╝├če,
      Marius

  3. Jan am 29. September 2017 um 23:52 Uhr

    Eine beeindruckende Landschaft, die ihr mit phantastischen Bildern eingefangen habt!

    1. Antwort von Marius am 30. September 2017 um 23:39 Uhr

      Hi Jan,
      ja, die Landschaft hat uns auch enorm beeindruckt! Vielen Dank f├╝r dein Kompliment!

Mach uns gl├╝cklich! ­čą░

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