Reisebericht Budapest: Von alten Bauten und neuen Wegen

In Budapest trifft alles zusammen, was nicht zusammenpasst. Und passt zusammen!

Im Juli geht es für mich mal wieder auf einen Städtetrip. Dieses mal nach Budapest – ein Stadt von der mir schon viel erzählt wurde, in die ich es aber bisher nicht hingeschafft hatte. das wird jetzt nachgeholt: Mit dabei ist diesmal nicht Marius, sondern meine Freundin Chiara.

Wir verbringen insgesamt knapp fünf Tage in der schönen Stadt und würden es genauso wieder machen. Budapest hat einiges zu bieten und selbst in den fünf  Tagen haben wir nicht alles gesehen. Drei Tage solltest du daher mindestens einplanen. In Budapest trifft alles zusammen, was nicht zusammen passt. Ein chaotisches Gesamtbild, das aber irgendwie den Charme der Stadt ausmacht – doch dazu später mehr.

Fünf Tage verbringen Chiara und ich in Budapest

Das Wetter in Budapest ist ähnlich wie bei uns, allerdings etwas extremer. So kann es im Winter sehr kalt und im Sommer sehr heiß werden. Die beste Reisezeit für Budapest ist im April bis Juni und September bis Oktober. Wir waren Mitte Juli dort und es war teilweise schon extrem heiß, was für einen Städtetrip nicht unbedingt angenehm ist.

Auch wenn Ungarn zur EU gehört, wird nicht mit Euro gezahlt, sondern mit Forinth: 350 Forinth entsprechen etwa 1,- Euro (Stand Sommer 2019). Bezahlen kannst du meist mit Kreditkarte – ein wenig Bargeld für den Bus oder einen Kaffe kann jedoch nicht schaden. Hebe am besten direkt am Flughafen ein wenig Geld ab. Generell ist Budapest im Vergleich zu vielen deutschen Großstädten deutlich günstiger, sodass du nicht zu viele Forinth abheben solltest. Wir haben zu Beginn knapp 200,- Euro abgehoben und hatten in fünf Tagen zu zweit schon fast Schwierigkeiten, alles los zu werden. Ein kleiner Überblick über die Preise:

  • Hauptspeise im Restaurant: 5-10 Euro
  • 1,5 Liter Wasser: ca. 0,30 Euro
  • 0,5 Liter Bier im Restaurant: ca. 1,50 Euro
  • Metro Ticket: ca. 1,- Euro

Ankommen und Wohnen in Budapest

Mit Eurowings geht es am Freitagabend von Köln-Bonn in 1,5 Stunden für etwas 100,- Euro return nach Budapest. Wir haben recht spontan gebucht, es gibt auch deutlich günstigere Flüge und auch Ryanair fliegt von vielen deutschen Städten nach Budapest. Der Flughafen von Budapest ist recht modern und die Anbindung an die Stadt sehr gut. Der Bus Nr. 100E fährt alle 20 Minuten bis in die Innenstadt und kostet nur 900 Forinth (ca. 2,75 Euro).

Am Abend fliegen wir von Köln-Bonn nach Budapest

Im Allgemeinen ist das Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln in Budapest sehr gut ausgebaut. Neben Bussen gibt es auch viele Straßenbahnen und du kannst alles sehr leicht erreichen. Eine Einzelfahrt kostet 350 Forinth (ca. 1,- Euro), wenn du öfter fahren möchtest, lohnt es sich aber auch eine 10er Karte zu kaufen. Sie kostet 3.000 Forinth (ca. 9,- Euro) und du musst nicht jedes Mal Kleingeld für den Busfahrer haben (Wechselgeld haben sie nämlich meistens nicht).

Die Stadt Budapest ist aufgeteilt in die beiden Bereich Buda und Pest, die von der Donau getrennt werden. Buda ist die deutlich schöner, doch der Trubel und der Großteil des alltäglichen Lebens spielen sich in Pest ab. So entscheiden wir uns für eine Unterkunft in Pest, für das Airbnb von Tibor und Havaska. Die nette, kleine Wohnung ist liebevoll eingerichtet, liegt sehr zentral und die Gastgeber sind super lieb – eine ganz klare Empfehlung also!

Thermalbäder in Budapest

Nach Island ist Ungarn das Land mit den meisten thermischen Quellen – ganze 120 Stück gibt es allein in Budapest. Das ist auch der Grund für die große Anzahl an Thermalbädern in Budapest. Von winzig klein bis riesig groß ist jede Art von Bad dabei. Wir selbst waren in keinem der Thermalbäder – bei 38 Grad Lufttemperatur mussten wir uns nicht in ein heißes Becken legen. Bei etwas kühleren Temperaturen lohnt sich ein Besuch aber in jedem Fall. Sehr berühmt ist vor allem das Széchenyi-Bad, hier kannst du auch im Freien baden.

Das Széchenyi-Bad

Am besten buchst du deinen Aufenthalt schon vorher, so sparst du dir das Schlange stehen vor Ort. Hier gehts zur Buchung.

Free Walking Tour: Ein Spaziergang durch Budapest

Um am Anfang einer Städtetour einen Überblick über die Stadt zu bekommen und zu sehen, welche Orte man sich noch einmal genauer anschauen sollte, mache ich immer gern eine Free Walking Tour. Free Walking Touren gibt es in vielen großen Städten weltweit, das Prinzip ist immer das gleiche: Junge, motivierte Einheimische führen dich für 2-3 Stunden durch ihre Heimatstadt und erzählen dir spannende Geschichten über ihre Stadt, zeigen dir die schönsten Ecken und beantworten dir all deine Fragen. Prinzipiell ist die Tour gratis, am Ende wird aber immer ein Trinkgeld gegeben. Wir geben meist 5-15 Euro pro Person, je nachdem wir das Einkommensniveau in dem jeweiligen Land ist. In Budapest haben wir am Ende der Tour zu zweit 5.000 Forinth (ca. 15,- Euro) gegeben. Hier ein kurzer Überblick:

Free Walking Tour Budapest

  • täglich um 10:30 und 14:30 Uhr
  • Treffpunkt: Elisabeth Square vor dem Riesenrad
  • Dauer: 2,5-3 Stunden, 3,5 Kilometer
  • keine Anmeldung notwendig
  • weitere Touren z.B. ins jüdische Viertel möglich

Direkt zu Beginn unserer Tour erklärt uns der Guide die wichtigsten Worte auf ungarisch:

  • Hallo – Szia (kann man auch für Tschüß benutzen)
  • Danke – Köszönöm
  • Ja – Igen
  • Nein – Nem
  • Prost – Egészségedre

Sehr lustig war seine Erklärung der Aussprache von Egészségedre (Prost). Man sagt einfach „I gues she could drive“ mit einem komischen Akzent und sehr schnell – schon hat man’s richtig ausgesprochen!

Die Tour selbst führte uns durch die Altstadt von Pest, vorbei an der St. Stephans Basilica und der großen Synagoge von Budapest. Über die berühmte Kettenbrücke ging es anschließend nach Buda, wo wir uns hauptsächlich die Buda Burg anschauten.

Tipp: Wenn du einen schnellen Überblick über Budapest und die Hauptsehenswürdigkeiten bekommen möchtest, kannst du auch eine „Runde“ mit der Straßenbahn Nr.2 fahren: Sie klappert in knapp 20 Minuten die schönsten Stellen in Buda und Pest ab – perfekt um einen ersten Überblick zu bekommen.

Die Straßenbahn Nr.2 fährt einmal quer durch Budapest

Sightseeing in Buda

In Buda befinden sich ein Großteil der alten und sehr sehenswerten Gebäude von Budapest, außerdem hat man von dort einen schönen Blick auf die Donau und das berühmte Parlament. Die größte Sehenswürdigkeit dort ist die Buda Burg – ein sehr großer Komplex, der im zweiten Weltkrieg komplett zerstört wurde. Da das Geld zum Wiederaufbau gefehlt hat, wurden die meisten Gebäude nur von außen saniert. Viele haben Fenster aus Plastik und sind von innen komplett leer. Dennoch geben sie Budapest den Charme, der in vielen Teilen an die schönen Gebäude Wiens erinnert.

Deine Tour durch das Burgviertel startest du am Besten im Burggarten auf Höhe der Elisabeth-Brücke. Hier befindet sich die sehr hübsche Fischereibastei, die du über viele Treppenstufen oder mit Hilfe einer Rolltreppe und eines Fahrstuhls erreichen kannst. Hier beginnt das Burgviertel und du kannst einige Kilometer weit in alle Richtungen laufen, ohne dass dir langweilig wird. Immer wieder bieten sich schöne Ausblicke auf die Donau, das gegenüberliegende Pest und später auch auf das Parlament. Besonders sehenswert ist auch die Matthias Kirche, die dank ihrer bunten Dachziegel sehr aus der Menge der alten Gebäude hervorsticht.

Mit der Walking Tour haben wir nur einen kurzen Blick auf das Burgviertel geworfen, sodass wir im Anschluss an die Tour noch einmal für etwa drei Stunden zurück gekommen sind. Wir lassen uns einfach treiben und entdecken immer wieder kleine, sehr nette Gassen mit alten Gebäuden. Ein Baumstrietzel (berühmte ungarische Nachspeise) darf natürlich auch nicht fehlen.

Wenn du nicht so viel Zeit hast, solltest du deine Tour durch das Burgviertel auf Höhe der Kettenbrücke starten. Von dort aus ist der Weg zu den Hauptsehenswürdigkeiten deutlich kürzer und du kannst die historische Standseilbahn Budavári Sikló nutzen, um nach oben zu kommen.

Sightseeing in Pest

Besonders sehenswert ist in Pest vor allem die Altstadt und das angrenzende jüdische Viertel. Große Sehenswürdigkeiten gibt es hier eher nicht, in Pest warten vor allem hübsche Fußgängerzonen mit kleinen Shops, Cafés und Restaurants auf dich. Wie so oft auf Städtetouren: Einfach Treiben lassen!

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Pest sind die St. Stephans Basilika und das Parlament. Sie sind übrigens exakt gleich hoch und kein Gebäude in Budapest darf höher sein, als diese beiden. So sind symbolisch gesehen Politik und Religion im Gleichgewicht und leiten die Stadt – wie unser Guide so schön erklärt hat. Beide Gebäude kannst du dir übrigens auch von innen anschauen.

Die St. Stephans Basilika

Tägliche Rundgänge durch das Parlament um 10:00, 13:00 und 14:00 Uhr für 2.000 Forinth, etwa 6,- Euro (Nicht EU-Bürger zahlen das Doppelte, also Ausweis mitnehmen).
Die Basilika kann ohne Rundgang für 500 Forinth, etwa 1,50 Euro besichtigt werden.

Highlight in Pest ist vor allem Abends das jüdische Viertel. Hier findest du unzählige Kneipen und Restaurants, die vor allem am Abend zum Leben erwachen. Doch auch tagsüber ist das jüdische Viertel sehenswert und du kannst in einem der vielen Innenhöfe in der Sonne sitzen, in Vintage-Läden shoppen oder eine der Synagogen anschauen.

Am Abend erwacht dann das Leben in den berühmten Ruinenbars. Um noch einmal unseren Guide zu zitieren: „Wenn ein Gebäude alt und zerfallen ist, dann renovieren wir es nicht – wir machen einfach einen Ort zum Trinken und Tanzen daraus“. Das erklärt auch, warum es ganze 260 Ruinenbars im jüdischen Viertel gibt. Eine Ruinenbar musst du dir vorstellen wie ein zerfallenes Gebäude, das mit tonnenweise Lichterketten, Wandbemalung, Deko und den unterschiedlichsten Stühlen zu einem waschechten Hipster-Club aufgepeppt wurde. Die bekannteste Ruinenbar ist das Szimpla Kert und auch, wenn sie wohl in jedem Reiseführer steht, lohnt es sich dennoch sehr.

Wenn du das Szimpla Kert betrittst, hast du das Gefühl du bist in einer Parallelwelt gelandet. Es ist unglaublich groß von innen und besteht im Prinzip aus mehreren einzelnen Bars, die alle durch das Gebäude verbunden wurden. So findest du eine Gin-Bar, eine Shisha-Bar, eine Bier-Bar und vieles mehr über mehrere Stockwerke verteilt. Das Haus ist zwar abbruchreif, aber total aufgewertet: Jede kleine Ecke und wirklich jedes freie Stück an der Wand ist geschmückt und verziert. Eine wilde Mischung aus Omas Polstermöbeln, Gartenstühlen, Paletten, alten Autos, tausenden Fernsehern und Bildschirmen, sogar alte Playstation-Controller hängen von der Decke. Das muss man definitiv selbst erlebt haben!

Neben den Ruinenbars, warten aber auch viele Restaurants auf dich. Besuche zum Beispiel den Karavan Street-Food Markt direkt neben dem Szimpla Kert. Sehr bekannt, aber auch sehr empfehlenswert ist das Mazel Tov – ein nettes Restaurant mit israelischen Essen. Aber unbedingt vorher reservieren, denn ansonsten stehst du stundenlang Schlange.

Aber auch ansonsten ist Pest sehenswert: Wir sind an einem Nachmittag an der Donau entlang spaziert und haben so einige nette Beachclubs und die Margareteninsel entdeckt. Die Margareteninsel liegt mitten in der Donau und hier verbringen die jungen Budapester ihr Wochenende. Hier kannst du im schönen Park picknicken, die Füße ins Wasser halten oder einfach ein bisschen spazieren gehen – eine schöne Pause auf deiner Sightseeingtour durch Budapest.

Die Donau: Der Mittelpunkt von Budapest

Ich liebe ja Städte, die am Wasser liegen und so hat mir natürlich auch Budapest sehr gut gefallen. Vor allem, weil die Donau mitten durch die Stadt fließt, bist du nahezu immer von Wasser umgeben. Auf der Donau kann man sehr gut Bootstouren unternehmen und das Parlament oder die Buda Burg vom Wasser aus anschauen. Wir haben eine Abend-Bootstour gemacht, um die illuminierte Stadt zu sehen. Die Tour hat knapp eine Stunde gedauert und hat sich aus unserer Sicht sehr gelohnt.

Hier kannst du die Bootstour buchen:

Vor der Bootstour haben wir auf der Kettenbrücke gepicknickt und uns von dort aus den Sonnenuntergang angeschaut. Mit Baguette, etwas Käse und einer Flasche Wein lässt es sich definitiv aushalten!

Ein Picknick zum Sonnenuntergang am Donau ist ein schöner Ausklang für den Tag

Für Abenteurer. Für Träumer. Für dich!

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