Bocas del Toro: Ein Inselparadies der anderen Art

Entspannung zwischen Mangroven, Dschungel und Strand auf Isla Popa

Wenn man uns die Wahl stellen würde: „Reist ihr lieber in den Bergen oder am Meer?“, dann würde uns beiden die Wahl überhaupt nicht schwer fallen. Wir sind Meer-Menschen. Nach unseren bergigen Stops in Boquete und im Anton Valley sehnen wir uns wieder so sehr nach dem Meer, dass wir es gar nicht erwarten können, endlich wieder Salz in der Lunge zu haben. Die Busfahrt von Boquete nach Bocas del Toro allerdings ist eine Tortur. In einem viel zu kleinen Kleinbus mit viel zu vielen Menschen auf viel zu kurvigen Straßen mit viel zu starker Klimaanlage zuckeln wir fünf Stunden durch die Gebirge Panamas gen Küste. Gut, der Spaß kostet nur 10,- Dollar, da will man sich nicht beschweren. Aber man wird ja wohl noch dürfen… Das Wetter hier an der Karibikküste Panamas ist sehr wechselhaft und unvorhersagbar. Unsere Wetter-Apps jedenfalls erzählen uns nur von wochenlangem Regen und Regen und Regen… Aber hey: Das haben sie die vergangenen Tage auch getan und sehr oft war es dann doch richtig sonnig und schön!

In der Nussschale zu den Inseln

Nachdem der Bus uns in Almirante ausgespuckt hat, ein weiteres Taxi uns für einen Dollar pro Person zum Fähranleger gefahren hat und wir für weitere 6,- Dollar mit einem Taxiboot an der Hauptinsel angelegt haben, sind wir fix und fertig. Die kommenden zwei Tage verbringen Cosi und ich getrennt voneinander: Während ich seit längerer Zeit meinem Job nachgehe, macht Cosi hier auf Isla Colon ihren Tauchschein. Ich habe meine Tauchscheine bereits vor Jahren auf Ko Tao und Ko Rong gemacht und wir möchten endlich einmal zusammen Tauchen gehen. Cosi ist von ihrer Tauchschule hier auf Isla Colon sehr angetan und hat zwei Tage lang super Spaß!

Tauchschule Bocas del Toro

Wir vor Cosis Tauchschule „La Buga“

Nach den eher verschlafenen Stops in Anton Valley und Boquete winkt uns auf Isla Colon in den Tagen mal wieder ein wenig mehr Tourismus. Die panamaischen Unabhängigkeitstage fallen in diesem Jahr in unsere Zeit auf der Insel und so ist es lebhaft voll (und teuer…). Die Insel selbst verfügt über den einen oder anderen netten Sandstrand, kann aber dann doch eher als guter Ausgangspunkt für die umliegenden Inseln von Bocas del Toro gesehen werden. Denn auch hier reihen sich nur Hostels an Hotels an Restaurants an Cafes. Das alles allerdings irgendwie recht charmant und unaufdringlich. Ein paar Tage kann man es hier allemal aushalten.

Isla Colon Bocas del Toro

Isla Colon: Nett aber unspektakulär

Dass die Hauptinsel der Bocas nicht unbedingt das allerschönste Ziel für Natur- und Ruheliebhaber ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Als „Geheimtipp“ gilt die anliegende Isla Bastimentos mit ihren weiten Stränden und dichten Dschungeln. Doch ein Geheimtipp ist auch das nun wirklich nicht mehr, denn was einmal im Lonely Planet landet, ist so gar nicht mehr lonely sondern eher in den touristischen Adelsstand gehoben. Das wussten wir zum Glück vorher und da ja wie gesagt die Unabhängigkeitstage noch mal einen besonderen Touristenschwall aus dem Inland an die Inseln schwemmen, ist unser eigentliches Ziel ein weitaus weniger besuchtes und bekanntes…


Bocas del Toro

1 = Isla Colon / 2 = Isla Popa (Corto Lodge)

Die abgelegene Isla Popa

Isla Popa liegt eine Taxibootstunde (und die ist verdaaaammt lang) südöstlich der Hauptinsel Isla Colon. Mit 53 Quadratkilometern ist zwar alles andere als klein, jedoch besteht sie quasi nur aus undurchdringlichem und daher unbewohntem Urwald. Gerade einmal eine handvoll Unterkünfte haben sich hier gebildet, die aber liegen kilometerweit auseinander und sind untereinander nicht verbunden. Wege und Straßen gibt es hier genau so wenig, wie Handyempfang. Wer Strom braucht, der muss sich mit spärlicher Solarenergie zufrieden geben und fließend Wasser gibt es eben auch nur, wenn es regnet und die Regenspeicher aufgefüllt sind. Klingt unwirtlich? Gar nicht! Es ist wunderschön und für uns genau das richtige, um den trubeligen Feiertagen zu entkommen.

Corto Lodge Bocas del Toro Isla Popa

Die Corto Lodge auf Isla Popa aus der Luft

Frederiques kleines Paradies

Unsere Gastgeberin für die kommenden Tage ist die wahnsinnig liebe Frederique. Sie und ihr Mann kommen, man kann es fast erraten, aus Frankreich und haben sich vor einiger Zeit auf Isla Popa niedergelassen. Ihr Mann allerdings ist schon seit mehreren Monaten in der alten Heimat und so freut sich sie sich umso mehr, wieder Gäste empfangen zu dürfen. Die Abgeschiedenheit wird perfekt, als wir erfahren, dass wir während unseres Aufenthalts die einzigen Gäste sein werden. In den kommenden Tagen dürfen wir ein eigenes Safarizelt unser Heim nennen. Das gefällt uns richtig gut und ist mal etwas anderes, als ein muffiges Hostel- oder Hotelzimmer!

Kaum Strände aber Mangrovenhaine

Wer auf Isla Popa Strände sucht, der kann schon mal etwas länger suchen. Die Insel liegt in einem Mangrovengebiet und die Mangroven reichen, wie es Mangroven nun einmal gerne tun, in das Meer hinein. Und als wäre die Corto Lodge nicht schon schön genug, stellt Frederique ihren Gästen auch noch kostenfrei Kajaks zur Verfügung. Das nutzen wir natürlich und in den kommenden Tagen paddeln wir, wann immer wir Zeit finden und das Wetter mitmacht, durch die Mangrovenhaine der Isla Popa.

Isla Popa Bocas del Toro

Paddeln durch die Mangroven von Isla Popa

Nicht unweit von unserem Safarizelt im Dschungel entfernt, entdecken wir dann doch noch einen Strand. Wenn man zum Erkunden einer weitestgehend unerkundeten Insel seine Drohne mal auf fünfhundert Meter hochschickt, entdeckt man eben so einiges. Trinkwasser und Strandtuch eingepackt und im Kajak verstaut, paddeln wir in etwa einer Viertelstunde zum entdeckten Strand und sind begeistert, als wir sehen, dass wir nichts sehen: Keine Wege, keine Menschen, ja nicht mal Spuren von Menschen. Endlich mal ein Strand für uns!

Die nächsten Tage sind ruhig und idyllisch. Und auch wenn wir mit Frederique die einzigen Menschen weit und breit sind, so sind wir doch nicht alleine. An Katze Ombre (Schatten) und Hund Perle (guess what: Perle…) führt kein Weg vorbei. Während die Katze einfach nur Zucker ist und ich mich mal wieder sofort in den Vierbeiner verliebe, ist der Hund ein hyperaktives und völlig aufgedrehtes Wesen, das den ganzen Tag Bälle heranschleppt, die man werfen soll. Ich bin nicht unbedingt ein Hundemensch aber da die Corto Lodge auf einer Anhöhe liegt, macht es Spaß, den Ball dutzende Male zu werfen und dem kleinen Racker dabei zuzusehen, wie er schneller durch den Dschungel prescht, als der Ball fliegt…

Viel mehr unternehmen wir auch nicht: Schwimmen und Fahren in den Mangroven, herumgammeln am Strand, mit dem Hund spielen und die Katze knuddeln. Wir spielen Karten und reden viel in diesen Tagen. Wie schön es sein kann, so ohne Strom, Internet und andere Zivilisation… Viel haben wir daher aus Bocas auch nicht zu erzählen, denn wir haben schlicht nicht viel gemacht, außer mal so richtig kräftig die Seele baumeln zu lassen. Das vielleicht erste mal, dass wir Urlaub auf unserer Reise haben. Wer nach Ruhe und Entspannung auf der Inselgruppe Bocas del Toro sucht, der sollte ganz dringend bei Frederiques kleinem Paradies vorbeischauen, es lohnt sich!

Frühstück Panama Bocas del Toro

Ein echtes, französisches Frühstück mitten im panamaischen Dschungel

Unseren letzten Tag verbringen wir, wie sollte es an diesem sonnigen Morgen anders sein, paddelnd. Danach geht es mit dem Taxiboot eine Stunde lang zurück zur überlaufenen Hauptinsel zurück in die Welt da draußen. Hier toben die Nationalfeierlichkeiten und wir haben genau den richtigen Riecher gehabt, uns vier Tage lang aus dieser lauten Welt auszuklinken.

Bocas del Toro Isla Popa

Nur wir und unsere Boote: So soll es sein!

Für Abenteurer. Für Träumer. Für dich!

Zusammenfassung

  • Isla Popa ist wunderschön ruhig
  • tauchen und schnorcheln gut möglich
  • alle Inseln sind durch Taxiboote verbunden
  • gut vom Festland erreichbar
  • viele der Inseln sind sehr überlaufen
  • Supermärkte und Restaurants teurer als auf dem Festland

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  1. Ulrike

    am 8. Dezember 2017 um 14:30 Uhr

    Hallo Ihr Beiden Weltenbummler,
    ich freue mich jedes Mal, wenn ich von Euch ‚Post‘ in Form eurer tollen Reiseberichte bekomme und beneide euch glühend um die Erfahrungen, die ihr dort macht.
    Am liebsten würde ich auch sofort aufbrechen.
    In Erwartung der nächsten Berichte aus fernen Ländern wünsche ich euch gute Weiterreise.
    Gruß
    Ulrike

    P.S.: Marius, ich bin übrigens eine ehemalige Mitschülerin von Kathrin.

    1. Marius

      am 9. Dezember 2017 um 03:27 Uhr

      Hi Ulrike,
      Das freut uns sehr, dass wir dir mit unserer „Post“ ein wenig Fernweh nach Hause zaubern können! Feedback treibt uns immer an, weiter zu machen! :) Der nächste Newsletter kommt in zwei Wochen!

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