Chefchaouen: Die blaue Stadt

Chefchaouen zierte schon mehr als einmal das Cover des Lonely Planet. Wir zeigen, warum.

Eine Stadt, die es auf das Cover des Lonely Planet von Marokko geschafft hat, die muss doch eine Reise wert sein, oder? Stimmt, ist sie! Ob für Fotoenthusiasten, Instagram-Knipser oder einfach nur für Gassenschländerer: Chefchauouen im Norden Marokkos gelegen ist wunderschön anzusehen und entspannt zu entdecken. Vor allem ist die Altstadt aber eines: Verdammt blau!

Blaue Treppe Chefchaouen

Eine blaue Treppe in Chefchaouen: Ein typisches Bild

Und genau das ist auch der Hauptgrund, warum sich der eine oder andere Tourist in die Stadt ca. 4 Autostunden nördlich von Fez verirrt. Wir haben hier mal kurz und knackig alle für dich wichtigen Infos zum Tagestrip nach Chefchaouen zusammengetragen:

Wir haben unseren Trip im Voraus bei GetYourGuide gebucht. Leider mussten wir in der Vergangenheit des Öfteren die Erfahrung machen, dass Preise vor Ort mangels Alternative unnötig in die Höhe getrieben werden, Online Buchungen von Trips sind seitdem unser Mittel der Wahl:

Gesagt, gebucht, gemacht. Als wir vormittags gegen 11 Uhr aus Fez kommend aus dem Auto steigen, wundern wir uns zuallererst einmal über eines: Es geht hier erstaunlich gemächlich zu. In einer Welt, in der gefühlt Urlaube noch noch für die Fotos gemacht werden, hätten wir mit mehr Andrang in Chefchaouen gerechnet. Zwar treffen wir unübersehbar auf Touristen, aber in völlig entspannten Maßen. Und das, obwohl sogar der Lonely Planet die verhältnismäßige Leere der Stadt lobt. Ist doch eigentlich eine Erwähnung in diesem Reiseführer eine Art touristischer Ritterschlag und üblicherweise bedeutet das auch das Ende jeder Beschaulichkeit.

Gasse in Chefchaouen

Wenig los in Chefchaouen: Sehr entspannt!

Aber nein, es ist tatsächlich angenehm leer, zumindest jetzt im März. Auch die Händler sind anders als in Marrakesch zurückhaltend und höflich. Schauen und Schlendern ist hier kein Problem. Die Altstadt von Chefchaouen selbst wurde übrigens vor einigen Jahren aufwendig restauriert und erstrahlt nun wieder in ihrem ursprünglichen Blau. Der ewigen, marokkanischen Sonne ausgesetzt war eben irgendwann auch hier mal der Lack ab. Blau ist die Stadt übrigens aus zweierlei Gründen: Zum einen soll die Farbe Mücken abwehren, zum anderen soll Blau vor bösen Blicken schützen. Na zumindest aus touristischer Sicht ist der Schutz vor bösen Blicken mal in die Hose gegangen. Mücken entdecken wir allerdings keine, aber das kann auch an der Zeit liegen. Eine ähnliche blaue Stadt haben wir vergangenes Jahr auch in Indien besucht, schau gern hier mal in unserem Reisebericht vorbei, wenn du mehr darüber lesen möchtest:

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Was kann man denn nun in Chefchaouen unternehmen? Nun, ich gebe gern den Tipp, den ich immer in Städten mit schönen Altstädten gebe: Lass dich treiben! Das Schöne wartet oft versteckt hinter der nächsten Gasse, Treppe oder dem nächsten Tor. Lass dich in ein Gespräch mit den Einheimischen verwickeln, trink einen Kaffee auf einem der kleineren und größeren Plätze der Medina. Das Schöne ist hier versteckt hinter Fassaden und Gässchen, hinter Balkonen und Dachterrassen.

Wenn dir das zu abstrakt ist und du lieber handfeste Tipps für Chefchaouen haben möchtest, dann solltest du in der Stadt mal einen Blick Richtung Westen richten. Dort wirst du einen Hügel finden, auf dem die sogenannte Spanische Moschee liegt. Du kannst sie vorbei an Wasserfällen und gut gekennzeichneten Wanderwegen leicht erreichen. Starte hierzu am nordwestlichen Tor der Medina, dann erreichst du die Moschee kinderleicht, plane aber ein wenig Zeit ein und vergiss nicht, Wasser mitzunehmen. Von der Moschee aus, die selbst schon eine gut restaurierte Attraktion ist, hast du einen grandiosen Blick auf die Medina von Chefchaouen.

Chefchaouen von oben

Chefchaouen von oben

Ansonsten locken den einen oder anderen Museeumsliebhaber vielleicht noch diverse Museen (ethnografisches Museum, Kasbah) und Kunstgalerien, die sich in der Stadt verstecken. Wir selbst sind keine Fans von sowas, ich erwähne das hier aber der Vollständigkeit halber. Chefchaouen bietet bei schönem Wetter von außen schon genug für die kurze Zeit, die ein Tagesausflug von Fez uns lässt. Da müssen wir leider Abstriche machen.

Chefchaouen

Irgendwo in Chefchaouen findet jeder seine ruhige Ecke

Wenn du mehrere Tage Zeit mitbringen solltest, dann kannst du in Chefchaouen auch einige Tage mehr verbringen. Zwar ist die Medina schon nach einem halben Tag fertig auserkundet und so langsam fängt das viele Blau auch ein wenig an zu irritieren, aber auch im Umland kannst du beispielsweise sehr gut Wandern gehen. Die Stadt liegt verhältnismäßig nah am Meer, das Klima ist daher (jetzt im März zumindest) sehr angenehm frisch, aber dennoch sonnig und nicht kalt. Das Umland ist erstaunlich grün und gleich vor den Toren der Stadt liegt der Talassemtane-Nationalpark mit saftig-grünen Hügeln, Flüssen und gut ausgebauten und beschilderten Wanderwegen.

Gasse in Chefchaouen

Eine Gasse in Chefchaouen

Solltest du in der Region Fez unterwegs sein, sollte ein Besuch in Chefchaouen auf deiner Liste stehen. Für alle, die die Stadt einmal gemütlich an einem Nachmittag beschnuppern wollen, ist eine Tagestour von Fez aus [LINK] absolut ausreichend. Für Naturfreunde und/oder Museumsgänger bietet die Stadt und die Umgebung auch für mehrere Tage Unterhaltung und Abwechslung.

Drei Tipps für deinen Trip nach Chefchaouen:

  1. Lass dich treiben. Wenn du auf der Suche nach dem perfekten „Blaue Gassen“-Foto bist, wirst du deine einsame Gasse schon finden, es gibt genug.
  2. Wähle stets die Gassen zum Abbiegen, in denen du keine Touristen oder Läden vorfindest, es sind die Schönsten.
  3. Gleich vor dem Haupteingangstor findest du eine Reihe guter Restaurants und Cafés mit deutlich angenehmeren Preisen als im Inneren der Medina von Chefchaouen, hier gibt es auch eine Touristeninformation, Toiletten etc.

Für Abenteurer. Für Träumer. Für dich!

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