Das war’s: Monate einer groĂźen Reise

Achtzigtausend Kilometer mit Rucksack durch die Welt. Ein Résumé.

Ein Wort finden… Ein Wort finden für das, was ich in den letzten zehn Monaten erleben durfte. Das ist eine Aufgabe, die mir schon seit Wochen durch den Kopf geistert. Vorbei an unendlichen dürren Weiten mit einsamen Bäumen und tiefen Schluchten. Unter sengender Sonne und einer Hitze, die einem das Gefühl geben kann, zu ersticken. Über Stock und Stein, Berg und Tal. Immer wieder habe ich nach dem einen Wort gesucht, mit dem ich diese meine Reise umfassen kann.

Ob meine liebe Amelie in Thailand…

Mein erster Urlaub mit Rucksack. Bis auf zwei klitzekleine Ausnahmen mein erstes Mal raus aus Europa. Das erste Mal alleine unterwegs und das erste Mal länger als drei Wochen am Stück auf Reisen. Geworden sind es fast 10 Monate. Im Schnitt habe ich etwa 330 Kilometer pro Tag zurückgelegt. 11 Länder habe ich in dieser Zeit besucht, in über 100 Städten halt gemacht. 17 Starts- und Landungen, 28 neue Stempel im Reisepass. Ich habe in Asien 16 Kilo abgenommen und in Australien davon 11 Kilo wieder draufgepackt. An den falschen Stellen, aber keine Überraschung…

…Mario in Malaysia…

Dabei sind aus 6 Kameras insgesamt 270 Gigabyte an Videos und Fotos aufgeschlagen. Allein letztere umfassen ganze 19.244 Momentaufnahmen. Gut, dass ich 2 Terabyte an Speicher dabei hatte… 70.213 Kilometer durch die Welt. Diese Zahl verändert. Verändert Sichtweisen, verändern den Charakter, verändern den Blick auf die Welt. Von überbordendem Reichtum in Singapur bis hin zu bitterster Armut in Kambodscha, von verseuchten thailändischen Stränden über Schönheit in Perfektion auf Fiji.

Stets habe ich in den wirklich beeindruckenden Sekunden dem Moment den Vorzug gegeben und meine Kamera nicht gezückt. Und ich würde es des Augenblicks willen immer wieder tun. Dennoch blicke ich auf Unmengen an Videomaterial zurück. Zehn Monate lassen sich nicht in kurze Zeit gießen, ein Versuch ist es dennoch Wert. Eine längere Fassung gibt es bei mir persönlich mit einem kühlen Bier und vielen unerwähnten Anekdoten, die es nicht in den Blog geschafft haben und ganz sicherlich auch nicht ins Internet gehören. Achtzigtausend Kilometer durch die Welt in genau sechs Minuten gibt es nun hier für euch:

…Verena in Kambodscha…

WofĂĽr ich dankbar bin

Danke an meine liebste Amelie für einen tollen Start in dieses Abenteuer! Danke an meinen großartigen Mario für eine Menge Spaß aber auch für grandiosen Beistand in dunklen Stunden. Ob nun Magnus und Estelle aus Schweden, Silje und Sine aus Dänemark, Ana aus Brasilien, Carolina, Jenny und Jacob aus den USA, Tim, Emina, Cam und Trina aus Australien, Sarah und Connor aus England, Kerstin aus Österreich, oder Caro, Sarah, Lea, Meike, Paulina, Lennart und natürlich Marisa, David und Lisa aus Deutschland.

…Emina in Vietnam…

Großartigste Menschen aus der ganzen Welt haben diese Zeit zur unvergesslichsten und aufregendsten meines Lebens werden lassen. So sehr ich auch an Traumstrände, Sonnenuntergänge, Berggipfel und Sternenhimmel zurückdenke: Ohne die Menschen, die einen auf diesen Abenteuern begleiten und diese Momente miterleben lassen, wären all diese Erinnerungen nicht mal halb so schön, halb so farbenfroh. Ich kann mich gar nicht genug bedanken und nicht dankbar genug sein für die vielen großen und kleinen Momente, die ich mit euch allen von überall auf der Welt erleben durfte.

Noch so viele mehr könnte ich aufzählen die diese Erfahrung mit all ihren Höhen und Tiefen zu dem gemacht haben, was sie nun ist: Einzigartig und unersetzbar! Danke, danke, danke! Wann immer ihr ein Ohr oder eine Couch braucht, ich bin für euch da!

…auch ungewohnte Freunde…

Danken möchte ich an dieser Stelle auch meinen lieben Lesern dieses Blogs. Dank euch kann ich nun auf tausende von Zeilen Reiserückblick schauen. Ohne die Motivation, die hinter diesem Blog gesteckt hat, hätte ich mich für den immensen Aufwand, den mitunter ein gutes Foto mit sich bringen kann, nicht begeistern können. Viele viele viele hunderte Stunden hat mich der Blog gekostet aber es hat mir so gut wie immer auch einen Riesenspaß gemacht! Für mich steht jetzt schon fest, dass das nicht die letzte Reise dieser Art war und dass ich auch wieder Bloggen werde.

…machen das Reisen einzigartig!

Auch ein neues Design, neue Funktionen, neue Ideen habe ich in all den Monaten gesammelt und sie werden alsbald in diesen Blog einfließen. Bei so vielen Geschichten die Öffentlichkeitstauglichen unterhaltsam zu schildern gelingt nicht immer, ist aber stets eine Herausforderung. Reiseblogging ist eine tolle Art sich anderen Menschen mitzuteilen, den Ansporn zu haben, immer wieder nach Worten zu finden um Erlebnisse zu binden und am Ende selbst auf ein kleines Machwerk zurückblicken zu können.

Die Stille genießen…

Was ich ĂĽber mich gelernt habe

Ich bleibe gerne doch am liebsten bin ich unterwegs. Meter machen, die Zeit vergessen, das ist es. Ich mag den Linksverkehr doch Camping ist nichts für mich. Nie wieder Schaltwagen aber ich fahre gerne Roller. Zugfahren ist toll, Fliegen ist und bleibt das Beste! Rucksäcke sollten Rollen haben und Koffer heißen. Apple, immer und immer wieder! Ich liebe Sonne doch genau so sehr den Regen, mag Stürme und vor allem die Ruhe danach. Liebe diese Stille und mag es, sie in mich aufzusaugen. Große Schlafsäle sind nichts für mich, Alkohol auch nicht.

Neues ausprobieren…

Vorurteile haben ihren Sinn, man muss aber den Schneid besitzen, sie über den Haufen werfen zu können. Barbecue-Sauce passt zu allem und Cadburry-Schokolade ist der Beweis für Gottes Existenz! Australien ist gar nicht so teuer wie alle denken und Neuseeland gar nicht so warm wie alle immer sagen. Asien ist dafür aber genau so chaotisch wie alle meinen. Wer was sehen will, folgt Tipps und keinen Reiseführern. Chinesen sind wie Ameisen: Sie können Kameras befördern, deren Gewicht und Größe ihre eigene zu übersteigen scheint. Es gibt Früchte, die gibts gar nicht und Insekten, die sollte es vielleicht besser gar nicht geben. Sandfliegen und -flöhe sind die Ausgeburten der Hölle, australische Moskitos harmlos und asiatische gefährlich.

Rucksäcke? Zu schwer… Schuh? Verloren…

Chemische Toiletten vor dem Benutzen mal beleuchten und nach mutierten Kakerlaken Ausschau halten ist stets ratsam. Wie konnte meine Lieblingsfarbe rot sein, es ist eindeutig grün! Das deutsche Exportwort schlechthin ist und bleibt "Scheiße". Englischer Akzent treibt mich in den Wahnsinn, Skandinavier hab ich einfach wahnsinnig gern! Bayern? Noch immer doof aber hey es gibt tolle Ausnahmen! Ich mag noch immer kein Scharf, aber Schafe mag ich. Spinnen kann man essen, muss man aber nicht. Wasserfälle sind zum Schnarchen. Sonnenaufgänge und -untergänge mit das schönste, was diese Welt zu bieten hat. Blond, noch immer…

Mal nicht erste Klasse reisen…

Städte sind super aber bitte nicht zu lange. Ohne Internet geht nicht. Ohne Musik und iPhone auch nicht. Man fasst nicht in Steckdosen. Wenn es blitzt, bleibst du drinnen! Die Welt ist wunderschön, doch von oben ist sie schöner! Das tiefe Blau ist meine Welt, Tauchen meine große Leidenschaft. Fische sind Freunde, Haie beißen nicht, Koalas schnarchen, Kängurus fauchen und Geckos lachen. Ein Lächeln macht glücklich und bedarf keiner Sprache, es sind die kleinen Gesten die die großen Gefühle bewirken, nichts ist so wie es scheint, die selben Fehler macht man immer und immer wieder, aber vor allem anderen: Genieße jeden Augenblick bevor er vergeht, er ist es wert!

Vlamingh Head Lighthouse, Cape Range, WA, Australien
Weite weite Welt

Warum ich früher aufhöre als geplant

Geplant war ein Jahr durch die Welt zu reisen, ein Jahr Impressionen und Erlebnisse. Ich habe lange darüber nachgedacht und die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen aber ich habe beschlossen, meine Reise etwa drei Monate früher als ursprünglich geplant enden zu lassen. Warum? Ich bin an einem Punkt angekommen, an dem ich nicht mehr aufnahmefähig bin für die unendlich vielen Eindrücke, die beim Reisen jeden Tag auf mich eingeprasselt sind. Ich habe wundervollen Orten und vor allem auch wundervollen Menschen nicht mehr die Aufmerksamkeit und den Enthusiasmus schenken können, den sie verdient hätten. Jetzt weniger zu reisen heißt aber auch, später mehr zu reisen. Es wird weitergehen und es wird nicht minder aufregend und abenteuerlich sein. Aber die Zeit für diese Reise ist nicht heute, nicht jetzt.

Meine Welt

Warum ich nichts anders machen wĂĽrde

Im Zweifel einfach machen, nicht drüber nachdenken! Nicht zögern! Immer wieder würde ich ins blaue Nass springen und den Tank bis in den roten Bereich atmen um doch noch durch die letzte Höhle zu kommen. Immer wieder würde ich essen was ich nicht kenne, trinken was ich nicht zu mögen glaube. Ich würde wieder im T-Shirt durch den kalten Regen tanzen, mit Flipflops Zweitausender erklettern, nackt im leuchtenden Plankton baden und mich mit neun Leuten samt Backpacks für elf Stunden in einen Fünfsitzer quetschen.

Seine Welt…

Während des Monsuns Schlammberge in weißem T-Shirt hinaufklettern, Nachts bei den Krokodilen schlafen, durch Buschfeuer fahren, knapp einem Zyklon entkommen, mit leerem Tank zur Zapfsäule rollen, im Sand stecken bleiben, einen Gletscher mit Eispickel erklimmen und mich mit einem Roten Schnapper um Beute streiten. Mich an Grenzübergängen verarschen lassen, Prinzen die Hand schütteln und aus Kokosnüssen Bikinis schnitzen. Warum ich das tun würde? Weil genau das die Momente sind, die man nie wieder vergisst, über die man noch Jahre schmunzelt, die nicht vergehen.

Momente wie diese…

Jeder, der solch eine lange Reise hinter sich weiß, sollte genau wissen, wovon ich spreche und jeder, der dieses Glück bisher noch nicht hatte, wird es nie verstehen können. Vor diesem Abenteuer wusste ich nicht einmal, ob ich für das Reisen überhaupt geschaffen bin. Ich bin es. Und wie. Und ich werde niemals, solange ich kann, damit aufhören. Reisen ist das Einzige im Leben, das man kaufen kann und das einen gleichzeitig reicher macht. Ich würde keinen Abschluss, keine Geld der Welt und keinen Lottogewinn gegen die letzten zehn Monate meines Lebens eintauschen wollen.

Und dann, ganz zum Schluss. Dann endlich fällt mir bei einem guten Wein und viel Ruhe plötzlich ein, welches Wort dieses Abenteuer verdient, es auf den Punkt trifft, wie es kein anderes Wort könnte. Es passt perfekt und ist dem Abschluss dieser Reise würdig:

Unbeschreiblich.

Te Paki SanddĂĽne, Cape Reinga, Neuseeland
Kommentarbereich anzeigen
  1. Norman Förster am 8. Mai 2014 um 17:23 Uhr

    Die Kunst ist es, den Moment zu finden, an dem man genug hat! Herzlichen GlĂĽckwunsch! Ich habe mich ĂĽber jeden Deiner Berichte gefreut und werde sie bestimmt vermissen! Willkommen daheim (und unterwegs ...)

  2. Jill Wenzel am 7. Mai 2014 um 11:54 Uhr

    Da weiß ich mich gerade im Moment des "Aufwachens danach" auch nicht auszudrücken. Das alleinige Anschauen deines Materials und Lesen deines Resumés berührt!

    Erlaube mir... : Unbeschreiblich.

  3. Anne Kathrin am 6. Mai 2014 um 18:46 Uhr

    Brilliant.... das ist das einzige Wort, was mir im Moment zu deiner Reisebeschreibung einfällt....
    .... und welcome home!

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